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Fans von Eintracht Frankfurt verfolgen beim Public Viewing in der Commerzbank Arena das Spiel ihrer Mannschaft beim FC Chelsea. Die Eintracht hat das Spiel mit 3:4 nach Elfmeterschießen verloren.

Gute Stimmung in der Commerzbank Arena

Nach Elfer-Schock: 11.000 Fans feiern Eintracht Frankfurt beim Publik Viewing

Wechselbad der Gefühle in der Commerzbank Arena: Dort haben 11.000 Fans von Eintracht Frankfurt mit der SGE mitgefiebert. Nach der ersten Enttäuschung feiern die Zuschauer die Leistung ihres Teams in der Europa League.

Frankfurt - Totenstille, dann längerer Applaus: Den dramatisch geplatzen Finaltraum ihrer Mannschaft haben rund 11.000  Fans von Eintracht Frankfurt als Wechselbad der Gefühle erlebt. Um 23.47 Uhr am späten Donnerstagabend schlugen viele Anhänger entsetzt und enttäuscht die Hände vors Gesicht: Mit dem 3:4 (1:1, 1:1, 0:1) im Elfmeterschießen bei Favorit FC Chelsea endete für die Frankfurter Pokalsieger der Halbfinal-Krimi in der Europa League. Und damit auch der lange gehegte Traum vom Finale in Baku.

"Der Fußballgott muss Engländer sein", klagte ein Fan nach dem Spiel auch mit Blick auf den Ausgang der beiden Champions-League-Halbfinals an den beiden Vortagen. Sowohl in der Königsklasse (FC Liverpool,  Tottenham Hotspur) als auch in der Europa League (Chelsea, FC  Arsenal) werden nun zwei englische Teams den Titel im Finale unter sich ausmachen.

Stimmung kaum von normalem Heimspiel der SGE zu unterscheiden

Während die Eintracht über 600 Kilometer westlich in London antrat, fieberten die daheimgebliebenen Anhänger zuhause in der Arena mit. Weil nur 2235 Eintracht-Fans eine Karte für die Partie in der englischen Hauptstadt bekamen, wurde das Public Viewing trotz der kühlen Witterung für viele Daheimgebliebene zur echten Alternative. Tickets kosteten 10 Euro inklusive Fahrt im öffentlichen Nahverkehr. Bei der vom Radiosender hr3 organisierten Veranstaltung rollte zwar kein Ball im Stadion, dafür war das Spiel auf einer über 140 Quadratmeter großen LED-Wand zu sehen.

Die Stimmung war von einem normalen Heimspiel der Frankfurter kaum zu unterscheiden. Davon konnte sich auch Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic ein Bild machen. Während der Liveübertragung auf RTL schaltete der Fernsehsender vor dem Spiel kurzerhand von London in die Commerzbank Arena und ließ Bobic die Unterstützung in der Heimat bestaunen. "Feiert und leidet mit, gebt Gas und habt viel Spaß", gab Bobic den Fans mit auf den Weg.

Gesänge der Eintracht-Fans an der Stamford Bridge sind gut zu hören

Und das taten sie. Die Gesänge der Eintracht-Fans an der Stamford Bridge waren auch beim Public Viewing gut zu hören. So stimmten die Frankfurter Fans in der Heimat einfach mit ein. Nur das Führungstor von Chelsea (28. Minute) ließ die Commerzbank Arena für einige Zeit verstummen. "Was wir brauchen, ist ein Tor und wir brauchen euch", rief Event-Moderator Tobi Kämmerer dem Publikum zur Halbzeit zu. Kurz nach Wiederanpfiff folgte dann tatsächlich der Treffer von Eintracht-Juwel Luka Jovic zum zwischenzeitlichen 1:1 - und die Fans waren wieder voll da.

Fans von Eintracht Frankfurt fiebern mit ihrer Mannschaft mit.

Nach einer nervenaufreibenden Verlängerung machte erst der Elfmeter-Krimi alle Träume vom ersten internationalen Finale seit 39 Jahren zunichte. Viele Anhänger traten schnell und enttäuscht den Heimweg an. Einige konnten schon wieder lächeln und freuten sich über die trotz allem beeindruckende Europa-League-Saison ihrer Eintracht.

Eintracht Frankfurt kann gegen Mainz auf Fans setzen

Eigentlich sollte das Event für die Frankfurter ein gutes Omen sein: Beim letzten Public Viewing in der Commerzbank Arena zum Auftakt der Europa-League-Gruppenphase bei Olympique Marseille im vergangenen September gewannen die Frankfurter mit 2:1. Danach war die Eintracht trotz starker Gegner in der Europa League nicht mehr zu stoppen - bis zu diesem Donnerstag.

Einige Fans werden schon am Sonntag (18 Uhr/Sky) wieder in die Arena zurückkehren, wenn die Eintracht am vorletzten Liga-Spieltag gegen Mainz 05 antreten muss. Die Frankfurter kämpfen noch um den erstmaligen Einzug in die Champions League in der nächsten Saison. Aber auch das erneute Erreichen der Europa League wäre für die Hessen ein großer Erfolg.

Martin Hinteregger: "Schade, dass es nicht nach Baku gegangen ist"

Der von Augsburg ausgeliehene Verteidiger Martin Hinteregger hat offenbar Lust auf mehr bekommen und bilanzierte in einem Interview mit DAZN: "Es war ein großes Highlight, jedes Spiel. Schade, dass es nicht nach Baku gegangen ist. Vielleicht ist es ja nächstes Jahr soweit." (dpa)

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