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Torschützen unter sich: Sebastien Haller (von links), Luka Jovic und Ante Rebic gratulieren sich gegenseitig.

SGE

Eintracht Frankfurt: Trainer Hütter ist nach dem 3:1 gegen Freiburg nicht ganz zufrieden

Der Frankfurter Rückrundenstart ist erst einmal eine zähe Angelegenheit. Dann reichen Rebic und Co. aber neun Minuten, um das Spiel gegen Freiburg zu entscheiden.

Frankfurt - So, wie sich Adi Hütter am Samstagabend angehört hatte, musste man das Schlimmste befürchten für die armen Frankfurter Bundesliga-Kicker. Ein verschärftes Straftraining mit Medizinbällen und ewigen Steigerungsläufen  wäre wohl das Mindeste gewesen, optional eine zusätzliche Krafteinheit am Nachmittag, der Neujahrsempfang am Sonntagmorgen im Stadion würde sicher gestrichen – so sehr schien dem Eintracht-Trainer das am Nachmittag Gebotene missfallen zu haben.

„Zu langsam, zu behäbig“ habe man gespielt, zu selten nach vorne, zu wenige Ideen entwickelt, keine Kreativität an den Tag gelegt. „Wir haben so viele Sachen vermissen lassen“, deckelte Hütter, gerade in der zweiten Halbzeit sei man „nur dem Ball hinterhergelaufen“, im „technisch-taktischen Bereich haben wir das nicht gut gemacht. Ich habe keine gute Leistung meiner Mannschaft gesehen“. Und auch die Erklärung, wonach das Team noch den Jetlag wegen der erst vor Wochenfrist beendeten Rückreise aus Übersee spürte, wollte der gestrenge Coach nicht gelten lassen. „Das mache ich nicht zum Thema.“

Eintracht Frankfurt: Guter Start in die Rückrunde

Ganz so schlimm ist es dann am Sonntagmorgen nicht gekommen. Business as usual  also, die Mannschaft lief sich bei strahlendem Sonnenschein im Stadtwald die Müdigkeit aus den Knochen, auf ein Straftraining hatte Hütter verzichtet, schließlich kann einem der Start in die Rückrunde auch deutlich schlechter gelingen als mit einem 3:1 (3:0)-Erfolg über den SC Freiburg – der leicht doppelt so hoch hätte ausfallen können.

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Gerade in den letzten Minuten der Nachspielzeit vergaben die Frankfurter Angreifer Großchancen am laufenden Band. Normalerweise reichen allein die Möglichkeiten, die Jonathan de Guzman, Ante Rebic und Filip Kostic im Gefühl des sicheren Sieges versemmelten, um ein komplettes Spiel haushoch zu gewinnen. Die Hausherren hätten die Partie auch locker 5:1 oder 6:1 für sich entscheiden können. „Ein solches Ergebnis wäre aber nicht d’accord gewesen“, sagte Hütter.

Eintracht Frankfurt: Sturmtrio entscheidet das Spiel

Tatsächlich war es lange Zeit eine sehr zähe Angelegenheit. Der SC Freiburg verbarrikadierte 30, 35 Minuten lang das eigene Tor, der Eintracht – mit Rückkehrer Sebastian Rode in der Anfangsformation – war nichts eingefallen, dieses Bollwerk zu knacken. Und dann reichten doch „zehn tolle Minuten“ (Hütter), um diese Partie zu entscheiden. Streng genommen sogar nur neun Minuten, zwischen der 36. und der 45. Minute erzielte das magische Dreigestirn Sébastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic drei blitzsaubere Tore. „Ich bin froh, dass ich Stürmer habe, die ein Spiel entscheiden können. Das haben wir gebraucht“, sagte Hütter. Die drei im Sturm haben damit allein 29 aller 37 Frankfurter Tore  erzielt, alle drei waren an 36 Treffern direkt beteiligt – und doch war es am Samstag das erste Mal in dieser Saison, dass alle drei in einem Spiel trafen.

Diese individuelle Klasse ist das große Pfund, mit dem Eintracht Frankfurt in dieser Runde wuchern kann, selbst wenn es spielerisch nicht besonders gut laufen sollte oder eine dicht gestaffelte Abwehrmauer eingerissen werden muss, sind diese drei außergewöhnlichen Angreifer immer für mindestens ein Tor gut.

„Es ist angenehm, wenn man als Trainer weiß, dass immer einer in der Lage ist zu treffen“, erklärte der Coach. Rechtsverteidiger Danny da Costa lobte im Überschwang: „Wir haben eine Riesenwaffe da vorne.“

Dazu sind sie von einer gnadenlosen Effektivität, zumindest, als es darauf ankam. Haller, Rebic, Jovic nutzten am Samstag jeweils ihre erste Chance zum Torerfolg  – dafür ließen sie später beste und allerbeste Möglichkeiten ungenutzt verstreichen. Das hätte sich freilich nur dann gerächt, wenn der SC Freiburg, der in der zweiten Halbzeit jedwede Zurückhaltung abgelegt hatte, konsequenter vor dem Tor agiert hätte. „Wenn die das zweite Tor schießen, bekommen wir Probleme“, sagte Gelson Fernandes zu Recht. Die Eintracht war da ins Schwimmen geraten. Doch es reichte den Breisgauern lediglich zum 1:3 durch Nils Petersen (69.). Auch deswegen haderte Trainer Christian Streich enttäuscht, „es war ein furchtbares Spiel“, er gehe mit dem Gefühl, „dass mehr drin gewesen wäre“.

Eintracht Frankfurt indes ist vor den nächsten schwierigen Aufgaben mit Spielen gegen Bremen, Dortmund, Leipzig, Donezk, Mönchengladbach und Donezk  gut aus den Startlöchern gekommen. Und die ungewohnt kritischen Töne des Fußballlehrers bei einem Sieg verdeutlichen, wie sehr der Anspruch mittlerweile in Frankfurt gestiegen ist. Man gibt sich nicht mehr mit einem schnöden Sieg zufrieden, es muss schon ein gutes Spiel her. Andererseits: Es ist eben auch Ausdruck einer besonderen Qualität, wenn man trotz eines weniger gut gelungenen Auftritts ein Spiel gewinnt – absolut ungefährdet.

Eintracht Frankfurt: 10 Millionen für Salcedo

Einer wird an der Eintracht-Geschichte nicht mehr mitschreiben können. Bei Verteidiger Carlos Salcedo stehen die Zeichen auf sofortige Trennung. In dieser Woche weilte der Mexikaner in seinem Heimatland. Der Club UANL Tigres bietet einen hochdotierten Vierjahresvertrag, der Wechsel ist aber nur noch Formsache. Die Hessen werden sich jetzt auf dem Transfermarkt umschauen, um Ersatz für Salcedo zu finden.

Der 25-Jährige war nur Stopper Nummer vier. Eine Konstellation, die ihm nicht behagte und gegen die er seinen Unmut artikulierte. Er war auf dem besten Weg, zum Quertreiber zu werden. In Frankfurt sind sie froh, Salcedo, für den man einst fünf Millionen Ablöse an Chivas Guadalajara zahlte, los zu werden – und das für gut zehn Millionen Euro. Ein richtig gutes Geschäft. So viel würde die Eintracht für Simon Falette nicht bekommen, der FC Nantes hat aber Interesse an dem Verteidiger angemeldet.

Und Branimir Hrgota  soll bei Dinamo Zagreb und AIK Solna auf der Liste stehen.

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von THOMAS KILCHENSTEIN UND INGO DURSTEWITZ

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