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Der mit dem Ball tanzt: Eintracht-Profi Gelson Fernandes.

SGE

Eintracht Frankfurt: Mit dem Heimspiel gegen Freiburg beginnt die "Mission Europa"

Die Frankfurter Eintracht startet mit einen harten Auftaktprogramm in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga, die heute Abend ihren Spielbetrieb wieder aufnimmt.

Am heutigen Freitag, einen Tag vor dem Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga gegen den SC Freiburg, gibt es im Hause Hasebe etwas zu feiern. 35 Jahre ist der japanische Profi der Frankfurter Eintracht geworden, seinen Geburtstag wird er mit den Kollegen allerdings im Mannschaftshotel an der Konstablerwache verbringen, natürlich ohne mit einem Gläschen auf den Ehrentag anzustoßen.

Auf Alkohol verzichtet der jüngst zum „besten Libero der Liga“ gekürte Makoto Hasebe sowieso, er lebt für den Fußball; sein für einen Profi hohes Alter sieht und merkt man ihm nicht an. Hasebe befindet sich aktuell in der Form seines Lebens, im Augenblick ist er als spielintelligenter Stratege für Eintracht Frankfurt und für die Statik des Spiels weitgehend unverzichtbar.

Eintracht Frankfurt: Hasebe und Abraham in der Innenverteidigung

Am morgigen Samstag, 15.30 Uhr im Frankfurter Stadion, wird „der Hase“ wieder im Zentrum der Abwehr stehen, wird das Spiel lenken, wird Tempo und Rhythmus bestimmen und mit seiner ruhigen Art für Ordnung und Disziplin sorgen. Stopper David Abraham wird wieder an seiner Seite stehen, das dürfte der Frankfurter Hintermannschaft mehr Stabilität verleihen.

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Ob Sebastian Rode nach seiner Rückkehr nach Frankfurt gleich von Anfang an dabei sein wird, will Trainer Adi Hütter vorher nicht verraten, aber natürlich sei der Seppl Rode mit seiner Qualität einer „für die erste Elf“, hat Stürmer Sebastien Haller schon mal gesagt, „er passt perfekt zu uns“. Allerdings hat der mittlerweile 28-Jährige seit eineinhalb Jahren kein Bundesligaspiel mehr bestritten, ihm fehlt es an der erforderlichen Spielpraxis. Andererseits ist der junge Mann aus Alsbach-Hähnlein im Trainingslager in Florida so aufgetreten, als wäre er nie weg gewesen. Und: Spielpraxis erlangt man nur, wenn man irgendwann spielen darf. Mehr spricht aber dafür, dass Dauerläufer Gelson Fernandes, wie gewohnt, beginnen wird, zumal in den letzten Partien seine fußballerischen Defizite nicht weiter negativ ins Gewicht fielen. Jonathan de Guzman dürfte anstelle des noch nicht ganz wieder hergestellten Mijat Gacinovic das Frankfurter Spiel ankurbeln.

Eintracht Frankfurt: Hammerhartes Auftaktprogramm

Für Eintracht Frankfurt, aktuell Sechster, hält der Start in die zweite Saisonhälfte gleich ein hammerhartes Auftaktprogramm  bereit. Im Grunde sind die Hessen praktisch zu einem Sieg über den Sportclub verdammt, wenn sie ihre prima Ausgangsposition nicht gefährden wollen. Denn danach warten echte Brocken: auswärts bei Werder Bremen, zu Hause gegen Borussia Dortmund, bei RB Leipzig, dann kommt Borussia Mönchengladbach in den Stadtwald. Und zwischen den Partien gegen Leipzig und Mönchengladbach müssen die Frankfurter noch in die Kälte, am 14. Februar steigt das K. o.-Spiel in der Europa League gegen Schachtjor Donezk im ukrainischen Charkiw. Es gibt ganz sicher einfachere Aufgaben. Und ein bisschen haben sie was von einer Reifeprüfung.

In der Hinrunde holte die Eintracht aus den ersten fünf Spielen lediglich vier Punkte – und war da schon gehörig unter Druck geraten. Klar: Die Eintracht-Mannschaft aus dem Spätsommer ist nicht zu vergleichen mit der Mannschaft, die jetzt auf dem Rasen derart für Furore sorgt. Damals agierten die Frankfurter noch mit einer Viererkette; viele der Spieler, die jetzt als fixe Leistungsträger gelten, waren seinerzeit noch nicht in Form, Ante Rebic etwa, auch Filip Kostic oder Hasebe waren noch nicht auf dem Level von heute. Und die glorreichen Drei  im Sturm hatte Hütter auch nicht von der kurzen Leine gelassen.

Eintracht Frankfurt: Schwierige Spiele gegen Spitzenteams

Dennoch ist das Programm bis Mitte Februar nicht ohne. Die Spiele gegen die vier Spitzenteams sind keine Selbstgänger, schnell kann man Boden im Rennen um einen internationalen Platz verlieren. Und europäisch will Eintracht Frankfurt auch im nächsten Jahr unterwegs sein, die Spieler haben Blut geleckt, und das Potenzial für einen Rang unter den ersten Sechs der Tabelle steckt allemal in dieser Mannschaft. Komplett chancenlos sind die Hessen eben auch gegen die vermeintlichen ganz Großen nicht. Klar ist aber auch, und es ist nach einer Spielpause immer so: Keiner weiß so recht, woran er ist und wie schnell er zurück in die Spur findet. Insofern trägt die Partie morgen gegen Freiburg auch den Charakter eines Blindfluges.

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In den vergangenen beiden Jahren unter dem damaligen Trainer Niko Kovac holte die Eintracht in der Rückrunde zudem stets weniger Punkte als in der Hinserie, sie war da regelrecht eingebrochen und rettete sich förmlich auf dem Zahnfleisch gehend ins Ziel. Das muss sich in diesem Jahr nicht wiederholen. Hütter und seinem Trainerteam ist es bisher gelungen, die Belastung trotz sechs Auftritten in der Europa League so zu dosieren, dass nennenswerte körperliche Einbrüche ausgeblieben  waren. Zudem hätten seine vorherigen Mannschaften im zweiten Teil der Runden noch zugelegt. Einen langen Atem, so viel dürfte feststehen, wird die Frankfurter Eintracht auf jeden Fall benötigen. So oder so.

von THOMAS KILCHENSTEIN

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