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Hat es sich Ante Rebic mit dem Team verscherzt?

Eintracht Frankfurt

Ante Rebic: Fehlender Einsatz führt zu Spannungen im Team

Ante Rebic hat in der Rückrunde für Eintracht Frankfurt nicht immer alles gegeben. Das führte zu Spannungen im Team.

Frankfurt - In der großen Spielerumfrage des "kicker" unter 250 Bundesligaprofis hat die Eintracht mächtig abgesahnt. Gleich viermal landete der Frankfurter Club auf dem Treppchen, zweimal ganz oben, einmal bei der "positiven Überraschung der Saison" und, ein anderes Mal in der Kategorie "Gewinner unter den Trainern". Da verwies Adi Hütter das Düsseldorfer Urgestein Friedhelm Funkel mit großem Abstand auf Rang zwei.

In der Rubrik "Aufsteiger der Saison" reichte es für Luka Jovic zu Platz drei hinter Kai Havertz sowie dem Sieger Jadon Sancho, und die Berufsfußballer fanden zudem, dass nur in Dortmund eine bessere Stimmung herrsche als in der Arena im Stadtwald.

Zum besten Feldspieler wählten die Profis den Kollegen Havertz, Jovic lief auf Rang vier ein, der ungezügelte Flügelläufer Filip Kostic auf fünf - eine Bestätigung seiner famosen Saison. Bei den Torhütern siegte Peter Gulacsi, Kevin Trapp wurde Fünfter. Immerhin. Die anonym durchgeführte und dadurch sehr wohl ernstzunehmende Umfrage zeigt, dass sich die Wahrnehmung der Eintracht verändert hat und ihre rasanten Auftritte geschätzt werden - nicht nur von externen Beobachtern, Experten oder Fans, sondern auch aus dem internen Zirkel der Berufskollegen.

Einer fehlt in der Auflistung übrigens, ein Mann, der vor einem Jahr in aller Munde war, als er erst die Bayern im Pokalfinale im Alleingang erlegte und dann mit Kroatien bei der WM für Furore und Platz zwei sorgte: Ante Rebic.

Das ist nicht verwunderlich. Der 25-Jährige hat keine schlechte Saison gespielt, seine Quote ist zwar nicht außerordentlich gut, aber immer noch ordentlich. In 37 Pflichtpartien kam er auf zehn Tore und sechs Vorlagen. Doch seine Leistungen ließen zu wünschen übrig, die Rückrunde war mau, obwohl er sie mit tollen Toren gegen Freiburg und Bremen prima begann.

Eintracht Frankfurt: Viel Leerlauf bei Rebic

Einen kühnen Treffer steuerte er Anfang April zum 2:1-Sieg auf Schalke bei, seine beste Leistung zeigte er im Rückspiel des Europa-League-Viertelfinals gegen Benfica Lissabon (2:0). Ansonsten war doch viel Leerlauf im Spiel. Gerade am Saisonende fiel er deutlich ab, da fragte man sich schon, weshalb die "Maschine" (Kevin-Prince Boateng) die vielen PS nicht mehr auf den Platz bringen konnte. Der bullige Angreifer wirkte unzufrieden, hadernd, er winkte nicht selten ab, seine Konzentrationsfähigkeit schien nicht auf dem höchsten Stand.

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Bei ihm spiegelt sich das oft in seinem Spiel wider, seine Ballannahme, der erste Kontakt, ist dann zu schlampig und bringt ihn in die Bredouille, zu häufig rennt er sich fest und in drei Gegenspieler hinein. Nicht selten sah es schon aufreizend lässig und lustlos aus, nach hinten arbeitete er nur noch bedingt. Das ist den Mitspielern nicht verborgen geblieben, gewisse interne Spannungen waren die Folge.

Ante Rebic ist ein begehrter Spieler

Im Markt ist Ante Rebic seiner durchwachsenen Saison zum Trotz ein begehrter Spieler, es gibt einige Topklubs, die um seine Dienste buhlen. Günstig ist der Kroate nicht zu erstehen, 35 bis 40 Millionen Euro würde er kosten. Er steht ja noch eine ganze Weile unter Vertrag, die Eintracht hatte ihn vor Beginn der abgelaufenen Spielzeit mit einem Arbeitspapier bis 2022 ausgestattet und ihn im Gegenzug mit einer saftigen Gehaltserhöhung bedacht, mit knapp fünf Millionen Euro ist er nun Spitzenverdiener im Team.

Die Bayern mit Ex-Trainer Niko Kovac hatten mal über Rebic nachgedacht, den Gedanken aber verworfen, weil seine Technik und sein Spielverständnis auf diesem Niveau nicht ausreichend seien. Eine nachvollziehbare Argumentation. Immer wieder mal gibt es Gerüchte aus England, zuletzt war auch von Inter Mailand die Rede, was schon allein deshalb merkwürdig klingt, weil Rebic schon mal in Italien spielte und ein vernichtendes Urteil über den dortigen Fußball fällte.

Eintracht Frankfurt: Rebic nach Madrid?

Nun bringt die "Bild" Atletico Madrid ins Spiel, wo Rebic den abwandernden Antoine Griezmann ersetzen soll. Ein gewagter Vergleich. Mit seiner Physis würde er aber zu dem sehr körperbetonten Spiel von Atletico und dessen etwas sonderbarem Trainer Diego Simone passen. Intern geht die Eintracht, die knapp 50 Prozent der Ablösesumme an Rebics vorherigen Verein, den AC Florenz, abdrücken müsste, von einem Abgang des Akteurs aus.

Aus Spanien heißt es nun, dass die Frankfurter Alfonso Pedraza (23) vom FC Villarreal im Fokus haben. Der Vertrag des Linksverteidigers läuft bis 2021, als Ablösesumme sind 15 Millionen Euro im Gespräch. Die Verhandlungen sollen sehr weit sein, noch in dieser Woche soll der Deal über die Bühne gehen. Und auch die Spur zu Dejan Joveljic (19) von Roter Stern Belgrad ist heiß. Das Sturmtalent soll zehn Millionen Euro kosten, aber auch die TSG Hoffenheim hat den Serben auf dem Schirm.

VON INGO DURSTEWITZ

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