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Traf am Sonntag zum 1:0 gegen Gent, dennoch verlor Lüttich das Ligaduell mit 1:3: Selim Amallah (re.).

Rückspiel-Gegner

Eintracht-Gegner Standard Lüttich: Eroberer aus Wallonien

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Standard Lüttich rechnet sich im Europa-League-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt gute Chancen aus, auf Gruppenplatz zwei zurückzukehren.

So wirklich dolle war es ja nicht, was die Belgier von Standard Lüttich da vor zwei Wochen im Frankfurter Stadtwald abgeliefert hatten. Sicher nicht ganz schlecht, sie hatten bei der 1:2-Hinspielniederlage gegen die Eintracht ja sehr wohl eigene Torchancen, aber halt auch ein Stück weit entfernt von ganz gut. Dafür hatte die Mannschaft von Trainer Michel Preud’homme schlicht nicht genug Mumm gezeigt. 

Sie verteidigte zwar weitgehend stabil, außer bei zwei Standards, nach vorne aber fehlte die allerletzte Überzeugung. Und jene zwei, drei Möglichkeiten, die sie sich dann doch erspielt hatte, wurden eher kläglich denn unglücklich vergeben. Das Anschlusstor fiel schließlich zu spät. „Wir haben in Frankfurt ein gutes Spiel gezeigt“, blickt Trainer Preud’homme dennoch zurück: „Man muss dann halt seine wenigen Chancen verwandeln. Nur Details haben den Unterschied ausgemacht.“ Wie so oft im Fußball.

Wenn Standard die Eintracht heute Abend (7.11., 18.55 Uhr/Dazn und im Liveticker) zum vierten Gruppenspieltag in der Europa League erwartet, wird es für die Belgier zum einen natürlich wieder um Details gehen, also um das konsequente Verteidigen im laufenden Spiel und diesmal auch bei ruhenden Bällen, zum anderen sollte der Defensivgedanke den eigenen Offensivdrang aber nicht zu sehr eindämmen. Ganz grundsätzlich war Lüttich eben diese Kombination im bisherigen Saisonverlauf gerade vor dem eigenen Publikum recht passabel gelungen.

Standard Lüttich ist sehr heimstark

Acht Spiele machte Standard in seinem Heimstadion, das bis einen Tag vor dem Spiel im Übrigen auch abseits des ohnehin leer bleibenden Frankfurter Fanblocks noch nicht ausverkauft war, acht Spiele gewann Standard – mit einer Tordifferenz von 27:4. Nicht schlecht. Zumal auch die europäische Heimbilanz beachtlich ist. Die letzte Europapokal-Schlappe im Stadion Maurice Dufrasne, einer stimmungsvollen Fußballstätte mit steilen, nah am Spielfeld postierten Tribünen, gab es 11. Dezember 2014 – ein 0:3 gegen Feyenoord Rotterdam. Danach folgten sechs Siege und vier Remis.

„Es wird auch zu Hause für uns eine schwierige Aufgabe. Aber wir werden es natürlich versuchen, die drei Punkte zu holen und den zweiten Platz in der Gruppe zurückzuerobern“, sagt Trainer Preud’homme: „Die Unterstützung, die Frankfurt beim Heimspiel von ihrem fantastischen Publikum hatte, werden wir nun mit unserem Publikum haben.“

Welche elf Kicker die wallonischen Fans zu Beginn gegen die Eintracht bejubeln dürfen, ist relativ ungewiss. Denn Michel Preud’homme, das ist nichts Neues, wechselt gerne durch. Beim Hinspiel zeigte sich selbst Eintracht-Coach Adi Hütter „überrascht“ von der personellen Nominierung seines Gegenübers. Zwei Beispiele: Der gegen Frankfurt starke Rechtsverteidiger Collins Fai, der Filip Kostic nahezu abgemeldet hatte, durfte seitdem in drei belgischen Ligaspielen nur noch 45 Minuten mitmischen. Oder auch der eigentliche Offensivstar des Teams, Maxime Lestienne, der hatte ja im Hinspiel bei den Hessen bis in die 78. Minute von der Bank aus zusehen müssen.

Von Daniel Schmitt

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