Seit gut drei Monaten in Frankfurt im Amt: Fredi Bobic.
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Seit gut drei Monaten in Frankfurt im Amt: Fredi Bobic.

Eintracht Frankfurt

Eintracht fährt Millionen-Überschuss ein

  • VonPeppi Schmitt
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Sportvorstand Fred Bobic und Trainer Niko Kovac zeigen sich nach dem Ende der Sommer-Transferperiode sehr zufrieden.

Etwas mehr als drei Monate ist Fredi Bobic nun als Sportvorstand der Frankfurter Eintracht im Amt. Gemeinsam mit Sportdirektor Bruno Hübner und Trainer Niko Kovac hat der Nachfolger von Heribert Bruchhagen die Eintracht in Rekordzeit umgebaut, insgesamt 23 Wechsel innerhalb des Kaders in beide Richtungen vorgenommen. Zwölf Spieler sind gegangen, elf gekommen. Dazu wurde die „Mannschaft hinter der Mannschaft“ ebenfalls erheblich umgebaut. Drei neue Trainer sind gekommen, zwei gegangen.

Seit Mittwochabend ist die sommerliche Transferperiode beendet, bis zum Winter wird der Trainer mit dem bereitgestellten Aufgebot zurechtkommen müssen. Und Niko Kovac ist angetan. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und in allen Bereichen nachgelegt, damit bin ich sehr zufrieden“, sagt er, „jetzt müssen wir nur noch arbeiten, arbeiten und arbeiten, um erfolgreich zu sein.“

Nicht nur der sportliche Verantwortliche ist zufrieden, auch Finanzvorstand Oliver Frankenbach kann sich nicht beklagen. Ganz offensichtlich sind die finanziellen Vorgaben, nach denen die Eintracht einen erheblichen Millionen-Euro-Überschuss in der Transferperiode erwirtschaften sollte, erfüllt worden, auch wenn nicht alle Zahlen offiziell bekannt sind und vor allem die „Leasing“-Gebühren für die vielen ausgeliehenen Spieler nicht genau beziffert werden können. Selbst die erzielten Ablösesummen basieren auf Schätzungen, da sich die Vereine immer häufiger darauf verständigen, „Stillschweigen“ über die ausgehandelten Beträge zu bewahren.

So kommt die Eintracht bei „transfermarkt.de“ auf eine Summe von 10,5 Millionen Euro eingenommener Ablöse für fünf „verkaufte“ Profis. Auffallend dabei, dass das Onlineportal bei Carlos Zambrano eine Summe von 3,5 Millionen Euro annimmt. Die könnten Rubin Kazan aus Russland zwar durchaus bezahlt haben, aber wegen der komplizierten Vertragsrechte des Peruaners sind wohl nur 1,5 Millionen Euro an die Eintracht geflossen. Zieht man also zwei Millionen Euro ab, kommen noch immer gut 8,5 Millionen Euro zusammen. Und zwar für Stefan Aigner (2,5 Millionen Euro von 1860 München), Luc Castaignos (2,5 Millionen Euro von Sporting Lissabon), Luca Waldschmidt (1,3 Millionen Euro vom HSV) und Aleksandar Ignjovski (750 000 Euro vom SC Freiburg). Ohne ins Detail zu gehen, sagte Sportvorstand Bobic dem „Kicker“: „Es gab eine Vorgabe, die wir erfüllt haben.“

Ablösefrei gegangen sind wegen Ende der Vertragszeit oder Vertragsauflösungen unter anderen Constant Djakpa, Stefan Reinartz, Sonny Kittel, Kaan Ayhan und Änis Ben Hatira. Ablösefrei gekommen sind neben den beiden Jugendspielern Leon Bätge und Furkan Zorba lediglich noch Danny Blum vom 1. FC Nürnberg und Branimir Hrgota von Borussia Mönchengladbach. Ablöse bezahlt haben die Frankfurter für Verteidiger Taleb Tawatha an Maccabi Haifa (1,2 Millionen Euro). Alle anderen Neuen wurden auf Leihbasis verpflichtet, teilweise mit Kaufoption (Ante Rebic vom AC Florenz) und Rückkaufoption (Omar Mascarell von Real Madrid), meistens ohne wie bei Michael Hector (FC Chelsea), Guillermo Varela (Manchester United), Jesus Vallejo (Real Madrid) und zuletzt Shani Tarashaj (FC Everton).

Da deutet sich schon an, dass es im nächsten Sommer wieder größere Veränderungen geben könnte. Manager Hübner hat den eingeschlagenen Weg mehrfach als „alternativlos“ bezeichnet. Und Sportchef Bobic beschreibt die Zusammensetzung des Aufgebotes als „fantasievoll“. Die Bewertung aller Aktivitäten ist freilich wie bei allen anderen Clubs auch abhängig vom sportlichen Erfolg. Und da wurde ja mit dem Sieg gegen Schalke ein guter Anfang gemacht.

(pes)

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