Damit Sie wenigstens einen Hauch vom Riederwald erhalten: Finanzvorstand Axel Hellmann grübelt auf unserem Archivfoto in der Eintracht-Zentrale vermutlich über eine neue Taktik beim Tischfußball nach.	Foto: Klein
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Damit Sie wenigstens einen Hauch vom Riederwald erhalten: Finanzvorstand Axel Hellmann grübelt auf unserem Archivfoto in der Eintracht-Zentrale vermutlich über eine neue Taktik beim Tischfußball nach. Foto: Klein

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: Die geheime Mission

  • VonKlaus Veit
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Der Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt sucht seine Form und begeht dabei sehr seltsame Wege.

Es ist gut, wenn ein Fußball-Bundesligist an seinen Defiziten arbeitet. Eintracht Frankfurt hat davon einige zu bieten, besonders in der Fremde wird dies deutlich. Länderspielpausen eignen sich dann gut dazu, an diesen Defiziten zu arbeiten, um den Rest der Saison möglichst erfolgreich gestalten zu können.

Konzentriertes Training ist eine Möglichkeit, Testspiele eine andere. Auch wenn klar ist, dass die Quadratur des Kreises kaum gelingen wird, wenn mit Hasebe, Inui, Stendera, Chandler, Seferovic, Zambrano und Balayev ein gutes halbes Dutzend Profis mit den unterschiedlichsten Nationalteams rund um den Globus verstreut gegen den Ball tritt und Stammkräfte wie Aigner, Oczipka, Meier und Madlung geschont werden.

Trotz allem hat Eintracht-Trainer Thomas Schaaf den gestrigen Nachmittags-Kick gegen den SV Wehen Wiesbaden zum Geheimspiel erklärt – Berichterstattung unerwünscht, Fotos auch. Immerhin: Im Gegensatz zu den ganz geheimen Tests gegen die Zweitligisten SV Sandhausen und FSV Frankfurt hinter verhängten Zäunen rund um den Platz an der Wintersporthalle durften diesmal Journalisten zuschauen, allerdings nur, um ihr eigenes Interesse zu befriedigen, nicht das ihrer Leser. Und auch für die Gäste wurden die Auflagen gelockert: Im Gegensatz zum FSV, dessen Spieler hatten in Privatwagen anreisen müssen, durfte der Drittligist den Mannschaftsbus zur Reise an den Riederwald nutzen.

Gerüchte, dass die Eintracht in Zukunft auch bei Bundesligaspielen eine Berichterstattung verhindern möchte, sind bisher aus der Luft gegriffen – wobei dies zumindest bei auswärtigen Auftritten seit Wochen sinnvoller erscheint als beim Kick eines zusammengewürfelten Haufens am Riederwald gegen den SV Wehen Wiesbaden.

Dass diese Partie überhaupt über die geplante Distanz stattfinden konnte, hat der Bundesligist unserem Fotografen zu verdanken. Ihm wurde von Pressesprecher Carsten Knoop erklärt, Thomas Schaaf würde die Partie abbrechen, sollte er Fotos schießen. Damit war er noch gut bedient: Einem seiner Kollegen war jüngst sogar mit dem Entzug der Akkreditierung für die Bundesligaspiele gedroht worden.

Unser Sportredakteur Markus Katzenbach hielt – natürlich nur aus privatem Interesse – bis zum Abpfiff durch. Sein Fazit: Der Bundesligist gewann mit 3:2 (2:1), für die Eintracht trafen Valdez (2) und Kittel, für die Gäste Schindler und Benyamina. Schaaf, der von einem ordentlichen Spiel sprach, setzte auch die drei derzeit mittrainierenden jungen Gastspieler ein, von denen Sam Strong bei einem Kopfballduell eine Platzwunde neben dem Auge erlitt, die mit zwei Stichen genäht werden musste.

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