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Ein Gesicht der aktuellen Bayer-Renaissance: Kai Havertz (unten), hier mit Leon Bailey.

Eintracht Frankfurt

Gegner-Check: Bayer Leverkusen mit brandgefährlicher Offensive

Raufen als Entspannungstherapie: Hier der wie immer nicht ganz ernst gemeinte Check zum nächsten Eintracht-Gegner Leverkusen.

Der Trainer:Ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Berufsleben im Fußball oft einer Achterbahnfahrt gleicht. Peter Bosz hatte bei Ajax Amsterdam eine sehr junge Mannschaft geformt, die einen aufregenden Fußball spielte und im Frühsommer 2017 in der Europa League überraschend bis ins Finale kam. Das ging zwar 0:2 gegen Manchester United verloren, aber nun war der Niederländer eine heiße Aktie. Deren Wert geriet durch den Flop mit Borussia Dortmund etwas ins rutschen. Aber da auch Heiko Herrlich in Leverkusen floppte, landete Bosz im zweiten Anlauf doch noch unterm Bayer-Kreuz. Sportchef Völler hatte den Mann mit dem markant fehlenden Kopfhaar schon vor Herrlich holen wollen. Bosz will als Trainer für das stehen, von dem er als mittelmäßig begabter defensiver Mittelfeldspieler nur träumen konnte: schönen und offensiven Fußball.

Er liebt das Spektakel - mit Risiken und Nebenwirkungen. Die Rahmendaten der BVB-Zeit von Bosz, der im Juli 2017 dort mit der Arbeit begann und am 10. Dezember entlassen wurde, sind beeindruckend gut und erschreckend zugleich. "Wir haben unter ihm aus den ersten sieben Bundesligaspielen 19 Punkte geholt, aus den nächsten acht nur noch drei. Ich kann mich nicht erinnern, so eine Saison schon einmal erlebt zu haben", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Tag des Abschieds von Bosz.

Die Stimmung ist sehr gut bei Bayer Leverkusen

Die Stimmung:Drei Spieltage vor Saisonschluss herrscht Hochspannung in der Liga und auch in Leverkusen. Hat die Werkself doch auf einmal durchaus gute Aussichten, sich am Ende noch für die Königsklasse zu qualifizieren. Das Rennen um Europa ist auch ein Spiel der Nerven. Und die liegen anscheinend blank unter dem Bayer-Kreuz. Vor ein paar Tagen gerieten sich im Training die Werksprofis Charles Aranguiz und Dominik Kohr in die Haare. Einige Kollegen gingen schnell dazwischen, Bosz sagte Aranguiz ein paar Takte, um ihn dann in die Kabine zu schicken und den Rest der Trainingsgruppe direkt hinterher. So kann man ein Team beruhigen - auch ohne Pillen aus der Sponsoren-Küche. Ansonsten hat die Mannschaft durch drei Siege in Serie Selbstbewusstsein getankt und hat als einziger Königsklassen-Anwärter einen kleinen, aber intakten Lauf.

Die Mannschaft:Hat einen ausgewiesenen Eintracht-Experten im Tor stehen. Lukas Hradecky ist im vergangenen Sommer von Frankfurt nach Leverkusen gewechselt. Nun geht es für beide Clubs um Europa - und um die Champions League. Hradecky hat bei der Analyse seiner Ex- und der aktuellen Kollegen eine Gemeinsamkeit entdeckt: "Sie haben eine Männer-Mannschaft. Wir spielen jetzt auch wie eine Männer-Mannschaft." Was keine besonders große Überraschung ist, da beide Teams in der Männer-Bundesliga spielen.

Eintracht Frankfurt: Ex-Adler Hradecky spielt beim Gegner

Weitere Bayer-Juwelen neben Hradecky: Nationalspieler Julian Brandt, dessen Zukunftsperspektiven größer sind als seine Ablösesumme, die bei 25 Millionen Euro liegt. Dortmund zeigt großes Interesse an dem Offensivstar. Kai Havertz gehört zu den Mittelfeld-Hoffnungsträgern für die Nationalmannschaft Und der selbst ernannte Ex-Nationalspieler Kevin Volland erlebt im Angriff gerade ein großes Revival.

Die Statistik:Marco Russ sorgte im Dezember 2013 mit einem Kopfballtor zum 1:0-Erfolg beim damaligen Tabellenzweiten für den einzigen Frankfurter Sieg in den letzten neun Gastspielen in der BayArena, wo die Hessen ihre letzten drei Auftritte mit zehn Gegentoren verloren und in keinem der letzten neun mehr als einen Treffer erzielten. Andererseits: Gegen Mannschaften, die unter den ersten Neun der Tabelle stehen, tat sich Bayer in dieser Saison oft sehr schwer. Nur drei Siege gab es gegen die Clubs der oberen Tabellenhälfte. rich

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