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Zum Neustart wieder in alter Frische? Ante Rebic macht einen guten Eindruck.

SGE

Eintracht Frankfurt: Ante Rebic will zurück zur Super-Sommer-Form

Schlecht war die Hinrunde von Ante Rebic gewiss nicht, ganz frisch war der Frankfurter Pokal- und WM-Held aber auch nicht. Das sieht vor dem Rückrundenstart nun wieder anders aus.

Wenn es eine Bewegung gibt, die Ante Rebic auszeichnet, die ihn von anderen Fußballprofis abhebt, dann wohl diese eine: Von der linken Seite dribbelt der 25-jährige Angreifer von Eintracht Frankfurt dann mit hohem Tempo in den gegnerischen Strafraum, deutet einen Schuss mit seinem starken rechten Fuß an, tippt kurz auf den Ball, um diesen schließlich mit der Sohle nach links zu streicheln und den übereifrig heraneilenden Verteidiger ins Leere laufen zu lassen. Dann sucht Rebic entweder den Torabschluss mit links oder die Hereingabe in die Mitte.

Eintracht Frankfurt: Ante Rebic ist auf dem Weg wieder der Alte zu werden

Auch im USA-Trainingslager in Florida setzte der kroatische Vizeweltmeister ein ums andere Mal zu seiner Lieblingstäuschung an – durchaus mit Erfolg. Das mag zum einen daran gelegen haben, dass die gegnerischen Sambakicker aus Sao Paulo und Rio de Janeiro zwar vielleicht schon einmal etwas von Ante Rebic gehört hatten, seinen Spielstil und die kleinen Tricksereien dann aber doch nicht so gut kannten wie die Abwehrrecken der Bundesliga. Zum anderen aber hatte das viel damit zu tun, dass Ante Rebic auf einem guten Weg ist, wieder ganz der Alte zu werden, vor dem Rückrundenauftakt am Samstag gegen den SC Freiburg zurück zur starken Form seines Super-Sommers zu gelangen.

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Da hatte sich Rebic durch eine herausragende Leistung im DFB-Pokalfinale und eine starke Weltmeisterschaft in Russland plötzlich zu einem echten Star entwickelt, zu einem Mann, den selbst englische Weltclubs wie Manchester United auf dem Zettel hatten, der sich nach einigem Hin und Her aber doch zu einer Vertragsverlängerung in Frankfurt entschied.

Ante Rebic: WM und Verletzung hatte Rebic zurückgeworfen

„Dass Ante ein Riesenherz hat, weiß jeder. Immer wenn er drin war, wollte er etwas bewegen“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic mit Blick auf Rebics Leistungen in der Hinrunde: „Aber die Verletzung, die er sich bei der WM zugezogen hat, der späte Einstieg in die Vorbereitung – das alles hat ihn ein bisschen zurückgeworfen. Es hat ihm dadurch vielleicht ein bisschen an der nötigen Lockerheit gefehlt.“

Nun ist es ja nicht so, dass Ante Rebic eine schlechte Hinserie gespielt hätte. Immerhin gelangen dem für die Gegner und manchmal auch die eigene Mannschaft unberechenbaren Stürmer aus dem Bergdorf Imotski fünf Treffer. Dazu bereitete er seinen Kollegen zwei weitere vor und lieferte vor allem Mitte der Halbserie starke Spiele ab, ehe ihm am Ende ein bisschen die Puste ausging. „Wir waren nie unzufrieden mit ihm“, so Bobic, „wir wussten ja, wie seine Situation ist“.

Rebic hatte sich während der WM eine Fußverletzung zugezogen, diese nicht richtig auskuriert und stattdessen mit Schmerzmitteln weitergekickt. Das Laster nahm er mit in die neue Saison bei der Eintracht. Zwar verschwanden die Fußprobleme recht schnell, aufgrund des nicht optimalen Fitnesszustands häuften sich aber kleinere muskuläre Beschwerden. Trainer Adi Hütter musste reagieren, Rebic zu dessen eigenem Wohle auch mal auf die Bank setzen, nur drei Spiele durfte er über 90 Minuten ran. Rebic selbst gab Ende November im Interview mit dieser Zeitung zu: „Ich bin nicht zu 100 Prozent fit, das ist ein Unterschied zur vergangenen Saison. Ich denke, ich werde erst ab Januar ganz der Alte sein.“

Eintracht Frankfurt: Ante Rebic war in Florida auffälligster Stürmer

Nun ist es Mitte Januar, und Rebic scheint seinen Worten Taten folgen zu lassen. Bei den Tests in Florida jedenfalls war er der auffälligste der Frankfurter Angreifer. Er attackierte die Gegenspieler früh an deren Strafraum, startete bei Ballbesitz der Eintracht immer wieder die Läufe in die Tiefe und kam vor allem bei seinen Dribblings häufiger am Mann vorbei. Zudem gelang ihm der einzig selbst erzielte Frankfurter Treffer in Übersee – per Elfmeter zum 1:0 gegen Sao Paulo. „Man hat gesehen, dass es jetzt viel stabiler als in der Hinrunde ist“, sagte Bobic. Und Mittelfeldmann Gelson Fernandes fand gar, dass „Ante wieder frisch und vital ist“.

Ohnehin wäre es falsch, die Leistungen von Rebic nur an Toren zu messen. Das ist und war noch nie seine allergrößte Stärke. Dafür ist sein erster Kontakt bei der Ballannahme trotz aller vorhandenen Technik oft zu nachlässig, und der letzte, der Torabschluss, noch zu unpräzise. Auch in der Vorsaison, die Rebic ja so außergewöhnlich stark beendet hatte, schoss er gerade mal sechs Treffer in der Liga. Diesen Wert dürfte er ziemlich sicher übertreffen – auch dank einer feinen Bewegung, die ihn von allen anderen Bundesligakickern abhebt.

Zum Thema: Eine Bilanz des Trainingslagers in Florida - mit positiven und negativen Einzelleistungen

von Daniel Schmitt

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