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Die Eintracht-Helden, die 1959 Deutscher Meister wurden: Eckehard "Ekko" Feigenspan, Egon Loy, István Sztani mit der Schale, Friedel Lutz, Hans Weilbächer und Erwin Stein (von links).

Eintracht Frankfurt

120 Jahre Eintracht Frankfurt: Geburtstagsfeier mit Gänsehautatmosphäre

In der Arena im Stadtwald feiert Eintracht Frankfurt mit seinen Fans ein ganz besonderes Geburtstagsfest. Über die Leinwand flimmern die Höhepunkte der Vereinsgeschichte, und den Deutschen Meistern von 1959 wird Tribut gezollt.

Frankfurt - Und dann wird es laut im Stadion. Die Menschen schimpfen und fluchen, es beginnt ein immer wütender werdendes Pfeifkonzert. Aus dem Oberrang ertönen Sprechchöre: "Fußballmafia DFB . . ." Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Fans mit dem Schiedsrichter unzufrieden sind. Die Phrase, dass der Unparteiische keine Entscheidung zurücknimmt, auch wenn der Vereinsanhang noch so zetert, ist an diesem Abend passender denn je. Denn das klare Foul an Eintracht-Spieler Ralf Weber, das Schiedsrichter Alfons Berg zum Entsetzen des Publikums nicht ahndet, geschah vor 27 Jahren. Bei der Geburtstagsfeier der Eintracht am Samstagabend im Stadion ist die Szene noch einmal auf einer Leinwand zu sehen. Und viele Fans scheinen sich immer noch zu fragen, wie der Schiedsrichter dieses Foul übersehen konnte.

Hätte Berg damals auf Elfmeter entschieden, dann hätte die Eintracht an jenem 16. Mai 1992 womöglich Hansa Rostock besiegt und wäre Deutscher Meister geworden. So ist auf der Leinwand eine andere Geschichte zu sehen. Die Niederlage in Rostock, fortan geht es bergab, 1996 steigt die Eintracht erstmals aus der Bundesliga ab. Und dazu singt Nico Gomez "Everybody hurts" von R.E.M.. Fußball kann auch traurig sein, wenn kein Ball im Spiel ist.

Eintracht Frankfurt: Emotionaler Höhepunkt von Nico Gomez

Der Auftritt von Gomez, durch die TV-Show "The Voice of Germany" bekannt geworden, ist ein emotionaler Höhepunkt bei der Feier zum 120-jährigen Bestehen der Eintracht an diesem heißen, sehr heißen Abend. Davon werde es einige geben, hatte Präsident Peter Fischer angekündigt. Und der äußerst volksnahe Mann mit der rauchigen Stimme sollte recht behalten. Das Konzept des zweistündigen Abends geht auf: Auf der Leinwand sind die wichtigsten Szenen aus der Vereinsgeschichte zu sehen. Dazu gibt es Livemusik vom Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks und von weiteren Künstlern.

Da ist etwa der Auftritt der "59er". Vor genau 60 Jahren feierte die Eintracht ihre erste und bisher einzige Meisterschaft. Die Tore vom 5:3 im Endspiel gegen Kickers Offenbach sind auf der Leinwand zu sehen, die Zuschauer erheben sich für die sechs Spieler der Meistermannschaft, die die Show von der Ehrentribüne aus verfolgen. Als der mittlerweile 82-jährige István Sztani ein Duplikat der Meisterschale in den Himmel reckt, singen die gut 20 000 Menschen: "Deutscher Meister ist nur die SGE . . ." Gänsehautatmosphäre 60 Jahre nach einem Spiel, das die wenigsten Besucher der Jubiläumsfeier live gesehen haben.

Eintracht Frankfurt: Viele Highlights

Da sind die Rodgau Monotones, die das musikalische Begleitprogramm zur Episode über die Eintracht in den 80er Jahren liefern. "Erbarme, zu spät, die Hesse komme", singt die Gruppe um "Osti" Osterwold, der nun auch bald 70 Jahre alt wird, aber für genau solche Auftritte lebt. Ein Stadion voller Menschen, von denen so gut wie alle jede Zeile der Hessen-Hymne mitsingen können. Da ist Hassan Annouri, der Rapper, der "Frankfurter Jungs" zum Besten gibt - ein Stück, mit dem sich die Fanszene gerne selbst feiert. Überhaupt: Die Entwicklung in der Fankurve und die Gründung der Ultras im Jahr 1997 werden bejubelt, auf der Leinwand sind Choreographien und der Einsatz von Pyrotechnik zu sehen. Von den Diskussionen, die es zuletzt über die Fans gab, ist nichts zu merken. Dafür gibt es Klagen, weil manche Anhänger von ihren Plätzen die größte der drei Leinwände nicht sehen können.

Tankard singt noch "Schwarz-Weiß wie Schnee", dann übernehmen die Fans, von denen viele weiße Shirts tragen, um ein einheitliches Bild in den Vereinsfarben zu bieten. "Europacup, Europacup in diesem Jahr", singen sie. Und dann endet sie, die Party in der Gluthitze, über die Peter Fischer schließlich sagt: "Eintracht Frankfurt hat einmal mehr bewiesen, warum wir diesen Verein so sehr lieben."  VON GEORG LEPPERT

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