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Die Eintracht hat derzeit viele Gründe zum Jubeln.

Endspurt

Wohin führt der Weg von Eintracht Frankfurt noch?

Nach der Länderspielpause beginnt für Eintracht Frankfurt die entscheidende Saisonphase, in der es für die Hessen sowohl in der Fußball-Bundesliga als auch in der Europa League um viel geht. Im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Sonntag (18 Uhr) soll ein Sieg her.

Update, 3. Mai, 14.10 Uhr: Eintracht Frankfurt hat gleich zwei Chancen auf die Champions-League-Teilnahme. Im Halbfinale der Europa League glaubt die SGE gegen den FC Chelsea an die Sensation. In der Bundesliga ist das Rennen um Platz vier weiter spannend. Einige Mannschaften können der Eintracht noch gefährlich werden.

Erstmeldung: Frankfurt - Der formidable Verteidiger Martin Hinteregger ist froh, seit Anfang dieser Woche wieder in seiner Wahlheimat Frankfurt zu sein. Denn dort kennt er das, was ihm zweimal hintereinander mit seinem Heimatland Österreich widerfahren ist, nur vom Hörensagen: Spiele zu verlieren. 

Seit Ende Januar verteidigt der 26-Jährige nun für die Eintracht, er kennt Siege und Unentschieden, aber nicht dieses schale Gefühl, wie jetzt mit Österreich gegen Polen (0:1) und Israel (2:4), in den sauren Apfel beißen zu müssen. Das soll auch am morgigen Sonntag kurz vor 20 Uhr so bleiben, wenn die Partie gegen den VfB Stuttgart vor ausverkauftem Hause beendet ist.

Langsam also geht es ans Eingemachte, acht Spieltage vor Schluss rückt die Entscheidung immer näher, kommt es auf Kleinigkeiten an. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagt Eintracht-Trainer Adi Hütter, „jetzt kommt der Endspurt“. Die Ausgangslage der Frankfurter ist komfortabel, Platz fünf mit 46 Punkten und mit Tuchfühlung auf Platz drei, „aber“, schränkt der Fußballlehrer ein, „wir müssen schauen, was hinter uns los ist“. Eine Schwächeperiode sollten sich die Hessen nicht leisten, jetzt, da die großen Ziele so sehr in greifbare Nähe gerückt sind.

Eintracht Frankfurt gegen den VfB Stuttgart Favorit

Gegen den VfB Stuttgart, derzeit auf dem Relegationsplatz, sind die Frankfurter, das ist keine Frage, der Favorit. „Diese Rolle müssen wir annehmen“, findet Hütter, „wir haben das Selbstvertrauen und wir wollen den nächsten Sieg anpacken“. Außerdem spiele man vor den eigenen Fans. 

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„Ich will eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die uns alle begeistert“, fordert der Coach, der mit einem „guten Gefühl“ die jüngsten Trainingseinheiten verfolgt hat: „Alle waren sehr engagiert, bissig, leidenschaftlich und fokussiert.“ Er warnt aber auch davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. „Es ist gefährlich, wenn man glaubt, aufgrund der Tabellensituation läuft so ein Spiel von ganz alleine.“ Das Gegenteil sei der Fall: „Das wird kein einfaches Spiel.“ Zumal sich der VfB in den jüngsten Begegnungen sichtbar stabilisiert habe. 

Was dem österreichischen Übungsleiter zuletzt nicht so gefallen hat, war die mangelhafte Chancenverwertung in den Spielen gegen Inter Mailand und 1. FC Nürnberg. Beide Partien wurden zwar gewonnen, jeweils 1:0, dennoch hatten die Frankfurter Tormöglichkeiten quasi am Fließband liegen gelassen. „Da müssen wir den Hebel ansetzen.“ Und natürlich, wie gewohnt, früh und aggressiv attackieren. „Wir müssen unserem Gegner wieder wehtun.“

Eintracht-Trainer Adi Hütter hat derzeit keine personellen Sorgen

Dennoch sieht Hütter, der bis auf den angeschlagenen Taleb Tawatha und den Rekonvaleszenten Timothy Chandler personell aus dem Vollen schöpfen kann, der Partie am Sonntag (18 Uhr, bei uns im Liveticker) mit einiger Zuversicht entgegen. „Wir nehmen die Energie und die Kraft der letzten Wochen in diesen Endspurt mit.“ Einer, auf den es besonders ankommt, ist Luka Jovic, dessen Berater Fali Ramadani laut der spanischen Zeitung „AS“ dieser Tage in Madrid mit Real-Generaldirektor Jose Angel Sanchez auf dem Real-Trainingsgelände gesehen wurde. 

Dass es Begehrlichkeiten für den 21 Jahre alten „Topstürmer“ (Hütter) gibt, ist keine Frage. Erstaunlich ist, wie wenig sich der Serbe vom Ballyhoo ablenken lässt. „Wenn ich das Gefühl hätte,“ so Hütter, die Schlagzeilen und die astronomisch hohen Summen würden Jovic belasten, „dann wäre ich längst auf ihn zugegangen“. Dieses Gefühl hat der Coach aber nicht. „Ich sehe, dass er jeden Tag mit unglaublich viel Freude und Spaß auf den Platz kommt. Er ist klar im Kopf.“

Von Thomas Kilchenstein

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