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Eintracht Frankfurt: Spanische Presse stänkert nach Jovic-Comeback gegen Zinedine Zidane

  • Melanie Gottschalk
    vonMelanie Gottschalk
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In eineinhalb Jahren schoss Luka Jovic für Real Madrid zwei Tore – genauso viele wie für Eintracht Frankfurt in knapp 30 Minuten. Das gefällt der spanischen Presse nur bedingt.

  • Stürmer Luka Jovic erzielt nach seiner Rückkehr an den Main zwei Tore für Eintracht Frankfurt.
  • Seit Sommer 2019 hat Jovic genauso viele Tore für Real Madrid erzielt – in 32 Spielen.
  • Die spanische Presse ätzt deshalb gegen Zinedine Zidane, den Trainer der Königlichen.

Frankfurt – Eintracht Frankfurt und Sportvorstand Fredi Bobic warteten direkt zu Jahresbeginn mit einer Nachricht auf, die viele Fans freute: Stürmer Luka Jovic kehrt auf Leihbasis zurück zu Eintracht Frankfurt. Der 23 Jahre alte Serbe war im Sommer 2019 für die Rekordablöse von 60 Millionen Euro von der Eintracht zu Real Madrid gewechselt. Dort konnte er aber bisher noch nicht Fuß fassen.

Eintracht Frankfurt wird wieder bei Real Madrid fündig

Nach dem Abgang von Stürmer Bas Dost zum belgischen Erstligisten Club Brügge war Eintracht Frankfurt auf der Suche nach einem Ersatz. Fündig wurde Bobic bei Real Madrid. Das war nicht das erste Mal, die SGE unterhält schon seit vielen Jahren ein gutes Verhältnis zu den Königlichen.

NameLuka Jovic
VereinEintracht Frankfurt
PositionStürmer
Größe1,82 Meter
Gewicht85 Kilogramm
Fußbeidfüßig

Die Freude über die Rückkehr von Luka Jovic zu Eintracht Frankfurt war bei den meisten groß, einige reagierten erst einmal abwartend, schließlich hatte Jovic in Madrid so gut wie keine Rolle gespielt und entsprechend wenig Spielpraxis. Im Spiel gegen den FC Schalke 04 saß er dann bereits auf der Bank bei der SGE, obwohl der Deal erst unter der Woche zustande gekommen war.

Nach dem starken Comeback von Luka Jovic bei Eintracht Frankfurt stänkert die spanische Presse gegen Real-Coach Zinedine Zidane. (Archivfoto)

Eintracht Frankfurt: Luka Jovic und Filip Kostic legen hollywoodtaugliche Performance ab

Eintracht-Trainer Adi Hütter hatte den Fans bereits vor dem Spiel Hoffnung gemacht, dass er ein paar Minuten Spielzeit bekommen könnte. 28 Minuten vor Schluss kam er dann rein – und traf direkt doppelt. Um es hollywoodtauglich zu machen, legte beide Tore Filip Kostic vor. Die Freude über diese Kombination und über die zwei Tore des Rückkehrers waren natürlich groß. In Spanien stieß dieses sensationelle Comeback allerdings auf Kritik, und zwar an Real-Trainer Zinedine Zidan.

Die spanische Presse wirft dem ehemaligen Nationalspieler Defizite im Umgang mit dem 23 Jahre alten Jovic vor. „Die Situation rund um Luka Jovic lässt einen Eindruck entstehen, der für Zidane nicht sonderlich gut ist. Aus irgendeinem Grund mag Zidane junge Spieler nicht sonderlich und zieht die alte Garde vor“, schrieb die spanische Zeitung „Marca“ laut „Sportbuzzer“ und nannte als Beleg neben Jovic auch Marin Ödegaard, der „als Star von Real Sociedad zurückgekehrt“ sei und bei Real „verschwand“.

Spanische Presse kritisiert Zinedine Zidan nach Jovics Traum-Comeback bei der SGE

Die Leihe von Jovic zu Eintracht Frankfurt kann die „Marca“ nachvollziehen: „Es wäre falsch, Real dieses Leihgeschäft vorzuwerfen, da er im weiteren Verlauf der Saison ohnehin nicht viel gespielt hätte. Was man aber kritisieren kann, ist die Art und Weise, wie der Stürmer bei Real Madrid behandelt wurde. Die beiden Tore gegen Schalke haben verdeutlicht, dass er kein schlechter Stürmer ist. Zinedine Zidane hätte mehr machen müssen, aber auch Jovic hätte mehr machen müssen.“

Luka Jovic hatte seit seinem Wechsel immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Sein Quarantäne-Bruch zu Beginn der Corona-Krise hatte in seiner Heimat Serbien gar eine kleine Staatskrise ausgelöst. Dennoch bilanziert die „Marca“: „Real Madrid wird jetzt von einigen Beobachtern ausgelacht.“ Und weiter: „Jovic‘ Tore bei Eintracht Frankfurt sollten bejubelt werden und die Fans sollten hoffen, dass er im Sommer als kompletterer Spieler und mit mehr Selbstvertrauen zurückkommt. Dann braucht er allerdings Zuneigung, Rückendeckung und Einsatzminuten.“ 

Real Madrid: Mangelndes Vertrauen in Luka Jovic?

Die spanische Zeitung „AS“ ist derselben Meinung wie die „Marca“: „Zählt man die Spiele von Jovic in der Nationalmannschaft mit, hat Jovic in seinen vergangenen vier Partien fünf Tore erzielt und zwei Treffer vorbereitet – keine dieser Aktionen war im Trikot von Real Madrid. Ein Madrid, das derzeit einfach nicht genug Tore erzielt.“ Das Blatt warf Zinedine Zidane „mangelndes Vertrauen“ in Stürmer Jovic vor. (Melanie Gottschalk)

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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