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Eintracht Frankfurt geht mit viel Optimismus ins neue Jahr

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Eintracht Frankfurt krönt mit dem Erfolg über Mainz 05 den Schlussspurt der Hinrunde - und freut sich schon auf die zweite Saisonhälfte.

Frankfurt – In Frankfurt reibt man sich die Hände. Besonders, wenn man Richtung Mönchengladbach, zur Borussia, schaut. Dort nämlich läuft es für den ehemaligen Trainer von Eintracht Frankfurt, für Adi Hütter, alles andere als optimal. Das Erbe seines Landsmanns Hütter hat Eintracht-Trainer Oliver Glasner nach Startschwierigkeiten jedenfalls ordentlich fortgeführt, die Perspektiven für die zweite Saisonhälfte sehen gut aus. Stand jetzt.

Oliver Glasners Start bei der SGE verlief mehr als holprig. Der neue Coach schied mit der Eintracht direkt im DFB-Pokal aus. Auch in der Bundesliga gab es zunächst Enttäuschung um Enttäuschung, bevor ein später Sieg bei Aufsteiger Fürth die Wende herbeiführte. Sechs der vergangenen sieben Spiele haben die Hessen gewonnen, sie überwintern damit auf einem Europapokal-Platz. Auch in der Europa League wurde das Ziel mit dem Erreichen des Achtelfinales voll erfüllt.

Eintracht Frankfurt: Oliver Glasner führt das Team aus der Krise

Oliver Glasner ist es im Laufe der Vorrunde gelungen, der Mannschaft, die schon am Ende der vergangenen Saison nach der Bekanntgabe des Abgangs von Adi Hütter keine konstanten Leistungen mehr erbracht hatte, zu stabilisieren.  Der Abgang von Torjäger Andre Silva hatte eine tiefe Lücke hinterlassen und erst gegen Ende der Vorrunde schafften es die Frankfurter, erfolgreich ein anderes System zu etablieren. Weg von der One-Man-Show im Angriff, hin zu mehr Variabilität. Dass die Neuzugänge wie Rafael Borré und Jesper Lindström ihre Zeit brauchen, um sich an die Bundesliga zu gewöhnen, war klar. Oliver Glasner gab ihnen diese Zeit. Das zahlt sich jetzt aus.

Eintracht Frankfurt: Freude über den Sieg gegen Mainz.

Zwischen dem 7. November und dem vierten Advent liegen nur sechs Wochen. Bei Eintracht Frankfurt hat sich in dieser Zeit aber tatsächlich alles geändert. Saß Sportvorstand Markus Krösche damals noch im Sport1-Doppelpass und musste sich vehement rechtfertigen, warum er nicht längst den Abstiegskampf ausgerufen hat, wirkt diese Debatte heute fast albern. Frankfurts Zwischenbilanz vor Weihnachten lautet: Gruppensieger in der Europa League und nach furiosem Lauf auch in der Bundesliga auf einem internationalen Platz. „Das ist eine außergewöhnliche Ausbeute. Wir sind sehr zufrieden“, sagte der sichtlich zufriedene Krösche nun nach dem 1:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05.

Eintracht Frankfurt: Gutes Finish nach holprigem Start

Den späten 2:1-Sieg bei Greuther Fürth, der sich am Abend von Krösches Besuch in der TV-Talksendung ereignete, bezeichnete der Nachfolger von Fredi Bobic nun als eine Art Schlüsselspiel für die folgende Erfolgsserie. Sechs von sieben Bundesliga-Spielen hat die Eintracht zuletzt gewonnen. Genauso gut war in diesem Zeitraum nur Meister FC Bayern München.

„Nach der Hinrunde ziehe ich fast ein überragendes Fazit. Nachdem wir zunächst viele Zähler liegengelassen haben, mit 27 Punkten in die Winterpause zu gehen, steht für die Entwicklung der Truppe“, sagte Kapitän Sebastian Rode nach dem verdienten Erfolg im Nachbarschaftsduell am Samstag (18.12.2021). Und Oliver Glasner nicht mehr als Wackelkandidat, sondern als gefestigter Chefcoach mit aussichtsreicher Perspektive für 2022 in den kurzen Winterurlaub.

Am 30. Dezember geht es dann am Main weiter. Die Ziele für das nächste Jahr sind klar umrissen: den Europa-Kurs in der Bundesliga wahren und im Lieblingswettbewerb Europa League möglichst einen Lauf hinlegen, der mit dem von 2019 vergleichbar ist, als die Eintracht bis ins Halbfinale kam.

Eintracht Frankfurt: Markus Krösche stellte sich stets vor Trainer Glasner

Im Januar und Februar hat Glasner dann auch erstmals mehr Zeit, weil es durch den direkten Achtelfinaleinzug erst im März mit dem Europapokal weitergeht. Gefragt, ob er sich darauf freue, wurde Krösche regelrecht euphorisch: „Natürlich freuen wir uns. Wir haben den geilsten Job der Welt.“ Vor Glasner hatte sich der Funktionär im vergangenen halben Jahr stets gestellt - egal, wie laut die Kritik im Umfeld war.

Sowohl Krösche als auch Glasner sind aber lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass das Pendel jederzeit wieder umschlagen kann. Zwischen Eintracht Frankfurt (derzeit auf Platz sechs der Tabelle) und dem VfB Stuttgart, der sich zur Halbzeit auf einem Relegationsplatz befindet, liegen gerade mal zehn Punkte. Wie schnell so ein paar Zähler aufholt werden oder verloren gehen können, weiß man in Frankfurt nur allzu gut. Man dürfte also gewarnt sein. Oliver Glasner ist zuzutrauen, dass er auch diese Hürde meistert. (Stefan Krieger mit dpa)

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