Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: Kein normales Spiel

  • VonPeppi Schmitt
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Eintracht gegen Hertha heute in Frankfurt: Das ist eine Reise in die Vergangenheit. Der gegenseitige Respekt ist groß.

Für Niko Kovac ist das heutige Heimspiel gegen Hertha BSC (15.30 Uhr) „kein normales Spiel.“ Daraus will der Trainer der Frankfurter Eintracht auch gar keinen Hehl machen. „Ich bin in Berlin geboren, habe den Großteil meines Lebens dort verbracht und bin der Hertha immer noch dankbar, dass sie mir den Weg in den Profifußball ermöglicht hat“, sagt der 44 Jahre alte Kroate.

Acht Jahre hat er für die Berliner gespielt und auch heute gibt es noch enge Bindungen. Kovacs Schwiegereltern leben noch in Berlin, „und viele, viele Freunde“. Es ist also etwas Besonderes für ihn gegen die „alte Dame Hertha“ zu spielen. „Ich freue mich wirklich auf dieses Spiel“, sagt er.

Auch weil er seinen ehemaligen Mitspieler und Kumpel Pal Dardai wieder treffen wird. Der Berliner Trainer ist einen ganz ähnlichen Weg gegangen wie der Frankfurter. Beide haben sie internationale Erfahrungen gesammelt als Nationaltrainer. Kovac in Kroatien, Dardai in Ungarn. Auch als Trainertypen sind sie sich ziemlich nahe. Alle Arbeit ist auf ein funktionierendes Kollektiv ausgerichtet, die Mannschaft steht über allem. „Pal ist sehr emotional, wie sich das gehört“, sagt Kovac, „er ist ein Typ wie ich, ein Kämpfer, der alles für sich und seine Mannschaft gibt.“ Die Freundschaft wird beim Spiel freilich eineinhalb Stunden lang ruhen.

Kovac begegnet der aktuellen Euphorie rund um die Eintracht mit einer bemerkenswerten Unaufgeregtheit. Da kommt sehr schnell der Realist zum Vorschein, der weiß, wie eng alles zusammen liegt in der Bundesliga. Die drei Siege in den ersten vier Spielen seien zwar durchaus nicht unverdient gewesen („Wir waren eigentlich in allen Spielen der Punktsieger“) und doch sei es ein „schmaler Grat“ auf dem sich auch die Eintracht bewege. Kovac tritt nicht auf die Euphoriebremse, „weil die Mannschaft fleißig arbeitet“, mahnt aber, „weiter demütig zu sein“. Niemand sollte vergessen, woher der Club gekommen sei, nämlich aus der Relegation. Dieses negative Erlebnis aus der letzten Saison habe die Mannschaft geprägt. „Keiner will da mehr hin, nicht die Spieler, nicht die Trainer, nicht die Fans, nicht der Verein“, zählt er auf, „das gibt uns einen besonderen Kick und verhilft zu erhöhter Konzentration.“

Die aktuelle Stärke sei auch eine „Momentaufnahme“. Fußball, so sagt Kovac, könne manchmal „sehr komisch“ sein. Er bezieht dies auf die Unwägbarkeiten des Spiels, in dem manchmal auch Zufälle entscheiden. So habe er beim Sieg in Ingolstadt auch durchaus Dinge erkannt, „die mir nicht gefallen haben.“ Wichtig sei immer nur, dass die „positiven Dinge überwiegen“. Das sei bei der Eintracht im Moment der Fall. Kovac: „Wir sind nicht so gut, wie man uns jetzt macht. Und wir wären nicht so schlecht gewesen, wenn die Spiele anders ausgegangen wären.“ Es gebe einfach nicht nur „schwarz und weiß“.

Rebic wieder fit

Vor dem Spiel gegen die Berliner hat der Eintracht-Coach großen Respekt, wollte nicht verraten, ob er die Partie ganz forsch oder doch eher vorsichtig angehen will. Er sei da noch in der „Findungsphase“. Personalprobleme gibt es nicht. Ante Rebic hat den Test beim Abschlusstraining bestanden, könnte also spielen. Und es ist zu vermuten, dass der kroatische Nationalspieler auch in der Anfangsformation stehen wird. Makoto Hasebe, nach Aussage des Trainers nach zwei Länderspielen und den dazugehörenden Reisen zwischenzeitlich ein „bisschen müde“, könnte ins Team zurückkehren. Viel mehr Änderungen wird es nicht geben. Neuling Shani Tarashaj wird nicht im Aufgebot stehen, er soll erst einen Trainingsrückstand aufholen. Und Enis Bunjaki fehlt wegen eines Innenbandanrisses im rechten Knie, den er sich beim Training am Mittwoch zugezogen hat.

Enttäuscht sein wird Yanni Regäsel. Der im letzten Winter aus Berlin gekommene Rechtsverteidiger ist derzeit nicht einmal zweite Wahl. Er hat in Ingolstadt nicht dem Aufgebot angehört, er wird auch gegen seinen Heimatverein nur auf der Tribüne sein. An Timmy Chandler kommt er im Moment nicht vorbei. „Und mit Michael Hector und Taleb Tawatha habe ich noch zwei Verteidiger auf der Bank“, erklärt Kovac. „Yanni muss geduldig bleiben.“

Eintracht: Hradecky – Chandler, Abraham, Vallejo, Oczipka – Hasebe, Huszti – Rebic, Fabián, Seferovic – Meier.  

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