Eintracht-Auswärtsspiel

Eintracht Frankfurt in Wolfsburg: Adi Hütter bleibt gelassen 

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Vor dem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg ist bei Eintracht Frankfurt die Sorge vor einem Abrutschen auf die Abstiegsränge greifbar. 

  • Eintracht Frankfurt tritt beim VfL Wolfsburg an
  • Die Hessen kommen immer mehr in Abstiegsnöte
  • Trainer Adi Hütter glaubt an sich und sein Team

    Frankfurt - Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter fordert trotz der prekären Situation mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang Gelassenheit - vom Umfeld und von seiner Mannschaft. „Wir müssen ruhig bleiben, Souveränität ausstrahlen und an uns glauben“, sagte der Fußballlehrer vor dem Punktspiel von Eintracht Frankfurt beim derzeit  formstarken VfL Wolfsburg am Samstag (30.05.2020, 15.30 Uhr/Sky)und im Liveticker): „Als Trainer ist es wichtig, der Mannschaft das mitzugeben“, sagte Hütter, und nahm sich damit selbst in die Verantwortung.

Eintracht Frankfurt muss zum Nachholspiel zu Werder Bremen

Nur vier Tage nach der Partie in Wolfsburg steht für Eintracht Frankfurt das unglaublich wichtige Nachholspiel beim Tabellenvorletzten Werder Bremen an. Für Hütter eine Partie, die „natürlich mehr Brisanz und Bedeutung“ besitzt. Zurückhaltung oder gar eine Pause für die Leistungsträger von Eintracht Frankfurt in Wolfsburg wären aber unangebracht, so Hütter. „Es geht auch dort um drei Punkte. Und warum sollten wir in Wolfsburg nicht mit einer sehr guten Leistung gewinnen?“. Natürlich will man etwas holen, natürlich auch in Wolfsburg. Ein Sieg in Niedesachsen wäre tatsächlich so etwas wie ein Befreiungsschlag für die Hessen.

Eintracht Frankfurt mit Abstiegssorgen - Hütter gibt sich kämpferisch

Sein Glaube an die Mannschaft geht auch einher mit einer Überzeugung von der eigenen Arbeit. Zweifel an sich selbst, an seiner Position als Trainer von Eintracht Frankfurt, will Hütter nicht aufkommen lassen. „Wenn ich an mir zweifeln würde, wäre ich nicht der richtige Mann“, sagte der unlängst in einem Interview. Aber die Situation gibt dem 50-Jährigen natürlich zu denken: „Die Fakten beschäftigen mich, ich ärgere mich.“

Eintracht Frankfurt hatte in letzter Zeit wenig Grund, Tore zu bejubeln. Wenn es allerdings einmal so weit sein sollte, will Adi Hütter die körpernahen Jubelszenen in den Geisterspielen der Fußball-Bundesliga nicht verurteilen. „Ich finde das alles immer noch im Rahmen. Man sollte da nicht zu kritisch sein. Man muss sich nicht in den Armen liegen, aber wenn man sich freut, finde ich das legitim“, sagte der Österreicher am Freitag. Entgegen den Empfehlungen der Deutschen Fußball Liga hat es zuletzt immer wieder Spieler gegeben, die sich nach einem Tor umarmen.

Immer wieder Körperkontakt beim Torjubel

Das DFL-Konzept war allerdings zu Beginn der Corona-Krise entstanden, mittlerweile gibt es in Deutschland in vielen gesellschaftlichen Bereichen zahlreiche Lockerungen. Beim Auftakt der Spiele ohne Zuschauer im Profifußball hatten vor allem die Profis von Hertha BSC die Treffer beim 3:0-Sieg in Hoffenheim ohne den nötigen Sicherheitsabstand gefeiert und waren dafür kritisiert worden.

Die DFL empfiehlt nur Ellbogen- oder Fußkontakt. Immer häufiger jedoch gibt es beim Jubel engen Körperkontakt. Dies geschah auch beim Zweitliga-Spitzenspiel VfB Stuttgart gegen Hamburger SV am Donnerstagabend, als die Schwaben einen späten 3:2-Sieg feierten. Nach Meinung von Chefcoach Alfred Schreuder von der TSG 1899 Hoffenheim versucht „jeder, sich daran zu halten. Und wenn es anders passiert, sollte man die Jungs darauf ansprechen.“

DFL-Boss Christian Seifert hatte vergangene Woche gemahnt: „Was wir jetzt nicht brauchen, sind die ersten Stimmen aus der Liga nach dem Motto: Ach, da darf man nicht spießig sein, da muss man doch mal drüber hinwegsehen.“ Er forderte mit Nachdruck: „Ich gehe davon aus, dass sich am nächsten Wochenende alle an die Empfehlung halten, auf die Nähe beim Jubeln zu verzichten.

Sollte Eintracht Frankfurt in Wolfsburg endlich den lange ersehnten Sieg in der Bundesliga einfahren können, wird man bei den Hessen sicher mit einer möglichen Kritik wegen überzogenen Jubels leben können. Und das Abstiegsgespenst wäre ein Stück weit auf Distanz gehalten. Zumindest bis zum Nachholspiel in Bremen. 

(skr mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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