Oliver Glasner, Trainer von Eintracht Frankfurt.
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Oliver Glasner, Trainer von Eintracht Frankfurt.

SGE

Eintracht verzockt sich bei Transfers - Mehrere Neuzugänge enttäuschen völlig

Eintracht Frankfurt hat gegen Hertha BSC einen schweren Rückschlag erlitten. Ist die Transferpolitik ein Grund für die schwache Saison?

Frankfurt - Eintracht Frankfurt erlebte im Heimspiel gegen Hertha BSC eine weitere bittere Enttäuschung - und dabei schien die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner nach den Siegen bei Royal Antwerpen und dem Sensations-Coup beim FC Bayern München endlich auf dem richtigen Weg zu sein. Die Partie gegen den Hauptstadtklub ließ aber alles vermissen: Selbstbewusstsein, Wille, Kreativität, Durchschlagskraft, einfach alles. So wird es schwer für die SGE, sich aus der unteren Tabellenhälfte nach oben zu kämpfen.

Die Mannschaft von Eintracht Frankfurt harmoniert noch nicht gut zusammen und die von Sportvorstand Markus Krösche geholten Neuzugänge sind bislang überhaupt kein Faktor. Jesper Lindström, mit 7,5 Millionen Euro der teuerste Neuzugang, hat keine einzige Torbeteiligung vorzuweisen - weder in der Bundesliga, noch in der Europa League. Der Däne bemüht sich, arbeitet für die Mannschaft, läuft viel, doch es kommt einfach zu wenig bei ihm rum. Der 21-Jährige hat Anpassungsschwierigkeiten an die Bundesliga und gerade sein schmächtiger Körper ist eine große Schwachstelle bei ihm.

Eintracht Frankfurt: Sam Lammers noch keine Verstärkung

Ähnlich schwach präsentiert sich Sam Lammers, der von Atalanta Bergamo ausgeliehen wurde und im Sturm für die nötige Gefahr sorgen soll. Er erzielte zwar zwei Treffer, hängt aber ansonsten die meiste Zeit völlig in der Luft und hat zahlreiche Ballverluste zu verantworten. Von ihm muss deutlich mehr kommen, damit er endlich die erhoffte Verstärkung in vorderster Front ist. Mit seinen gezeigten Leistungen hat er jedenfalls keine Werbung in eigener Sache für eine feste Verpflichtung der SGE gemacht.

Etwas stärker treten Jens Petter Hauge und Rafael Borre auf. Der Norweger Hauge traf in den ersten drei Spielen zweimal, ist seitdem aber etwas abgetaucht. Er hat herausragende technische Fähigkeiten, zeigt diese aber viel zu selten. Borre arbeitet viel und müht sich in jeder Partie, er kann aber die hohen Erwartungen an ihn noch nicht bestätigen. Der Kolumbianer ist aber noch der auffälligste Neuzugang von Eintracht Frankfurt.

Christopher Lenz, den Eintracht Frankfurt von Union Berlin an den Main lotste, war in den ersten Spielen ein Mitläufer und ist mittlerweile seit mehreren Wochen verletzt. Er konnte bei der SGE in keinster Weise an seine Leistungen bei den „Eisernen“ anknüpfen und ist kein Faktor im Spiel von Eintracht Frankfurt. Bei ihm besteht die Hoffnung, dass er sich nach seiner Verletzung besser präsentiert und einen zweiten Anlauf nimmt, um der Mannschaft zu helfen.

Eintracht Frankfurt: Fabio Blanco vor Abschied?

Die größte Enttäuschung ist sicherlich Fabio Blanco. Das Top-Talent, im Sommer vom FC Valencia geholt, spielt nur in der U19 von Eintracht Frankfurt und hat bei Trainer Oliver Glasner nicht den Hauch einer Chance. Im Gespräch ist ein möglicher Abschied im Winter, denn der 17-Jährige benötigt Spielpraxis, die er bei der SGE derzeit nicht bekommt. Der FC Barcelona soll großes Interesse an einer Leihe zeigen. Abgeneigt dürfte Fabio Blanco ganz sicher nicht zu sein von einem Wechsel zurück in die spanische Heimat.

„Die Jungs haben alle großes Potenzial, aber das alleine reicht auf Dauer nicht. Sie müssen es auch immer wieder auf den Platz bringen. Der Entwicklungsprozess muss schneller gehen“, sagte Markus Krösche zur Bild-Zeitung. „Für die jungen Spieler wäre der Anpassungsprozess einfacher, wenn wir als Mannschaft besser funktionieren würden. Dann könnten sie leichter in die Bundesliga reinwachsen, weil sie jemanden haben, an dem sie sich orientieren können“ so der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt weiter. (smr)

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