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Ziemlich selbstbewusst: Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner will Inter Mailand unter Druck setzen.

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Eintracht Frankfurt: Sportdirektor Hübner ist voller Vorfreude auf das Achtelfinale - und hat sogar das Endspiel schon im Kopf

Hübner empfindet es als kleinen Vorteil, dass es bei den Mailändern momentan nicht ganz rund läuft, die Querelen um Topstürmer Mauro Icardi belasten das Team, dazu kommt auch sportlich eine Schwächephase, aus den letzten beiden Punktspielen hat der FC Internazionale lediglich einen Zähler geholt.

Frankfurt - Vor dem Pokalfinale im vergangenen Mai ist Ante Rebic nach Belgrad gereist, zu einem Mediziner seines Vertrauens. Der Stürmer der Frankfurter Eintracht drohte, den Höhepunkt des Jahres zu verpassen, ein hartnäckiger Muskelfaserriss hatte ihn zuvor außer Gefecht gesetzt. Auf den letzten Drücker schaffte er es, auch mit Hilfe des Spezialisten, Rebic machte im Berliner Endspiel gegen die Bayern bekanntlich das Spiel seines Lebens.

Jetzt ist der 25 Jahre alte Flügelstürmer für fünf Tage wieder in die serbische Hauptstadt geflogen, dort lässt er sich wegen seiner Kniebeschwerden behandeln. Gegen Hoffenheim hat er sich bei einem Zweikampf das rechte Knie verdreht, „nichts Gravierendes“, wie Sportdirektor Bruno Hübner gestern sagte, die Bänder seien stabil. Aber Ante Rebic, der „im Kopf frei sein und Vertrauen in seinen Körper haben muss“, hat darum gebeten, sich in die heilenden Hände des Spezialisten begeben zu dürfen.

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Eintracht Frankfurt hat zugestimmt, auch „damit nicht mehr kaputt geht“, allerdings wird Rebic morgen im Hinspiel der Europa League gegen Inter Mailand fehlen, zudem im Bundesligaspiel am Montag in Düsseldorf. Selbst für das Rückspiel am 14. März in San Siro „wird es eng“, sagt Hübner. „Das ist ein Verlust.“ Zumal auch der Einsatz von Kapitän David Abraham unwahrscheinlich ist.

Dabei wird die Eintracht morgen jeden Mann gebrauchen können. „Inter Mailand“, sagt Hübner, sei noch mal „eine andere Hausnummer gegenüber Schachtjor Donezk“, und aus seiner Sicht gehe der 18-malige italienische Meister und Champions-League-Sieger von 2010 „in Nuancen als Favorit“ in dieses Spiel. Es werde ein Highlight in der jüngeren Geschichte der Eintracht sein, so Hübner, allein die Paarung müsse man sich „auf der Zunge zergehen lassen: Eintracht Frankfurt gegen Inter Mailand – daran kann man sich gewöhnen. Geil.“ Von der Bedeutung her sei diese Partie, „was Aufmerksamkeit und Anerkennung in Europa angeht“, etwas Außergewöhnliches. „Die Strahlkraft dieses Spiels ist enorm und auch etwas Neues für uns.“

Eintracht Frankfurt: Anspannung und Vorfreude

Mit einer Mischung „aus Anspannung und Vorfreude“ geht die Eintracht in diese Partie vor mit 48 000 Zuschauern ausverkauftem Haus; die Mailänder haben das komplette Kartenkontingent von 2600 Tickets abgerufen, Fernsehstationen aus Italien, Belgien und den Niederlanden hätten sich angesagt. „Da kommt eine ganz schöne Wucht aus Italien.“ Aber Eintracht Frankfurt lässt keinen Zweifel daran: Das Achtelfinale soll keinesfalls Endstation sein. „Wir haben Baku im Kopf“, sagt Hübner, Baku ist der Ort des Finales am 29. Mai. „Ein Finale wäre Wahnsinn.“ Zunächst freilich muss die Hürde Inter genommen werden.

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Hübner empfindet es als kleinen Vorteil, dass es bei den Mailändern momentan nicht ganz rund läuft, die Querelen um Topstürmer Mauro Icardi belasten das Team, dazu kommt auch sportlich eine Schwächephase, aus den letzten beiden Punktspielen hat der FC Internazionale lediglich einen Zähler geholt. „Da ist Unruhe. Störfeuer sind nie gut für eine Mannschaft.“ Die Hessen wollen daraus Kapital schlagen, wollen im ersten Spiel eine stabile Basis fürs Rückspiel legen. „Wir sind in der Lage, mit europäischen Spitzenteams mitzuhalten, und können jederzeit auch auswärts ein, zwei Tore schießen“, findet Hübner. Man wolle Inter nicht nur Paroli bieten, sondern sie mit einem guten Ergebnis unter Druck setzen. „Das Rückspiel muss für sie eine richtige Herkulesaufgabe werden.“

Eintracht Frankfurt: Montagsspiel nicht optimal

Dass die Eintracht vor dem Rückspiel am Donnerstag in Mailand am Montagabend noch bei Fortuna Düsseldorf antreten muss, sei „für uns nicht optimal“, sagt Hübner. Die Regenerationszeit ist dadurch arg geschrumpft. Aber der Sportdirektor will das nicht als Ausrede gelten lassen. „Erfolge beflügeln. Wenn du Erfolg hast, kannst du es bis zum nächsten Spiel kaum abwarten. Und die fantastischen Erfolge in der Europa League helfen uns auch in der Liga.“ Inter Mailand soll es zu spüren bekommen.

(kil)

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