SGE im Siegestaumel

Eintracht Frankfurt träumt von der Champions League

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Eintracht Frankfurt legt zurzeit einen wahren Höhenflug in der Bundesliga hin. Und am Main träumt man schon wieder von der UEFA Champions League.

  • Eintracht Frankfurt bleibt in der Rückrunde weiter ohne Niederlage.
  • Beim Sieg in Hoffenheim überzeugt das Team von Adi Hütter erneut.
  • Inzwischen werden die Hoffnungen auf Spiele in Europa konkreter.

Frankfurt – In Frankfurt reibt man sich beim Studium der aktuellen Bundesligatabelle derzeit wohl ein wenig die Augen. Am 20. Spieltag steht der hessische Traditionsverein doch tatsächlich auf Platz vier. Eingerahmt von solchen Finanzgrößen wie dem VfL Wolfsburg und Bayer 04 Leverkusen. Das ist nicht nur ordentlich, das ist richtig gut.

Natürlich hat Eintracht Frankfurt damit noch nichts erreicht. Der vierte Tabellenplatz ist eine Momentaufnahme, das wissen die Verantwortlichen am Main nur zur genau. Der vierte Tabellenplatz am 20. Spieltag reicht noch nicht für die Teilnahme an der Champions League in der nächsten Saison, das muss man niemanden in Frankfurt sagen. Aber man darf schon ein wenig träumen am Main, und das tut man auch.

Eintracht Frankfurt gegen Hoffenheim im Stil einer Spitzenmannschaft

Nach dem 3:1-Erfolg gegen die TSG Hoffenheim vom Sonntag jedenfalls gerät Abwehrchef Martin Hinteregger ins Schwärmen: „Wir haben vorne einfach die Qualität, dass wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt machen und die Situationen clever ausspielen. Und hinten haben wir im Großen und Ganzen das Spiel über sehr gut verteidigt“ analysierte der Österreicher die Partie. Und mit Blick auf die Tabelle fügte er an: „Natürlich registriert man die Spiele der Konkurrenten und natürlich registriert man die Tabelle. Wir haben gesehen, dass wir einen riesigen Schritt machen können. Genau so müssen wir weitermachen. Wir sind jetzt gut dabei und schauen auf die Tabelle. Wir wollen international spielen. Die Eintracht hat noch nie Champions League gespielt, das wäre natürlich ein Riesentraum. Aber es ist noch ein weiter Weg und jetzt kommt erst mal Köln.“

Gibt sich optimistisch: Eintracht Abwehrchef Martin Hinteregger (li.)

In Frankfurt schaut man also weiter von Spiel zu Spiel, was sicher kein Fehler ist. Trotzdem ist man inzwischen so selbstbewusst, den Traum von einer Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb nicht nur im Stillen zu träumen, sondern ganz offen darüber zu reden. Etwas, was in der Vergangenheit mit Heribert Bruchhagen als Boss nicht unbedingt immer gern gesehen war.

Eintracht Frankfurt: Trainer Adi Hütter will nicht bremsen

Selbst Adi Hütter, Trainer von Eintracht Frankfurt, will seine Spieler da nicht zurückpfeifen. Im Gegenteil. „Was ich nicht bremsen werde, ist die Euphorie - und die ist da“, sagte der Coach mit Blick auf die aktuelle Situation. Hütter hat auch nach dem Sieg gegen Hoffenheim allen Grund, zufrieden zu sein. Seine Mannschaft tritt inzwischen im Stil einer Spitzenmannschaft auf - man steht nicht zufällig da, wo man gerade steht. „Es freut mich besonders, dass wir in diesem schweren Auswärtsspiel wieder die Oberhand hatten. Das war über 90 Minuten wieder ein guter, cleverer Auftritt und ein verdienter Sieg, der sehr, sehr wichtig ist, wenn man auf die Tabelle schaut“, sagte Hütter nach dem Spiel, und hob die Moral der Truppe hervor. Das Spiel „zeigt, dass wir in einer guten Verfassung sind, Selbstvertrauen haben und so ein Tor wegstecken können, ruhig weiterspielen und an uns glauben. Wir haben mal wieder gezeigt, dass wir Klasse haben."

Sollte die bärenstarke Überraschungsmannschaft vom Main auch in den kommenden Wochen Vollgas geben, ist der erstmalige Einzug in die Königsklasse tatsächlich ein realistisches Ziel. Das sieht auch der Coach so. „Wenn wir so weiterspielen, auf alle Fälle“, äußerte sich der Österreicher, dessen Momentaufnahme wie eine Drohung an die Rivalen klingt: „Wir sind aktuell eine sehr, sehr gute Mannschaft.“

Eintracht Frankfurt: Nach Köln kommen die Bayern

Am kommenden Sonntag kann sich das Team erneut beweisen. Dann ist der 1. FC Köln zu Gast in Frankfurt, und inzwischen darf man solch eine Partie schon fast als „Pflichtaufgabe“ bezeichnen. Das werden allerdings weder Adi Hütter noch Martin Hinteregger öffentlich tun. So weit ist man dann in Frankfurt dann doch noch nicht. Nach den Kölnern kommen die Bayern aus München in die heimische Arena. Und vielleicht träumt man ja inzwischen auch von einem Sieg gegen den übermächtigen Serienmeister. Es wäre der nächste Schritt Richtung Europa. (Stefan Krieger)

Rubriklistenbild: © Thomas Frey/imago-images

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