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Auf Höhenflug: Eintracht-Topstürmer Luka Jovic, aktueller Torschütze des Monats und bester Torschütze der Liga.

Eintracht Frankfurt

Die Eintracht geht gegen Augsburg frisch ans Werk

Mit neuem Schwung nach der Länderspielpause will das Team von Adi Hütter in Augsburg punkten. Eine "unangenehme" Mannschaft sei der FCA, warnt Eintracht-Trainer. Aber Luka Jovic trifft momentan ja wie er will.

Beim vorletzten Training, am Donnerstag, ist David Abraham richtig offiziell geworden. Da hat der Kapitän der Frankfurter Eintracht dem so erfolgreich und zahlreich treffenden Stürmer Luka Jovic die Medaille für das Tor des Monats Oktober um den Hals hängen dürfen. Und Jovic, ein 20 Jahre alter Bursche, hat sich gefreut, eine persönliche Auszeichnung tut jedem Spieler gut, und er hat dabei, wie sein Trainer Adi Hütter jetzt erzählte, „fast einen roten Kopf bekommen.“

Das allein zeige ihm, Hütter, wie sehr geerdet der Serbe sei, wie bescheiden und normal er geblieben sei – trotz des ganzen Hypes, der gegenwärtig um den mit neun Treffern besten Torjäger der Fußball-Branche gemacht wird.

Es vergeht zudem ja kaum ein Tag, an dem nicht irgendein anderer europäischer Spitzenverein in den Zeitungen und sozialen Medien ins Spiel gebracht wird, der den Knipser, am besten schon im Winter, für viele Millionen verpflichten will.

Da kann eine gewisse Bodenhaftung schon mal verloren gehen, nicht so bei Jovic. „Es ist unglaublich, welche Phase er gerade durchmacht“, sagte der 48-Jährige, und er hoffe, sie dauere noch eine Weile an. Luka Jovic trifft momentan ja wie er will, in den 13 Pflichtspielen in Bundesliga und Europa League hat er 13 Tore erzielt; und in diesem Jahr ist er auch schon zweimal zum Torschützen des Monats gekürt worden.

In Augsburg, heute ab 15.30 Uhr Gegner des Überraschungsvierten, wäre es aus Frankfurter Sicht sicher nicht verkehrt, wenn der 20-Jährige mit den strammen Waden erneut ins Tor treffen würde. Der FCA ist so etwas wie der Angstgegner von Eintracht Frankfurt. Seit 2011, seit dem Aufstieg in die erste Liga, ist es den Hessen noch nie gelungen, in der Fuggerstadt zu gewinnen, drei Unentschieden waren das höchste der Gefühle, im vergangenen Jahr, man erinnert sich mit Grausen, sind die damals doch arg pomadigen Frankfurter 0:3 untergegangen, sang- und klanglos.

Das alles weiß Adi Hütter natürlich, er hat zudem seine Hausaufgaben gemacht und die Länderspielpause nicht nur zum Auftanken in Salzburg genutzt. Eine „unangenehme Mannschaft“ sei der FCA, zweikampfstark, sehr flexibel, darüber hinaus richtig gut im Gegenpressing. Wobei: Im Gegenpressing ist die Eintracht auch nicht so schlecht, gerade die drei Wuchtbrummen in vorderster Linie können in der gegenwärtigen Verfassung jeden Gegner das Fürchten lehren.

Trotzdem „werden wir ein Top-Spiel brauchen, um drei Punkte mitzunehmen“, sagt Hütter, der sehr zufrieden ist, wie die Mannschaft im Augenblick aufgestellt ist. Denn auch auf die Defensive ist Verlass, die Hessen stellen den viertbesten Abwehrverbund, in den letzten vier Bundesligaspielen kassierte die Eintracht nur zwei Gegentore, spielte insgesamt dreimal zu Null. „Wir sind nicht so einfach zu knacken“, sagte der Österreicher, inzwischen arbeitet das ganze Team „in beide Richtungen, die Balance stimmt“.

Lucas Torro schon operiert

Einer, der auf absehbare Zeit nicht mehr für defensive Stabilität sorgen kann, ist Lucas Torro. Der Spanier ist bereits wegen anhaltender Schmerzen an den Adduktoren operiert worden, er twitterte sogar schon ein Bild aus dem OP-Bett mit hochgerecktem Daumen, das Handgelenk freilich mit Kanülen förmlich übersät. Die Operation sei gut verlaufen, berichtete Hütter. Dass der defensive Mittelfeldspieler lange ausfalle, sei „schade“, für ihn und die Mannschaft, weil „er gut in Schuss war“.

Dessen ungeachtet wird die Eintracht auf dieser wichtigen Position personell nachlegen. „Wir werden die Köpfe zusammenstecken und uns Gedanken machen.“ Allein auf Gelson Fernandes zu bauen, wäre zu gewagt; zumal aktuell schon Marc Stendera krankheitshalber passen muss und für die Partie in Augsburg ausfällt.

Die Länderspielpause, findet der Coach, habe der Mannschaft gut getan. „Mein Gefühl sagt: Ja“, antwortete er auf die Frage, ob die erforderliche Frische wieder hergestellt sei. Vergangene Woche hatte er das Pensum reduziert, doch in dieser Woche „sind Spritzigkeit und Dynamik zurückgekehrt“, auch bei den Spielern, die für ihre Länder unterwegs waren. „Wir sind wieder in der Lage, 90 Minuten dynamischen Fußball zu spielen.“ Denn natürlich will Adi Hütter so lange wie möglich im oberen Drittel der Tabelle bleiben, will die Begeisterung keineswegs einhegen. „Wir versuchen, uns dort festzubeißen.“ Platz vier zu erreichen sei deutlich einfacher als zu verteidigen. Es ist eine „tolle Momentaufnahme“, aber „wir sehen schon, wer hinter uns steht und vorbeikommen möchte.“ Bayern München etwa.

Den späten Samstagabend wird Adi Hütter erstmals als Gast im Aktuellen Sportstudio verbringen. Ob er schon heimlich geübt hat, um sich beim ZDF-Torwandschießen nicht zu blamieren, ist der ehemalige österreichische Nationalspieler gefragt worden. Das nicht, sagte er, und wahrscheinlich werde er auch nicht so wie seine Stürmer treffen. Aber Tore des Monats „habe ich in Österreich auch schon geschossen, sogar mit der Hacke“.

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