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Eintracht Frankfurt leistet Nachbarschaftshilfe – ausgerechnet dem Rivalen Mainz 05

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Durchaus nicht alltäglich: Der Wechsel eines Spielers von Eintracht Frankfurt zu Mainz 05. Noch ungewöhnlicher, wenn es wie mit Da Costa und Kohr gleich zwei sind.

  • Mainz 05 plagen in der Bundesliga Abstiegssorgen.
  • Jetzt haben sich die Mainzer verstärkt: Ausgerechnet vom Rivalen Eintracht Frankfurt zieht es zwei Spieler an den Rhein.
  • Danny da Costa und Dominik Kohr sehen den Wechsel entspannt.

Frankfurt/Mainz – Danny da Costa ist in Frankfurt nicht irgendwer. Immerhin hat der 27 Jahre alte Außenverteidiger mit Eintracht Frankfurt im Sommer 2018 den nicht ganz unbedeutenden Titel des DFB-Pokalsiegers geholt. Und mit einer Vorlage auf Ante Rebic nicht unerheblich dazu beigetragen, dass den Hessen der Triumph gegen Bayern München im Endspiel von Berlin geglückt war. Dass da Costa außerdem noch mit der Tochter der Eintracht-Ikone Uwe Bein verheiratet ist, spielt da schon fast keine Rolle mehr.

Nachdem es in letzter Zeit für Danny da Costa aber auf dem Platz mit Eintracht Frankfurt nicht mehr so gelaufen war, hatte man sich dazu entschlossen, dem gebürtigen Neusser die Möglichkeit zu geben, bei einem anderen Verein wieder Fuß zu fassen. Leihweise natürlich, wie das in der Winterpause und besonders zu Corona-Zeiten inzwischen fast normal ist. Und weil es nicht so weit weg von Frankfurt ist, zog es da Costa also nach Mainz, zum Nachbarn vom Rhein. Seinen Mannschaftskameraden Dominik Kohr zog es gleich mit.

Eintracht-Leihspieler: Danny da Costa.

Danny da Costa und Dominik Kohr fürchten kein böses Blut

Fußball ist halt doch zu einem nicht unerhebliche Teil Geschäft, und Sentimentalitäten sind was für Romantiker und Fans. Was ja meist deckungsgleich ist.

Als Frankfurter den Rivalen aus Mainz vor dem Abstieg retten – trotz der ungewöhnlichen Nachbarschaftshilfe fürchten Danny da Costa und Dominik Kohr kein böses Blut im Rhein-Main-Gebiet. „In Frankfurt hat uns den Schritt niemand übel genommen, so wie ich das bisher wahrgenommen habe“, sagte Flügelspieler da Costa: „Und auch wenn ich die Reaktionen der Mainzer sehe, freut man sich eher, dass wir hier sind.“ Beim 3:2 am Samstag gegen RB Leipzig kamen beide bereits zum Einsatz und hatten großen Anteil am ersten Heimsieg der Rheinhessen. Beide waren jeweils an einem Tor gegen Leipzig beteiligt. Sowas nennt man dann ganz gerne „Einstand nach Maß“

Eintracht Frankfurt verleiht Kohr und da Costa zunächst bis Saisonende

„Aufgrund der Nähe der beiden Vereine ist das schon eine besondere Konstellation“, führte da Costa aus, betonte jedoch: „Ich denke, dass wir uns mit diesem Schritt im Rhein-Main-Gebiet nicht unbeliebt gemacht haben.“ Für Kohr ist die Situation sogar „angenehm“, da er nicht umziehen muss.

Ebenfalls Eintracht-Leihspieler: Dominik Kohr.

Auch wenn das Gastspiel der beiden Kicker erst einmal auf ein paar Monate begrenzt ist, sind die jetzt ehemaligen Frankfurter bereits voll auf ihren neuen Arbeitgeber fokussiert. „Ich finde schon, dass es sehr schnell geht, dieses Wir-Gefühl zu entwickeln“, sagte da Costa und versprach: „Wir werden alles, was wir haben, daransetzen, dass wir mit Mainz 05 in der Liga bleiben.“ Und auch Kohr verdeutlichte: „Bis jetzt bin ich noch nie abgestiegen, das möchte ich auch so beibehalten.“

Sollte dies klappen, und die Mainzer am Ende der Saison die Klasse halten, ist ein dauerhaftes Engagement der Eintracht-Leihgaben beim Nachbarn nicht ausgeschlossen. Voraussetzung ist, dass sie in Mainz weiterhin überzeugen. Etwas, was ihnen in Frankfurt zuletzt nicht mehr geglückt war. (Stefan Krieger)

Rubriklistenbild: © Hasan Bratic

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