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So sieht die neue Frankfurter Entschlossenheit aus: Luka Jovic (links), der Doppel-Torschütze von Mainz, und Simon Falette.

Eintracht Frankfurt

Gegen den FC Bayern München will Eintracht Frankfurt ihre großartige Hinrunde krönen

Auch das 2:2 in Mainz hat gezeigt: Da steht eine völlig andere Eintracht auf dem Platz als bei der Supercup-Klatsche gegen München im August.

Hinterher und nach dem wieder nicht gewonnenen Gastspiel beim Nachbarn FSV Mainz 05 hat der Frankfurter Schlussmann Kevin Trapp schon mal eine kleine Bilanz der Hinrunde gezogen. Sie ist sehr positiv ausgefallen, kein Wunder, dabei steht noch das absolute „Highlight“ (Sportdirektor Bruno Hübner) an, die Bayern kommen am Samstagabend in den Stadtwald, und da haben die Hessen noch eine kleine Rechnung offen.

DFB-Pokalfinale 2018: Eintracht Frankfurts Spieler Ante Rebic machte das Spiel seines Lebens

Die 0:5-Klatsche aus dem Sommer im Supercup ist nicht vergessen, dazu kommt der alte Coach Niko Kovac nach Frankfurt, und irgendwie freut sich halb Frankfurt auf eine Neuauflage des Duells Ante Rebic gegen Mats Hummels. Der kroatische Stürmer hatte im Mai im Pokalfinale bekanntlich das Spiel seines Lebens gemacht, zwei Tore zum 3:1-Triumph erzielt und dabei den deutschen Nationalverteidiger ganz schön alt aussehen lassen.

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Am Samstag schließt sich zudem ein Kreis. Zwischen Supercup und dem 17. Spieltag der Bundesliga liegen mittlerweile nicht nur gute vier Monate, sondern auch Welten. Eintracht Frankfurt Ende Dezember ist nicht mehr Eintracht Frankfurt im August, da steht jetzt eine andere Mannschaft auf dem Rasen, eine, die einen genauen Plan verfolgt, die über Selbstvertrauen und die erforderlichen fußballerische Fertigkeiten verfügt, diesen auch in die Tat umzusetzen. Es ist eine Mannschaft, die sich zu Recht im oberen Drittel des Klassements eingenistet hat, eine Mannschaft, die stabil und angriffslustig agiert und immer mehr will. „Hungrig“ nennt sie Trainer Adi Hütter, der Architekt des bemerkenswerten Aufschwungs.

Eintracht Frankfurt gewinnt alle sechs Spiele der Euopa-League-Gruppenphase

Er, Trapp, habe schon früh gesagt, auch als es anfangs nicht gut lief, dass „wir unheimlich viel Qualität in der Mannschaft“ haben. „Was wir in der Hinrunde erreicht haben, ist sensationell“, lobte der 28-Jährige nach dem 2:2 (2:2) in FSV Mainz. „Da muss man einfach den Hut vor ziehen.“ 27 Punkte und Tabellenplatz fünf in der Bundesliga sowie sechs Siege in sechs Europa-League-Spielen kämen „nicht von ungefähr“, so Trapp weiter, „das ist unfassbar. Ich glaube, dass wir eine richtig, richtig gute Mannschaft haben“, sagte die Leihgabe von Paris St. Germain, der in Mainz mit einer Klasseparade kurz vor Schluss gegen Jean-Paul Boetius den Punkt rettete.

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Die neu entwickelte Reife dieser Frankfurter Auswahl hat sich gerade in diesem wahlweise „intensiven“ (Adi Hütter) oder „großartigen“ (FSV-Coach Sandro Schwarz) Spiel gezeigt, das den Frankfurtern eine Menge abverlangt hatte: Die Gastgeber legten eine erstaunliche Bissigkeit an den Tag, die der Eintracht nicht behagte. Gelson Fernandes, das fleißige Lieschen zwischen den Strafräumen, fühlte sich zeitweise an eine „englische Mannschaft“ erinnert, „körperlich robust, schnell“ seien die Gastgeber unterwegs gewesen, und nicht alle Frankfurter hatten bei den Hinweisen zur bekannten Mainzer Zweikampfführung „hingehört“, wie Trainer Hütter subtil deckelte.

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Den beiden Führungstoren durch Robin Quaison (10. und 36. Minute) waren jeweils verlorene Duelle Mann gegen Mann vorausgegangen. Immerhin aber kamen die Frankfurter jeweils prompt zurück, Luka Jovic (31. und 45.) traf ebenfalls doppelt und führt nun die Torjägerliste (gemeinsam mit dem Dortmunder Paco Alcacer) mit zwölf Treffern an. Und dabei schafften es die Frankfurter dieses Mal sogar, nach einer Ecke von Jonathan de Guzman ein Tor zu erzielen, das hat Seltenheitswert.

Wie Eintracht Frankfurt, wie Trainer Hütter tickt, zeigte andererseits aber auch dieses Spiel: Der Österreicher hält nicht viel von Unentschieden, von Verwalten eines Spielergebnisses schon mal gar nicht. Lieber geht er ins Risiko. „Ich wollte das Spiel gewinnen“, sagte er zu seinem taktischen Schachzug, der beinahe nach hinten losgegangen wäre: Nach 70 Minuten, „das Spiel stand auf der Kippe“ (Hütter), nahm er zwei Mittelfeldspieler vom Feld, Mijat Gacinovic und de Guzman, und brachte Jetro Willems und Angreifer Ante Rebic. Fortan stimmte die Balance im Frankfurter Mittelfeld nicht mehr, Mainz bekam die zweite Luft und ein Übergewicht.

Eintracht Frankfurt: Mijat Gacinovic bleibt bis 2022

Am Tag nach dem Spiel gab der Club mal wieder eine Vertragsverlängerung bekannt: Mijat Gacinovic unterzeichnete einen neuen Kontrakt, der ihn bis 2022, also ein weiteres Jahr, an die Eintracht bindet. Der schmächtige Serbe, seit 2015 dabei, lasse „regelmäßig sein großes Potenzial aufblitzen“, ließ sich Sportvorstand Fredi Bobic zitieren. Seine Tore im Relegationsspiel gegen Nürnberg, im Pokalfinale im Mai oder jüngst in Rom haben ihn in Frankfurt zu einem Spieler werden lassen, „der den Unterschied machen wird“. 99 Pflichtspiele hat der 23-Jährige auf dem Buckel, am Samstag steht er vor seinem hundertsten. Auch Danny da Costa bleibt bei Eintracht-Frankfurt.

Dass Eintracht Frankfurt mit offenem Visier, breiter Brust, vor allem aber ohne Angst in dieses Duell gegen den FC Ruhmreich geht, ist sehr bezeichnend. Es zeigt, wie rasant die Entwicklung der Eintracht nach oben vonstatten ging. Und geht.

Niko Kovac, Trainer des FC Bayern München, lobt Eintracht Frankfurt und Adi Hütter

Vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte hat Bayern Münchens Trainer Niko Kovac die sportliche Entwicklung bei seinem früheren Arbeitgeber Eintracht Frankfurt in den höchsten Tönen gelobt. „Ich bin ganz ehrlich: In dieser Form habe ich das nicht erwartet. Die Eintracht hat vier Spieler verloren, die man erst mal ersetzen muss. Das ist sehr gut gelaufen“, sagte Kovac in einem Interview dem Hit Radio FFH.

Auch für seinen Nachfolger Adi Hütter fand Kovac, der im Sommer vom Main an die Isar gewechselt war, lobende Worte. „Die Eintracht hat einen super Trainer, der einen klasse Job macht. Ich glaube, er kommt auch sehr sympathisch rüber, der Adi“, sagte Kovac.

Übrigens: Im Sommer feiert Eintracht Frankfurt sein 120-jähriges Vereinsbestehen. Die Fans erwartet dabei etwas Besonderes. 

Das Duell am Samstag ist für den 47-Jährigen schon der zweite Auftritt mit den Bayern in Frankfurt. Anfang August hatten die Münchner im Supercup einen glatten 5:0-Sieg gefeiert. Mit einem ähnlichen Ausgang rechnet Kovac dieses Mal nicht. „Da steht eine ganz andere Mannschaft auf dem Rasen. Wir wissen, was uns erwartet. Nämlich Jungs, die den FC Bayern besiegen wollen und – by the way – auch mich.“

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