Luka Jovic soll die Eintracht wieder Richtung Europa schießen.
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Luka Jovic soll die Eintracht wieder Richtung Europa schießen.

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Luka Jovic zurück bei Eintracht Frankfurt – das Wagnis mit Signalwirkung

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Eintracht Frankfurt hat den Nachfolger von Bas Dost gefunden. Die Erwartungen an Rückkehrer Luka Jovic sind hoch. Ein Kommentar.

Der Adler kreißte und gebar ... einen Luka Jovic. Der verlorene Sohn kehrt an den Main zurück. Am heutigen Donnerstag wird der Vertrag zwischen Eintracht Frankfurt und dem Serben wohl unterzeichnet, und plötzlich herrscht am Main fast schon wieder so etwas wie Euphorie. Das Aus im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen ist abgehakt, die teilweise recht bescheidenen Leistungen der Bundesliga-Hinrunde sowieso nach nunmehr drei Siegen in Folge, und über Bas Dost redet niemand mehr.

Luka Jovic kommt als Nachfolger von Bas Dost zur Eintracht

Einiges spricht dafür, dass der Deal zwischen Real Madrid und Eintracht Frankfurt schon vor dem Abgang von Bas Dost zum FC Brügge angedacht und geplant war. Man hätte den Holländer sicher nicht für ein weiteres Nachwuchstalent ziehen lassen. Zu groß wäre die Gefahr gewesen, bei einem Ausfall von Andre Silva ganz ohne routinierten Erstligakicker im Sturm dazustehen. Zumindest die Signale aus Spanien müssen schon seit einiger Zeit dagewesen sein. Die auch von Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic („Normalerweise bin ich gar kein so großer Freund von Rückholaktionen“) befeuerten Gerüchte um einen Wechsel des Bayern-Nachwuchskickers Joshua Zirkzee an den Main dürften den Verantwortlichen nicht Unrecht gewesen sein – lenkten sie doch zumindest in der Öffentlichkeit ein wenig vom wahren Vorhaben ab. Die viel zitierte „A-Lösung“ war Zirkzee ganz sicher nie.

Eintracht Frankfurt holt Luka Jovic zurück: Ein mutiger Schritt

Mit der Verpflichtung von Luka Jovic also geht Eintracht Frankfurt den mutigen Weg. Der Vertrag mit dem Serben ist riskant, auch wenn sich dem Vernehmen nach zumindest finanziell die Risiken in Grenzen halten. Luka Jovic hat einst bei der Eintracht im Verbund mit Ante Rebic, Sebastian Haller und Kevin Prince Boateng bestens funktioniert. Nur sind die Mitspieler von einst zum großen Teil längst bei anderen Klubs tätig, und der junge Stürmer hat seit seinem Wechsel zu Real Madrid im Sommer 2019 kaum Spielpraxis sammeln können. Von seinen Eskapaden neben dem Platz ganz abgesehen.

Eintracht Frankfurt braucht einen Spieler, der sofort funktioniert

Trotzdem sollte er bei Eintracht Frankfurt möglichst sofort eine Verstärkung sein – und im Idealfall nicht nur an der Seite vom gesetzten Andre Silva spielen, sondern den Portugiesen im Notfall sogar ersetzen können. Es bleibt abzuwarten, ob das wirklich funktioniert. Skepsis ist durchaus angebracht, und viel Zeit, sich zu akklimatisieren, hat Jovic in dem halben Jahr seines Vertrages nicht. Eine Verpflichtung über den Sommer hinaus erscheint sowieso recht illusorisch.

Luka Jovic: Die Verpflichtung ist ein Signal

Eintracht Frankfurt ist trotz dieser Unwägbarkeiten das Wagnis eingegangen. Sicher auch, weil man gesehen hat, dass man durch die jüngsten Erfolge in der Bundesliga in dieser Saison mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird. Also bläst man jetzt zum Angriff auf Europa. Das ist gut, das ist mutig, und es ist eine klare Ansage an die Anhänger des Vereins, die noch immer von der Reise durch Europa träumen.

Die Verpflichtung von Luka Jovic ist eine mit Signalwirkung. Ein Deal, der Mut beweist. Schade nur, dass das von den Fans allenfalls im Netz gefeiert werden kann. Bis die nämlich wieder ins Stadion können, dürfte Jovic in Frankfurt schon wieder Vergangenheit sein – es sei denn, Fredi Bobic überrascht erneut. Ausgeschlossen ist das nicht, wie man immer wieder sehen kann. (Stefan Krieger)

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