Eintracht Frankfurt
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Beim Testspiel von Eintracht Frankfurt gegen Saint Étienne dürfen doch nicht 10.000 Zuschauer ins Stadion. (Archivbild)

Corona

Zuschauerfrage: Eintracht Frankfurt plant rechtliche Schritte – Scharfe Kritik am Vorgehen der Politik

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Harte Entscheidung des Sozialministeriums: Wegen Corona dürfen beim Spiel Eintracht Frankfurt gegen St. Étienne nicht so viele Menschen ins Stadion wie geplant.

Update vom Dienstag, 27.07.2021, 8.59 Uhr: Eintracht Frankfurts Justiziar Philipp Reschke hat im Streit um die Zuschauerfrage die Politik scharf kritisiert und zu einem Umdenken aufgefordert. „Es ist unklar und nicht schlüssig begründbar, weshalb man die 35 gewählt hat. Das ist kein haltbarer Weg mehr“, sagte Reschke in einer Medienrunde am Montag. Bisher war der Verein davon ausgegangen, 10 000 Fans, davon die Hälfte geimpft oder genesen, zulassen zu können.

Das wurde nun untersagt, weshalb der Fußball-Bundesligist vor Gericht ziehen will. Der Ansatz sei überholt, stellte Reschke mit Bezug auf die immer höhere Anzahl von Impfungen klar. „Das ist, wenn man so will, Pandemie 2020. Aber Pandemie 2021 muss anders funktionieren.“ Die Eintracht will bis zum Spiel am Samstag eine Entscheidung beim Verwaltungsgericht erwirken (siehe Update vom Montag, 21.07.2021, 19.25 Uhr).

Eintracht Frankfurt plant rechtliche Schritte gegen harte Entscheidung des Sozialministeriums

Update vom Montag, 26.07.2021, 19.25 Uhr: Eintracht Frankfurt will gerichtlich um die Zulassung von 10.000 Zuschauern beim letzten Testspiel gegen AS Saint Étienne kämpfen. Das bestätigte nun auch der Verein der Deutschen Presse-Agentur. Der Fußball-Bundesligist prüfe demnach seine juristischen Möglichkeiten.

„Wir halten es für schwer darstellbar, dass eine Absprache mit dem Gesundheitsamt fünf Tage später einkassiert wird. Es bestärkt uns in der Vorgehensweise, für eine rechtliche Klärung zu sorgen“, sagte Eintracht-Justiziar Philipp Reschke am Montag. „Sobald uns der Bescheid vorliegt, werden wir ihn prüfen. Dann ist es unser Plan, dagegen den einstweiligen Rechtsschutz zu beantragen.“

Debatte um Zuschauerzahl: Eintracht Frankfurt will vor Gericht ziehen

Der Verein will eine einstweilige Verfügung vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt beantragen, über ein Eilverfahren soll noch vor Samstag über die Zuschauerfrage entschieden werden. Die Kopplung eines Inzidenzwerts an die Zulassung einer bestimmten Anzahl von Zuschauern „halten wir insgesamt für nicht begründbar, sachlich und rechtlich nicht gerechtfertigt“, sagte der Jurist Reschke.

Update vom Montag, 26.07.2021, 16.08 Uhr: Sportreporter Carsten Schellhorn gab am Montagnachmittag (26.07.2021) auf Twitter bekannt, dass Eintracht Frankfurt eine einstweilige Verfügung gegen die Entscheidung vorbereite, sobald das Schreiben zur Beschränkung der Zuschauer der SGE vorliege. Diese gehe dann zeitnah raus.

Erstmeldung vom Montag, 26.07.2021, 11.41 Uhr: Frankfurt – Beim Testspiel von Eintracht Frankfurt gegen Saint Étienne dürfen offenbar doch nicht so viele Menschen in den Deutsche Bank Park wie ursprünglich geplant. Eine Corona-Entscheidung des Hessischen Sozialministeriums dürfte bei der SGE und den Fans für Verwirrung sorgen.

Zunächst teilte Eintracht Frankfurt mit, dass der Verein für das Freundschaftsspiel am 31. Juli gegen AS Saint Étienne mit bis zu 10.000 Zuschauern planen könne. Eine entsprechende Genehmigung sei vom zuständigen Gesundheitsamt am Freitag (23.07.2021) erteilt worden, hieß es vom Bundesligisten.

Corona in Frankfurt: Sozialministerium macht Eintracht Frankfurt Strich durch die Rechnung

Als einen „ersten guten Kompromiss in die richtige Richtung, um die alleinige Abhängigkeit zulässiger Maximalkapazitäten von zu starren oder zu wenig aussagekräftigen Inzidenzwerten etwas aufzubrechen“, bezeichnete Eintracht Frankfurts Justiziar Philipp Reschke die damalige Genehmigung.

10.000 Zuschauer? Was in normalen Zeiten kaum beeindruckend ist, wirkt seit der Corona-Pandemie wie ein absolutes Highlight. Am Sonntag (25.07.2021) folgte dann jedoch eine Klarstellung des Sozialministeriums: „Demnach ist es derzeit möglich bei einer 7-Tage-Inzidenz unter 35 bis zu 50% der Zuschauerkapazität zu nutzen; maximal bis zu 25.000 Zuschauenden.“

Wird die 7-Tage-Inzidenz von 35 allerdings überschritten, liegt die Höchstgrenze bei 5.000 Zuschauern. In Frankfurt lag die Corona-Inzidenz am Montag (26.07.2021) bei 36,7. Am Vortag hatte der Wert noch 38,1 betrogen.

Eintracht Frankfurt gegen Saint Étienne: Strenge Corona-Klarstellung

„Bei der Auslegung der Leitlinien hat sich gezeigt, dass es folgender Klarstellung bedarf: Bei den 5.000 handelt es sich um die maximale Zahl Zuschauender“, hieß es vom Sozialministerium. Eine Ausweitung im Sinne von „5.000 + Geimpfte und Genesene“ sei nicht vorgesehen.

„Die Begrenzung auf 5.000 Personen entspricht dem Leitgedanken des Beschlusses, dass Öffnungsschritte besonnen und immer mit Blick auf die aktuelle Entwicklung des Pandemiegeschehen ermöglicht werden sollen“, so das Ministerium. Eine Veränderung der für die Genehmigung großer Sportveranstaltungen gültigen Grenzwerte im Rahmen der Diskussion um die stärkere Berücksichtigung des Corona-Impffortschrittes und der Auslastung von Krankenhäusern bleibe abzuwarten.

Doch keine 10.000 Fans bei Testspiel: Eintracht Frankfurt bisher ohne Statement

Eintracht Frankfurt hat sich bisher nicht zur Corona-Klarstellung geäußert. Der „Kicker“ will erfahren haben, dass die Verantwortlichen darüber nachdenken, den Klageweg zu beschreiten. Wie es mit dem Freundschaftsspiel weitergeht, ist noch unklar. Komplett verzichten müssen Fans auf ihren Verein aber nicht. „Wer es nicht in den Stadtwald schafft, bleibt nichtsdestotrotz mit der Übertragung via EintrachtTV, mainaqila, YouTube und Facebook auf Ballhöhe!“, heißt es auf der Webseite der SGE. (Tim Vincent Dicke)

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