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Luka Jovic (Mitte) ist schon weg, Ante Rebic (links) wohl auch bald. Von der Eintracht-"Büffelherde" wäre dann nur noch Sébastien Haller übrig - wenn der Franzose bleibt.

Eintracht Frankfurt

Rebic-Wechsel bald fix? Spieler ist sich mit neuem Verein schon einig

Noch nicht fix, aber sehr wahrscheinlich: Der spanische Vizemeister soll 40 Millionen Euro für den Stürmer bezahlen.

Frankfurt - Das Arbeitsverhältnis von Sebastian Rode bei Eintracht Frankfurt ist mit dem heutigen Tage offiziell beendet. Der 28 Jahre alte Südhesse ist ab sofort wieder Angestellter von Borussia Dortmund, seinem Stammverein, der ihn im Winter nach Frankfurt verliehen hat. Doch dass Rode noch einmal nach Westfalen zurückkehren wird, ist nicht sehr wahrscheinlich.

Der Mittelfeldspieler, derzeit wegen seiner schweren Knieverletzung (Knorpelschaden) in der Reha unterwegs, wohnt noch immer in Frankfurt-Sachsenhausen, seine Verbundenheit zur Eintracht ist groß, so groß, dass er am Samstag als einziger Profi sogar den Weg in den Stadtwald gefunden und der sehr stilvollen 120-Jahre-Geburtstagsfeier des Traditionsvereins beigewohnt hat. Der Mann aus Alsbach-Hähnlein gab sich, wie es seine Art ist, sehr bürgernah, als Star zum Anfassen, er schrieb Autogramme, schüttelte viele, viele Hände, posierte geduldig für unzählige Selfies.

Eintracht Frankfurt: Rode will in Frankfurt bleiben

Der heimatverbundene Akteur will unbedingt in Frankfurt bleiben, die Eintracht möchte ihn auch gerne halten. Rode hat seinen großen Wert unter Beweis gestellt, der "Kicker" stufte ihn in seiner Rubrik "Internationale Klasse" als drittbesten defensiven Mittelfeldspieler der Liga ein, nur Charles Aranguiz und Primus Thiago sah das Fachblatt etwas stärker. Die Borussia möchte den Spieler dennoch abgeben, plant nicht mehr mit ihm, Trainer Lucien Favre hatte ihn bereits im vergangenen Sommer aussortiert.

Dennoch schwebt den Dortmundern eine Entschädigungssumme von fünf Millionen Euro vor, was natürlich eine fast utopische Forderung ist, wenn man bedenkt, dass Rodes Vertrag beim BVB in einem Jahr ausläuft, er schwer am Knie verletzt ist und bei der Borussia ohnehin nur auf der Tribüne sitzen würde. Da wird sich Michael Zorc noch einmal bewegen müssen.

Die Eintracht bleibt ihrer Maxime treu, keine unvernünftigen Sachen zu machen oder marktunübliche Preise zu bezahlen. Auch wenn demnächst wieder etwas mehr Geld in die Kasse kommen könnte. Denn dass der kroatische Stürmer Ante Rebic noch lange in Frankfurt spielen wird, ist eher unwahrscheinlich. Der 25-Jährige wird sich wohl dem spanischen Vizemeister Atletico Madrid anschließen. Fix ist der Deal noch nicht, aber jetzt ist erstmals wirklich Bewegung in die Angelegenheit gekommen, die Spanier stehen in Kontakt mit den Frankfurter Verantwortlichen. Atletico ist laut Sky bereit, 40 Millionen Euro zu berappen, zudem sind Bonuszahlungen vereinbart, die Eintracht würde auch an einem etwaigen Weiterverkauf partizipieren.

Für die Eintracht ist das ein gutes Geschäft, der einzige Haken: Von der ausgehandelten Summe fließen fast 50 Prozent ab, Rebics vorheriger Verein, der AC Florenz, partizipiert in diesem Maße an einem Weiterverkauf. Die Drittbeteiligung ist in diesem Fall so hoch, weil die Eintracht den Spieler vor zwei Jahren für läppische zwei Millionen Euro gekauft hat. Auch bei Luka Jovic mussten die Hessen Abstriche machen, von den 70 Millionen Euro, die Real Madrid zahlen wird, gehen 30 Prozent an Jovics Ex-Verein Benfica Lissabon.

Eintracht Frankfurt: Beteiligung anderer Clubs minimieren

Die Eintracht will daher in Zukunft einen anderen Weg gehen und versuchen, die Beteiligung anderer Clubs zu minimieren. Das funktioniert aber nur, wenn die Ablöse höher ist. Die Formel lautet: Höhere Ablöse, mehr eigene Rechte. Bei Zugang Djibril Sow hat das schon geklappt, die Frankfurter zahlen rund zehn Millionen (plus Bonuszahlungen), sollte der Schweizer Nationalspieler aber durchstarten und irgendwann nicht mehr zu halten sein, würde Young Boys Bern nur zehn Prozent des Verkaufspreises erhalten.

Mit Atletico ist sich Rebic schon länger einig, in Frankfurt hat er sich schon vor geraumer Zeit von ihm nahe stehenden Menschen verabschiedet. Kraftpaket Rebic passt zur körperlichen und auf Konter ausgelegten Spielweise Atleticos. Deren Trainer Diego Simone baut gerade ein neues Team auf, nachdem einige Leistungsträger den Verein verlassen haben. Zuvorderst natürlich Stürmerstar Antoine Griezmann, der sich für 126 Millionen Euro dem FC Barcelona anschließen wird. Die Madrilenen wollen dafür ihrerseits das portugiesische Wunderkind Joao Felix von Benfica Lissabon verpflichten, Kostenpunkt: ebenfalls 126 Millionen Euro. Da ist Rebic ja direkt ein Schnäppchen.

Die Eintracht geht mit dem wahrscheinlichen Abgang des kroatischen Nationalstürmers entspannt um, weil Rebic gerade im Saisonendspurt durch sein Verhalten an Standing innerhalb des Teams eingebüßt hat. Die Verantwortlichen sehen sich gut gerüstet und haben auf dem Transfermarkt heiße Eisen im Feuer. Die Sportliche Leitung lässt sich nicht treiben, hat bisher neben Sow nur das serbische Stürmertalent Dejan Joveljic präsentieren können. Dabei startet heute die Vorbereitung mit leistungsdiagnostischen Tests, am Mittwoch um 15 Uhr bittet Adi Hütter sein Team zum ersten öffentlichen Training ans Stadion.

VON INGO DURSTEWITZ

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Auch Ante Rebic wird die Eintracht wohl in diesem Sommer verlassen. Den Stürmer zieht es nach Spanien.

So sieht das neue Heimtrikot der Eintracht aus

Im Rahmen der 120-Jahr-Feier hat Eintracht Frankfurt am Samstagabend vor mehr als 20 000 Zuschauern in der Commerzbank-Arena das neue Heimtrikot für die Saison 2019/20 enthüllt. Die Reaktion der Fans ist gespalten.

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