+

SGE

Eintracht Frankfurt: Für Carlos Salcedo wird schon Ersatz gesucht, Marco Fabian steht vor dem Absprung

Der eine Mexikaner ist weg, der andere wohl bald auch: Salcedo bringt eine Rekordsumme, bei Fabian sieht das anders aus.

Frankfurt - Das Kapitel Carlos Salcedo ist bei Eintracht Frankfurt endgültig geschlossen – nach 26 Bundesligaspielen in eineinhalb Jahren, null Toren, acht Gelben Karten und zwei schweren Verletzungen. Seine letzte Partie machte der mexikanische Fußball-Nationalspieler kurz vor Weihnachten gegen den FC Bayern. Große Spuren hat der Abwehrspieler in Frankfurt nicht hinterlassen. Der 25-Jährige spielt künftig wieder in der Heimat, steigt dort bei Tigres UANL  zum Topverdiener auf.

Salcedo hat auch seinem alten Arbeitgeber noch einen warmen Geldregen geschenkt, für den Transfer werden zehn Millionen Euro fällig. Zudem sind einige Optionen im Vertragswerk verankert, so dass die Summe für die Eintracht sogar noch um weitere drei, vier Millionen Euro steigen kann. Ein perfektes Geschäft. Damit ist der Verteidiger der bislang gewinnbringendste Verkauf der Eintracht, dieses Etikett trug bislang Torwart Kevin Trapp, der vor dreieinhalb Jahren für knapp zehn Millionen Euro nach Paris wechselte.

Eintracht Frankfurt: Ersatz für Salcedo gesucht

Natürlich sehen sich die Frankfurter nach einem Ersatz für Salcedo um, zumal nicht klar ist, ob Simon Falette bleiben wird. Der Franzose ist mit seiner Rolle als Backup unzufrieden, würde den Verein gerne verlassen. Der 26-Jährige wird beim englischen Zweitligisten Nottingham Forest und beim französischen Erstligisten FC Nantes gehandelt. Die Eintracht weiß: Bei Falette wird es keine großartige Entwicklung mehr geben, da weiß man, was man bekommt, einen rechtschaffenen Kämpfer mit Schwankungen und Defiziten, wenn der Ball ins Spiel kommt. Ob das der ehrgeizigen Eintracht-Führung genügt, darf bezweifelt werden. Sollte sich tatsächlich ein Abnehmer für Falette finden, müssten die Frankfurter natürlich reagieren, ansonsten stünden nur noch vier Verteidiger für drei Positionen im Kader. Ein viel zu großes Risiko.

Lesen Sie auch: Eintracht Frankfurt an diesem Acht-Millionen-Juwel dran?

Chefscout Ben Manga hat der Sportlichen Leitung natürlich schon eine Liste mit Namen vorgelegt, die diese (und andere) Lücken schließen könnten. Das Leitmotiv ist nachvollziehbar: Es werden vor allen Dingen Spieler gescoutet, die jung sind, Talent und Potenzial haben, also Transfers, in denen auch eine gute Portion Fantasie  steckt. Bestes Beispiel dafür ist Innenverteidiger Evan Ndicka, der mit seinen 19 Jahren bemerkenswert abgezockt spielt. Die Eintracht hatte sich den Franzosen einiges kosten lassen, satte sechs Millionen Euro  für den damals 18 Jahre alten U 21-Nationalspieler an AJ Auxerre überwiesen, was nicht alle so wirklich verstehen konnten. Längst sind alle Bedenkenträger eines Besseren belehrt, Ndicka gehört der Eintracht ohne Einschränkungen, und wenn der Club wollte, könnte er ihn schon jetzt für rund das Dreifache verkaufen  – will er aber nicht.

Eintracht Frankfurt: Almamy Toure im Fokus

In dieses Beuteschema passt ein junger Mann, der aktuell in den Fokus geraten ist. Der 22 Jahre alteAlmamy Touré von AS Monaco. Der Vertrag des aus Mali stammenden Abwehrspielers läuft im Sommer aus, was bedeutet, er könnte dann ablösefrei wechseln. Doch die Eintracht hat schon jetzt Interesse angemeldet, würde ihn gerne gleich an den Main holen. Das Spannende an Touré: Er kann sowohl zentral als auch rechts verteidigen. Eigentlich ist er ein gelernter Innenverteidiger, doch in Monaco wurde er zum Rechtsverteidiger umgeschult. Touré könnte also in der Mitte aushelfen und auch mal Danny da Costa entlasten, den Dauerbrenner, der immer spielen muss, weil kein anderer da ist.

Da Costa macht seine Sache bisher ausgesprochen gut, doch vielleicht braucht ja auch er mal eine Verschnaufpause. Ob Touré eine Soforthilfe wäre, steht indes auf einem anderen Blatt, denn er hat in dieser Saison lediglich vier Spiele gemacht  und lag zuletzt mit einer Oberschenkelverletzung auf Eis. Potenzial, da sind sich viele einig, bringt der Defensivspieler aber mit.

Genauso wie Kevin Mbabu von Young Boys Bern, dem Ex-Verein von Trainer Adi Hütter. Die Eintracht hält den Rechtsverteidiger für durchaus geeignet, verfolgt diese Personalie aber erst mal nicht weiter, weil die Schweizer ihre Ablöseforderung von mehr als zehn Millionen Euro aufrechterhalten. Zu viel für den Bundesligisten, der sich alternativ auch den 20-jährigen Brasilianer Emerson von Atletico Mineiro angeschaut hat. Favorisierte Lösung wäre aber Touré.

Auch interessant: Das Eintracht-Quiz: Von Grabowski bis Rebić - Die Antwort auf Frage 5 schockiert unsere Leser

Auf der Seite der Abgänge könnte sich ebenfalls noch etwas tun, Stürmer Branimir Hrgota wäre gut beraten, den Verein zu verlassen, er ist absolut chancenlos. Das gilt auch für Linksverteidiger Taleb Tawatha, der es zuletzt nicht mal in den Kader geschafft hat. Dort hat man auch Spielmacher Marco Fabian  lange nicht gesehen. Salcedos Landsmann will unbedingt weg, dann wäre in Frankfurt das ganze Mexiko-Kapitel fürs Erste geschlossen. Eine Option wäre auch bei ihm eine Rückkehr in die Heimat, ein Engagement in China stand ebenso im Raum. Nun deutet vieles auf einen Wechsel in die USA hin. Fabians Vertrag läuft im Sommer ohnehin aus, mit ihm wird die Eintracht keine große Kasse mehr machen – anders als bei Salcedo.

von INGO DURSTEWITZ

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare