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Wegen Stress: Peta will Eintracht-Adler Attila in Rente schicken

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Von: Thomas Stillbauer

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Die Tierrechtsorganisation glaubt, dass der Greifvogel im Waldstadion von Eintracht Frankfurt zu viel Stress hat. Statt Attila soll eine Lasershow „für Stimmung sorgen“.

Frankfurt - Sich mit den Fußballerinnen und Fußballern von Eintracht Frankfurt anlegen – häufig keine gute Idee. Das dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, von München bis Leipzig, von London bis Barcelona. Sich mit den Fans von Eintracht Frankfurt anlegen – das bekam zuletzt selbst Menschen nicht gut, die die edelsten Motive dafür hatten. So setzte es ein Pfeifkonzert, als sich Aktivisten der „Letzten Generation“ voriges Jahr an Torpfosten festmachten, um gegen die Klimakrise zu protestieren.

Jetzt ist die Tierrechtsorganisation Peta auf eine Idee gekommen, die ebenfalls ein gewisses Konfliktpotenzial bergen könnte. Der in Stuttgart ansässige Verein wirbt unter der Überschrift „Atemberaubende Lasershow statt Steinadler im Eintracht-Stadion?“ dafür, das Maskottchen der Frankfurter Kicker „in Rente“ zu schicken: Attila.

Eintracht Frankfurt: 3-D-Hologramm statt echtem Vogel

Der bald 19 Jahre alte Greifvogel ist seit der Saison 2006/2007 bei jedem Heimspiel der Eintracht dabei und hat 2018 in Berlin geholfen, den DFB-Pokal zu holen. „Nach zahlreichen Beschwerden von Fans“, berichtet Peta, habe man im Dezember an den Eintracht-Vorstand appelliert, künftig vom Einsatz des Adlers und anderer lebender Tiere im Stadion abzusehen. „Lautstärkekulisse, Menschenmassen und häufige Transporte“ verursachten Stress, schrieb die Organisation. Als Ersatz könne man „eine spektakuläre Lasershow“ veranstalten, „bei der ein 3-D-Adler-Hologramm für Stimmung bei den Fans sorgt“.

„Wir haben das Thema auf dem Tisch und nehmen es auch ernst“, sagt Jan Strasheim, Bereichsleiter Medien und Kommunikation bei Eintracht Frankfurt. „Das Tierwohl ist uns sehr wichtig.“ Allerdings habe es in den vergangenen 16 Saisons nie Grund zu der Annahme gegeben, dass es Attila im Stadion schlecht gehen könnte. Dem Tierschutz sei stets Rechnung getragen worden. Auch Falkner Norbert Lawitschka, der den Adler von Kükenbeinen an begleitet, ist sicher, dass sein Schützling nicht leidet. „Das macht ihm gar nichts aus“, sagte er im Mai, als Attila und die Eintracht gegen Westham ins Europapokalfinale einzogen. „Der ist gern unter den Leuten.“

Treuer Adler: Eintracht-Maskottchen Attila und Falkner Norbert Lawitschka mit Fans vor dem Stadion.
Treuer Adler: Eintracht-Maskottchen Attila und Falkner Norbert Lawitschka mit Fans vor dem Stadion. © Michael Schick

Eintracht Frankfurt: „Die Fans lieben ihn“

Attila werde ja nicht frei fliegen gelassen, wie es etwa Benfica Lissabon mit seinem Vereinsadler praktiziere, sagt Jan Strasheim. „Und die Fans lieben ihn.“

Das akzeptiert Peta nicht. „Nur weil viele Menschen das toll finden, heißt das ja nicht, dass es ewig so weitergehen kann“, sagt Fachreferent Peter Höffken. „Attila muss wirklich weg.“ Peta gehe es dabei nur um das Beste fürs Tier, nicht um die Gefühle der Fans. „Wenn wir mit jedem Fan einzeln sprechen würden, hätten sicher alle Verständnis.“

Beim Geißbock Hennes, Maskottchen des 1. FC Köln und neben Attila das einzige lebende Tier in der Bundesliga mit dieser Position, habe Peta schon häufiger interveniert, sagt Höffken, und hinterher keine negativen Rückmeldungen der Fans erhalten. „Im Gegenteil, viele haben sich ja extra an uns gewendet.“

SGE: „Hätte er Stress, würden wir das nicht machen“

Eintracht-Sprecher Jan Strasheim kündigt eine baldige Antwort an Peta an und erinnert daran, dass die Eintracht keinen ökonomischen Gewinn daraus zieht, Attila mit dabei zu haben. „Der Mehrwert ist rein emotional. Hätte der Adler Stress, würden wir das nicht machen.“

Am Vereinssitz in Stuttgart muss Peta übrigens nicht tätig werden. Der dortige VfB hat zwar das Krokodil Fritzle als Maskottchen. Aber im grün-weiß-roten Kostüm steckt ein Mensch. (Thomas Stillbauer)

Eintracht-Trainer Oliver Glasner ist offenbar bei mehreren Top-Klubs begehrt. Gespräche über eine Vertragsverlängerung bei der SGE soll es im Sommer geben.

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