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27 Treffer in 46 Pflichtspielen: Luka Jovic.

SGE

Luka Jovic mit heikler Aussage - Forciert er seinen Abgang?

Will Jovic unbedingt weg? Die China-Tour mit der Eintracht dürfte seine Abschiedsvorstellung gewesen sein.

Frankfurt - Am frühen Montagmorgen ist Eintracht Frankfurt nach einer Spaßreise mit eingestreuten PR-Terminen und einem Freundschaftsspiel mit anschließendem verlorenem Elfmeterschießen wieder in Frankfurt gelandet. Der Sechs-Tage-Trip nach China war nun endgültig der letzte Pflichttermin der Hessen; freilich haben sich die Frankfurter Cracks im Reich der Mitte und speziell auf ihrer letzten Station in Hongkong nicht wirklich stressen müssen.

Ein Blick ins Eintracht-Tagebuch "Gude China, Tag 4 im Ticker" verrät Erstaunliches: "Gemeinsames Abendessen in luftiger Höhe! Fredi Bobic und Co, können den Ausblick über die Stadt aus dem 118. (!) Stock genießen, während die Küche einige Leckereien auftischt."

Nun ist auch dieser Müßiggang vorbei; ab heute früh ist Urlaub angesagt bis zum 1. Juli. Da stehen an zwei Tagen medizinische Untersuchungen und diverse Tests an; der Ball wird erst am 3. Juli wieder herausgeholt. Nur die Nationalspieler, etwa Kevin Trapp, Martin Hinteregger, Mijat Gacinovic, Filip Kostic, Ante Rebic oder Luka Jovic, müssen sich noch fit halten; ab 7. Juni sind zwei EM-Qualifikationsspiele anhängig.

Wahrscheinlich war die Tour nach Fernost auch die Abschiedsvorstellung von Stürmer Jovic, sein Treffer zum 3:3 im Freundschaftskick gegen den VfL Wolfsburg sein letzter Treffer für die Eintracht. Wohin die Reise für den 21-Jährigen geht, ist immer noch unklar. Real Madrid war lange Zeit eine heiße Adresse. Angeblich sei der Deal geplatzt, der einen Sechsjahresvertrag mit einem Gehaltsvolumen von 50 Millionen Euro umfasste, hat ein spanischer Sender letzte Woche gemeldet.

Jetzt hat Jovic, der vom gleichermaßen umtriebigen wie geschäftstüchtigen Fali Ramadani (Lian Sports) beraten wird - wie übrigens alle Balkan-Boys bei der Eintracht - der "Welt am Sonntag" ein autorisiertes Interview gegeben, in dem er "La Liga", die spanische Liga, nicht als erste Adresse ansieht. Und die Bundesliga im Übrigen auch nicht.

Luka Jovic: "Ich will Erfolg"

Jovic ließ sich so zitieren, und ein bisschen klingen die Passagen, als handele es sich um ein Bewerbungsgespräch: "Nach meinen Erfahrungen, die ich in der Europa League machen durfte, würde ich sagen, dass einige andere Ligen in Europa besser zu mir passen - zu meiner Art, Fußball zu spielen. Bezüglich der Physis eines Profis ist die Bundesliga schon sehr anspruchsvoll. Aber ich hatte nach den Spielen gegen Chelsea oder Inter Mailand für mich persönlich das Gefühl, dass ich mich in der Premier League oder Serie A noch wohler fühlen könnte. Die Art, wie die Mannschaften dort spielen, passt besser zu mir", sagte der Angreifer weiter.

In der Bundesliga werde "ein sehr hohes Pressing gespielt und viel gelaufen". Das viele Laufen behagt dem hochtalentierten Stürmer bekanntlich nicht so sehr. Von Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic ist der Ausspruch verbürgt, wonach Jovic Richtung Weltklasse gehen würde, "wenn er jetzt noch begreift, dass er manchmal noch ein paar Meter mehr machen muss".

Jovic, dessen Marktwert jenseits der 60 Millionen Euro verortet wird und der in diesem Jahr mit 27 Treffern in 46 Pflichtspielen sportlich durch die Decke schoss, traut sich grundsätzlich den Sprung zu einem europäischen Topklub zu: "Ich freue mich darauf, mal mein Niveau im Vergleich mit den besten Spielern der Welt zu sehen. Eins ist klar: Ich will Erfolg in meiner Karriere haben", sagte der Stürmer der Zeitung aus dem Axel-Springer-Verlag.

Eintracht Frankfurt: Jovic unbeeindruckt

Rückblickend, sagt der junge Vater, der sich mit seiner Freundin in Frankfurt bisher pudelwohl gefühlt hat, hätten ihn die ständigen Transferspekulationen der letzten Monate weitgehend unbeeindruckt gelassen. "Ganz ehrlich: Ich habe das nicht an mich herangelassen. Das können Sie mir glauben. Mir war es wichtig, für die Eintracht da zu sein. Ich wollte nicht, dass es heißt: Der Luka Jovic ist abgelenkt und mit den Gedanken woanders." Sein Trainer Adi Hütter freilich hatte zuletzt eine andere Wahrnehmung: "Das alles geht nicht spurlos an ihm vorüber."

VON THOMAS KILCHENSTEIN

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