SGE

Eintracht Frankfurt: Heftige finanzielle Einschnitte wegen Coronavirus-Krise

  • Sascha Mehr
    vonSascha Mehr
    schließen

Die Coronavirus-Krise stürzt den Sport auf der ganzen Welt ins Chaos. Eintracht Frankfurt trifft sie auch hart.

  • Coronavirus-Krise trifft Eintracht Frankfurt hart
  • Fredi Bobic rechnet mit heftigen finanziellen Einschnitten
  • Top-Klubs der Bundesliga spenden Geld an restliche Vereine

Frankfurt - Die Bundesliga ist aktuell wegen der Ausbreitung des Coronavirus unterbrochen und wird frühstens im Mai 2020 fortgesetzt. Bei Eintracht Frankfurt ergaben Tests am 19. und 21 März, dass sich Spieler mit dem Virus infiziert hatten, woraufhin die ganze Mannschaft für zwei Wochen in Quarantäne musste. Am 5. April 2020 soll das Training beim Bundesligisten wieder starten, damit die Mannschaft fit ist für eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs in ein paar Wochen. 

Sportvorstand Fredi Bobic will die Saison unbedingt noch zu Ende spielen. „Wie es auch immer geht. Und wenn es täglich sein muss und täglich Spiele sind, unser Wunsch-Szenario ist, die Saison fertig zu kriegen“, sagte er im Fußballtalk „Reif ist live“ von „Bild“. 

Eintracht Frankfurt: Heftige finanzielle Einschnitte durch Coronakrise

Die finanziellen Auswirkungen der Coronavirus-Krise sind bereits jetzt spürbar. In der Bundesliga hat der VfL Wolfsburg Kurzarbeit beantragt, andere Vereine könnten nachziehen. Noch schlimmer sieht es in der 2. und 3. Liga aus. Die Vereine dort sind finanziell eh schon nicht auf Rosen gebettet und kämpfen nun ums pure Überleben. 

Fredi Bobic rechnet auch bei Eintracht Frankfurt mit „heftigen Einschnitten“: „Wir sind zwar in der glücklichen Lage, dass wir in den vergangenen vier Jahren etwas auf die Seite legen und unser Eigenkapital steigern konnten. Trotzdem wird es uns treffen. Denn wir sprechen nicht nur von dieser Saison, auch von der kommenden. Und es ist möglicherweise so, dass wir lange Zeit keine Zuschauer in den Stadien sehen werden“, sagte er in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“. 

Eintracht Frankfurt: Bobic rechnet mit wirtschaftlichen Veränderungen

Der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt rechnet generell mit finanziellen Abstrichen bei allen Vereinen in der deutschen Bundesliga wegen der Coronavirus-Krise: „Wenn der Kuchen groß ist, wird er dementsprechend groß verteilt. Aber wir müssen uns alle den neuen Gegebenheiten anpassen und einsehen, dass der Kuchen künftig wohl nicht mehr so üppig sein wird.“ Er geht von großen wirtschaftlichen Veränderungen im Fußball aus, denn die Krise werde seiner Meinung nach sehr anspruchsvoll. Trotzdem glaubt er an Lösungen, die der Fußball auch finden wird. Mit großen Summen wird auf dem Transfermarkt sicherlich erst einmal nicht zu rechnen sein. Das könnte auch die Situation von Filip Kostic verändern, der nun doch bei der SGE bleiben könnte.

Kritisch sieht Fredi Bobic die Forderung des Präsidenten vom FC St. Pauli, Oke Göttlich. Der Hamburger will eine Gleichverteilung von Einnahmeströmen für die Liga. Für Bobic zweifelt daran, dass das umsetzbar ist, denn eine freie Marktwirtschaft funktioniere anders.

Coronavirus-Krise: Spenden von Top-Klubs

Es gibt aber auch Hoffnung für die Klubs: Durch die aktuelle Coronavirus-Krise schüttet die Deutsche Fußball Liga (DFL) eine Rücklage aus dem aktuellen TV-Vertrag in Höhe von 45 Millionen Euro an die Vereine aus. Das Geld wird nach einem bestimmten Schlüssel an die Teams verteilt. Der FC Bayern München, RB Leipzig, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund verzichten aber auf Hilfe von der DFL und überlassen ihren Anteil den restlichen Vereinen. Außerdem stocken sie den Betrag von 12,5 Millionen Euro noch um 7,5 Millionen Euro durch eigene Mittel auf, sodass ein zusätzlicher Gesamtbetrag in Höhe von 20 Millionen Euro auf die verbleibenden Klubs ausgezahlt werden kann. 

Bayern-Boss Karl-Heine Rummenigge fordert Solidarität in der Coronavirus-Krise: „In diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass die stärkeren Schultern die schwächeren Schultern stützen.“ „Wir haben immer gesagt, dass wir uns solidarisch zeigen werden, wenn Klubs unverschuldet durch diese absolute Ausnahmesituation in eine Schieflage geraten“, äußerte sich BVB-Chef Hans-Joachim Watzke zur großzügigen Spende. Der Meinung schließt sich Leipzig-Boss Oliver Mintzlaff an: „Die Bundesliga ist ein großartiger Wettbewerb und besteht aus einer Vielfalt von 36 Vereinen, die in der Krise an einem Strang ziehen müssen."

Von Sascha Mehr

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

503 Service Unavailable

Hoppla!

Leider ist unsere Website zur Zeit nicht erreichbar. Wir beeilen uns, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es gleich nochmal.