Vor dem Eintracht-Spiel

Eintracht-Fan rechnet ab: "Darum mag ich den RB Leipzig nicht"

Rainer Kaufmann (55) ist Eintracht-Fan seit 1973. Hier erklärt er, warum er RB Leipzig nicht mag. RB Leipzig? Das ist ein Club, der Traditionsvereinen wie Nürnberg oder Kaiserslautern einen Platz in der Ersten Liga wegnimmt.

Rainer Kaufmann (55) ist Eintracht-Fan seit 1973. Hier erklärt er, warum er RB Leipzig nicht mag.

RB Leipzig? Das ist ein Club, der Traditionsvereinen wie Nürnberg oder Kaiserslautern einen Platz in der Ersten Liga wegnimmt. Zu diesen Clubs wie RB Leipzig zähle ich auch Hoffenheim, Ingolstadt, Wolfsburg und Leverkusen. Mit Bayer fing diese Entwicklung an. Aber Red Bull ist noch gruseliger, weil es noch weitere RB-Clubs in Salzburg und in den USA gibt. Es geht Red-Bull-Besitzer Mateschitz einzig darum, ein Produkt in den Vordergrund zu stellen. Diese Clubs sollten eine Betriebsliga gründen, denn hier geht es nur noch um Kommerz.

Ich fürchte, diese Entwicklung zu Firmenclubs geht weiter, weil die große Masse dies nicht kritisch hinterfragt. Für einige Leute ist ein Fußballspiel ein austauschbarer Event, die schauen sich ersatzweise dann auch Soaps im TV an. Entsprechend ist die Fankultur bei RB Leipzig für Fans von traditionellen Vereinen wie Eintracht Frankfurt eher ein Witz. In Leipzig gibt es die BSG Chemie und den 1. FC Lok. Die haben noch authentische Fangruppen, auch wenn die Clubs nicht in der Bundesliga, sondern nur in der vierten beziehungsweise fünften Liga spielen. Aber eines muss man anerkennen: RB Leipzig spielt derzeit einen ansehnlichen Fußball und hat ein gut organisiertes Nachwuchsleistungszentrum.

Fußball in dieser Zeit ist nicht mehr der Sport, den ich unter Grabowski und Hölzenbein kennenlernen durfte. Dieser Zauber ist leider lange vorbei, er ist zu großen Teilen zu einer Fake-Show verkommen. Auch wenn Kovac und Bobic derzeit sehr gute Arbeit leisten: Die Eintracht als Traditionsverein wird zum Farmteam von großen Clubs aus England und Spanien, die von Konzernen, Scheichs oder sonstigen Milliardären finanziert werden. fri

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