Steven Zuber von Eintracht Frankfurt.
+
Steven Zuber von Eintracht Frankfurt.

SGE

Top oder Flop? So lief die Transferphase bei Eintracht Frankfurt wirklich

  • Sascha Mehr
    vonSascha Mehr
    schließen

Die Transferphase ist zu Ende und Eintracht Frankfurt hat einige Kader-Veränderungen vorgenommen. Wir haben das Transfer-Zeugnis der SGE.

  • Eintracht Frankfurt konnte alle Leistungsträger halten.
  • Fredi Bobic bewies Kreativität bei den Neuverpflichtungen.
  • SGE fädelt clevere Deals ein.

Frankfurt - Die lange Transferphase ist vorbei und Eintracht Frankfurt hat kurz vor Schließung des Marktes noch ein paar Veränderungen im Kader vorgenommen. Neben Amin Younes, der für zwei Jahre auf Leihbasis vom SSC Neapel an den Main kommt, haben am letzten Tag noch zwei Profis die SGE verlassen. Felix Wiedwald, die Nummer drei im Tor von Eintracht Frankfurt, zog es in die Niederlande zum FC Emmen, wo er den Kampf um den Platz zwischen den Pfosten annehmen und wieder regelmäßig auf dem Platz stehen will. Ebenfalls nicht mehr bei der SGE ist Simon Falette. Zweitligist Hannover 96 sicherte sich die Dienste des Innenverteidigers, der in der Mannschaft von Trainer Adi Hütter keine Perspektive mehr besaß und nun den Niedersachsen zum Aufstieg in die Bundesliga verhelfen soll.

Eintracht Frankfurt: Kader wurde gezielt verstärkt

Bei Eintracht Frankfurt ging es in der Transferphase darum, den Kader gezielt zu verstärken und Profis von der Gehaltsliste zu bekommen, die keine Perspektive auf viel Einsatzzeit mehr haben. Bei den Abgängen leistete Fredi Bobic ganze Arbeit. Nils Stendera, Dejan Joveljic und Rodrigo Zalazar sind drei Talente, die im gut besetzten Kader von Eintracht Frankfurt nur wenige Möglichkeiten auf Spielpraxis bekommen hätten. Alle drei wurden für eine Saison verliehen, um regelmäßige Einsätze auf hohem Niveau zu erhalten und sich so weiterentwickeln zu können. Joveljic zog es nach Österreich zum Wolfsberger AC, mit dem er sogar an der Europa League teilnimmt. Eine gute Gelegenheit für den jungen Angreifer, sich zu zeigen und viel an Erfahrung zu sammeln. Nils Stendera, der jüngerer Bruder Marc, schloss sich Lok Leipzig in der Regionalliga an und Zalazar schnürt die Schuhe eine Spielzeit lang für den FC St. Pauli in der 2. Bundesliga.

Einen cleveren Deal fädelte Fredi Bobic mit dem FC Schalke 04 ein. Frederik Rönnow, Keeper mit großem Potenzial, aber nur die Nummer zwei bei Eintracht Frankfurt, wurde nach Gelsenkirchen verliehen - ohne Kaufoption. Der Däne kann seine Klasse beim Team von Trainer Manuel Baum zeigen und kommt zur Saison 2020/21 zurück an den Main. Entweder wird er dann bei der SGE die neue Nummer eins, falls Kevin Trapp den Verein verlässt, oder er kann nach guten Leistungen auf Schalke für viel Geld verkauft werden. Der zweite Abgang in Richtung Schalke, Goncalo Paciencia, hatte bei Eintracht Frankfurt seinen Stammplatz verloren und wurde unzufrieden. Mit den Einnahmen aus der Leihe und der anschließenden Kaufpflicht in Höhe von zehn Mio. Euro macht die SGE einen enormen Gewinn mit dem Portugiesen.

Neben den Leihen schaffte es Fredi Bobic, mit Simon Falette (Hannover 96), Felix Wiedwald (Emmen), Lucas Torro (Osasuna) drei Spieler abzugeben, die keine Zukunft mehr bei Eintracht Frankfurt hatten. Mijat Gacinovic, dessen Entwicklung stockte und der einen Neuanfang bei einem anderen Verein wollte, gab er an die TSG Hoffenheim ab und bekam mit Steven Zuber einen hervorragenden Gegenwert. Die größte Leistung von Bobic war aber, dass er es schaffte, alle Leistungsträger zu halten. Trainer Hütter brachen also keine wichtigen Stützen weg - anders als im Jahr zuvor.

Eintracht Frankfurt: Kreativität bei den Neuverpflichtungen

Bei den Neuzugängen Steven Zuber, Ajdin Hrustic, Ragnar Ache, Markus Schubert und Amin Younes bewies Eintracht Frankfurt Kreativität. Ache, Schubert und Hrustic habe viel Entwicklungspotenzial und sind eine Investition in die Zukunft. Zuber kann ein starker Back-Up für Kostic sein, aber auch auf der rechten Außenbahn für Wirbel sorgen. Amin Younes ist eine Wundertüte, bei der abzuwarten ist, ob er bei der SGE funktioniert und an seine alte Leistungsstärke anknüpfen kann. Seine Verpflichtung stellt aber kein finanzielles Risiko dar, weshalb Eintracht Frankfurt bei dem Deal eigentlich nur gewinnen kann.

Einziger Wermutstropfen ist die personelle Lage im Angriff. Neben dem gesetzten Duo Andre Silva und Bas Dost fehlt ein Stürmer, der problemlos einspringen kann, sollte sich einer der beiden verletzten, gesperrt sein oder einfach mal eine Pause benötigen. Ragnar Ache hat zwar großes Potenzial, wird aber eine gewisse Eingewöhnungszeit brauchen und sich erst einmal an das Tempo in der Bundesliga gewöhnen müssen. Hier wurde es verpasst, einen Back-Up zu verpflichten. Insgesamt hat Eintracht Frankfurt aber eine überzeugende Transferphase hinter sich und ist gerüstet für einen Angriff auf die internationalen Plätze in der Bundesliga. (smr)

Unterdessen sind bei Eintracht Frankfurt weiterhin drei Spieler im Kader, die ohne Perspektive sind. Der Transfermarkt ist geschlossen, vertragslose Spieler können aber noch verpflichtet werden. Schlägt Eintracht Frankfurt zu?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare