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Die Eintracht ist auf dem Weg in die Champions League

SGE

Mit diesen Fans, dieser Euphorie und diesen Spielern gehört die Eintracht in die Champions League

Nicht immer bringt das meiste Geld auch den größten Erfolg. Pokalsieger Frankfurt schreibt gerade ohne Multi-Millionen-Transfers an seiner Erfolgsgeschichte. Die Aussichten für die kommenden Wochen sind prächtig.

Update, 3. Mai, 14.10 Uhr: Eintracht Frankfurt hat gleich zwei Chancen auf die Champions-League-Teilnahme. Im Halbfinale der Europa League glaubt die SGE gegen den FC Chelsea an die Sensation. In der Bundesliga ist das Rennen um Platz vier weiter spannend. Einige Mannschaften können der Eintracht noch gefährlich werden.

Erstmeldung: Frankfurt - Eintracht Frankfurts rasanter Aufstieg vom als Absteiger gehandelten Club zum seriösen Champions-League-Anwärter spiegelte sich in einer Szene. Als der im Sommer von Experten und Anhängern noch verspottete Filip Kostic gegen seinen Ex-Verein VfB Stuttgart das Feld verließ, gab es für den Matchwinner donnernden Applaus und stehende Ovationen von 51 500 Fans. "Der Applaus, der losgebrochen ist, als er ausgewechselt wurde, spricht Bände", sagte Trainer Adi Hütter, der Kostic als Vorzeigeprofi beschrieb und noch einmal anprangerte, in "welche Schublade" man ihn im vergangenen August bei seiner Verpflichtung schon gesteckt habe.

Eintracht Frankfurt: Kostic als Symbol für ausgezeichnete Transferpolitik

Der Doppeltorschütze aus Serbien, der mit dem Hamburger SV und dem VfB in den vergangenen Jahren abstieg, ist plötzlich nicht mehr das Symbol für sportlichen Niedergang in der Bundesliga. Sondern für eine erstklassige Transferpolitik des deutschen Pokalsiegers - und ein kleines modernes Fußball-Märchen, das schon bald in Duellen mit Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo bei der erstmaligen Teilnahme in der Königsklasse gipfeln könnte.

"Die Träumerei geht sicherlich weiter", stellte der eher nüchtern angehauchte Hütter nach dem souveränen 3:0 gegen Stuttgart fest. Die Zahlen und Fakten geben Spielern und Anhängern in ihren Träumen recht: Die Eintracht ist in 14 Pflichtspielen 2019 ungeschlagen, steht nach dem fünften Liga-Sieg in Serie plötzlich auf Champions-League-Rang vier und hat auch in der heiß geliebten Europa League vor dem Viertelfinale gegen Benfica Lissabon (11./18. April) Chancen auf den ganz großen internationalen Wurf.

Wer diesem Team einen monatelang so beeindruckenden sportlichen Lauf vorhergesagt hätte, wäre im Wettbüro wohl reich geworden. Die Zutaten der Eintracht-Frankfurt-Sensation lasen sich zum Start der Spielzeit nämlich alles andere als furios: Vier Abgänge von Stammspielern, der Wechsel von Niko Kovac zum FC Bayern, ein eher unbekannter Österreicher auf der Trainerbank und keine besonders großen Investitionen in den Kader, dazu die Dreifachbelastung mit der Europapokal-Teilnahme. "Wir haben das ganze Jahr Mentalität gezeigt. Die Situation ist sehr positiv für uns", befand Hütter.

Eintracht Frankfurt: Gladbach von Platz vier verdrängt

Sieben Spieltage vor Schluss hat die Eintracht nicht nur die seit Wochen strauchelnden Gladbacher auf Rang vier abgelöst, sondern den Abstand nach unten auch ausgebaut. "Nicht der vierte Platz ist zu diesem Zeitpunkt wichtig, sondern die sieben Punkte Vorsprung auf den siebten Rang", sagte Sportvorstand Fredi Bobic. Gemeinsam mit Sportdirektor Bruno Hübner baute er mit verhältnismäßig kleinem Geld eine schlagkräftige Truppe, die in Luka Jovic (16 Saisontore), Sebastien Haller (14) und Ante Rebic (8) plötzlich das beste Sturmtrio der ganzen Liga stellt. Die drei Angreifer sind zusammen fast 150 Millionen Euro wert.

Eintracht Frankfurt: Martin Hinteregger macht es viel Spaß bei der SGE

Martin Hinteregger, im Winter beim FC Augsburg nicht mehr glücklich, sagte: "Es macht einfach Spaß mit diesem Team zu spielen." Der Österreicher ist neben WM-Teilnehmer Kevin Trapp und Dortmund-Leihgabe Sebastian Rode eines von vielen Beispielen für ein exzellentes Transfer-Händchen von Bobic und Hübner. Jeder personelle Schachzug geht derzeit auf, die Rollen im Team sind klar verteilt. So ist der 35 Jahre alte Makoto Hasebe noch immer der Abwehrchef und zentrale Figur im Eintracht-Spiel. "Er hält das Ganze hinten zusammen", lobte Hütter den Leistungsträger.

Das kleine Märchen ist aber noch nicht auserzählt. Theoretisch kann sich die Eintracht als Bundesliga-Vierter für die Königsklasse qualifizieren - oder als Gewinner der Europa League. Mit "diesen Fans, dieser Euphorie und diesen Spielern" würde die Eintracht "auf jeden Fall in die Champions League passen", meinte Rode. Siege über Inter Mailand, Lazio Rom und Olympique Marseille haben Lust auf noch größere Reisen gemacht. Rode sagt: "Wir stehen jetzt auf dem vierten Platz, den wollen wir nicht mehr hergeben. Wir haben Blut geleckt." (dpa)

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