Gut gelaunt im Training: Seferovic, Abraham und Fabian (von links).
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Gut gelaunt im Training: Seferovic, Abraham und Fabian (von links).

Eintracht Frankfurt

Eintracht: Ein kleiner Höhenflug

  • vonPeppi Schmitt
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Bei der Frankfurter Eintracht rennt derzeit jeder für den anderen. Der Mannschaftsgedanke steht im Vordergrund.

Voller Selbstvertrauen geht die Frankfurter Eintracht am Samstag (18.30 Uhr) ins Spiel gegen den 1. FC Köln. „Wir spielen zu Hause“, sagt Stürmer Haris Seferovic, „die Kölner wissen, was sie erwartet.“ Der Schweizer Nationalspieler sieht sein Team auf einem „kleinen Höhenflug“. Die Gründe dafür seien ziemlich klar. „Jeder rennt wie verrückt, jeder rennt für den anderen“, sagt er. Diese Laufstärke und die Begeisterung sollen auch die Kölner zu spüren bekommen.

Ob Seferovic dazu von Beginn an beitragen wird, ist eher unwahrscheinlich. Doch das stört ihn in diesen erfolgreichen Tagen wenig. Der Erfolg der Mannschaft sei das Wichtigste, einzelne müssten dahinter zurückstehen. „Ich bin keiner, der negative Stimmung reinbringt“, sagt er, „das würde dem Team schaden.“

Acht Einsätze hat Seferovic in dieser Saison, aber nur einen einzigen über 90 Minuten, beim 2:0-Sieg in Ingolstadt. Viermal wurde er eingewechselt, viermal wurde er ausgewechselt. Ziemlich häufig hat er auf außen gespielt, „nicht meine Favoritenposition“.

Beim Spiel in Hamburg hat er vor zwei Wochen sein erstes Saisontor erzielt. Das hat ihm gutgetan, war aber nicht vergleichbar mit jenem Treffer zum 1:0-Sieg im Relegationsspiel in Nürnberg, der den Klassenerhalt erst möglich gemacht hatte. „Das war eine Befreiung“, sagt er, „das war das wichtigste Tor meiner Karriere.“

Dass er durch die wenigen und unregelmäßigen Einsätze, auch auf verschiedenen Positionen, nicht wirklich einen Rhythmus finden kann, will Seferovic gar nicht verschweigen. Aber er nimmt es klaglos hin. „Der Trainer ist der Chef, das akzeptiere ich“, sagt er, „wenn die Chance kommt, dann kommt sie.“ Ob sie gegen Köln kommt, wird er, wie die anderen auch, erst am Spieltag erfahren. „Unter der Woche mixt der Trainer durch, erst in der Sitzung wissen wir, wer spielt“, erklärt er. Seferovic genießt bei Trainer Kovac durchaus Vertrauen, auch wenn sich das in der aktuellen Saison noch nicht in besonders großen Einsatzzeiten ausgedrückt hat. Einen „Krieger“ hat der Coach ihn einst genannt. „Der Trainer weiß, dass ich immer fürs Team spiele“, sagt er, „solange er mich unterstützt, ist alles gut.“

Er sei weit davon entfernt, schlechte Laune zu verbreiten, versichert er. Er fühle sich im Gegenteil rundherum wohl mit den Kollegen, im Kreis der Kollegen. Seit Saisonbeginn seien Freundschaften entstanden im Multi-Kulti-Kader der Eintracht. Seferovic ist einer, der mit allen Nationalitäten kommunizieren kann. Neben Deutsch und Schwyzer-Dütsch spricht er auch Serbisch/Kroatisch, dazu Spanisch, Italienisch und ein wenig Englisch. „Nur mit Michael Hector habe ich ein paar Probleme“, lacht er, „da müssen wir mit Händen und Füßen zurechtkommen.“ Die Integration der vielen Neuen sei gut geglückt, „mit der Zeit haben sich alle angepasst“. Dabei seien die gemeinsamen Frühstücksvormittage durchaus hilfreich.

Obwohl aktuell ein Stück weit von einem Stammplatz entfernt, kann sich Seferovic vorstellen, langfristig in Frankfurt zu bleiben. Der Vertrag läuft am 30. Juni 2017 aus. „Ich würde gerne bleiben“, sagte er nun, „der Fußball hier, die Stadt, die Fans, das alles gefällt mir.“ Sein Berater sei in Gesprächen mit Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. „Ob es wirklich klappt, weiß ich nicht“, sagte der Schweizer Nationalspieler.

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