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"Klar im Kopf, lernwillig, für sein Alter enorm weit": Djibril Sow begleiten viele Komplimente nach Frankfurt.

Eintracht Frankfurt

Djibril Sow zur Eintracht - Daran hängt der Transfer noch

Die Vollzugsmeldung fehlt noch. Der Wechsel von Djibril Sow zur Eintracht wird aber schon bald über die Bühne gehen.

Frankfurt - Die Voraussetzungen dafür, dass sich Djibril Sow in Frankfurt rasch heimisch fühlen wird, sind nahezu ideal. Zum einen natürlich, weil er bei der Eintracht auf seinen großen Förderer, Trainer Adi Hütter, treffen wird, zum anderen, weil er sich zumindest in Einrichtungsfragen offenbar zu helfen weiß. Es gibt da eine nette Schmonzette, die Sow einst bei einer Fragerunde selbst erzählte, als keine Reporter, sondern Kinder vor ihm saßen. Was er denn am liebsten mache, um sich vom Training zu erholen, wurde der 22-Jährige gefragt. "Ich lese ab und an gerne mal ein Buch", antwortete er, um grinsend hinzuzufügen: "Am liebsten den Ikea-Katalog".

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Das könnte demnächst von Nutzen sein. Dass ihm ein solcher Wechsel des Wohnortes bevorsteht, und zwar nach Frankfurt, und dass der junge Schweizer kommende Saison für die Eintracht kicken wird, stellt längst keine Überraschung mehr dar. Offiziell verkündet ist der Transfer aus Bern ins Hessenland zwar noch nicht, er wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aber schon recht bald über die Bühne gehen. Seit Wochen buhlen die Frankfurter um den zentralen Mittelfeldmann der Young Boys, der kein Sechser, kein Zehner, eher ein Achter ist. Also ein Spieler, der sich hauptsächlich von Strafraum zu Strafraum bewegt und bemüht ist, die ergatterten Bälle möglichst flott und sinnvoll ins Angriffsdrittel zu befördern. Für diese Aufgabe hatte die Eintracht neues Personal gesucht, da gab es eine Vakanz, mit Sow hat sie es gefunden.

Eintracht Frankfurt: Zehn Millionen Euro für Sow?

Die Frankfurter und der Spieler sind sich seit längerem einig, zuletzt feilschten die Eintracht-Bosse lediglich mit dem Ex-Frankfurter Christoph Spycher, mittlerweile Sportchef bei Young Boys Bern, um die Ablöse - mit dem Ergebnis, dass die Eintracht nach Informationen dieser Zeitung zehn Millionen Euro an den Schweizer Meister überweisen wird, eine Summe, die sich je nach Leistung des Spielers auf bis zu zwölf Millionen erhöhen könnte. Vergleichsweise viel Geld, überwies Bern für den in Zürich geborenen Sow vor zwei Jahren nur etwas mehr als eine Million Euro an Borussia Mönchengladbach.

Der Deal spült Young Boys also bald kräftig Kohle in die Kasse, in fernerer Zukunft aber werden die Schweizer eher weniger partizipieren. Sow erhält bei der Eintracht einen langfristigen Vertrag, das ist sicher, vier oder gar fünf Jahre. Damit verbunden ist bei einem möglichen Weiterverkauf nur ein marktüblicher Anteil an der Ablöse für den Ex-Verein. Rund zehn Prozent, nicht viel mehr, müssten die Hessen an Bern abdrücken, sollten sie Sow veräußern wollen. Bei Luka Jovic und Ante Rebic zum Beispiel, die ja verhältnismäßig billig eingekauft wurden, lagen und liegen die Abgaben an die ehemaligen Arbeitgeber wesentlich höher, im Bereich von 30 bis 50 Prozent.

Eintracht Frankfurt: Überzeugt von den fußballerischen Fähigkeiten

Weshalb sie in Frankfurt die Dienste von Sow künftig gerne in Anspruch nehmen, sind zuvorderst seine fußballerischen Fähigkeiten. Mangelnde Torgefahr, daran muss er definitiv arbeiten, versucht er mit einer hohen Dynamik auszugleichen. Gerade deshalb machte ihn Hütter vor zwei Jahren an alter Wirkungsstätte in Bern zum Stammspieler, obwohl Sow zuvor in Gladbach nicht zurecht gekommen war. Zudem sei Sow "jung, begabt, ehrgeizig", so beschreibt ihn zumindest sein jetziger Coach.

"Mit ihm zu arbeiten, ist großartig", findet Gerardo Seoane, "er ist sehr lernwillig und für sein Alter enorm weit." Auch betitelte die "Berner Zeitung" den vierfachen Schweizer Nationalspieler, der kürzlich noch Teil der Nati beim Nations-League-Finalturnier in Portugal war, dort aber nicht zum Einsatz kam, als "Überflieger". Darüber hinaus gilt der Mann mit senegalesischen Wurzeln als pflegeleicht, als angenehmer Gesprächspartner. "Er ist klar im Kopf", findet Spycher. Und schlagfertig offenbar auch noch - zumindest wenn es um die Lieblingslektüre geht.

VON DANIEL SCHMITT

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