Alex Meier mit der Torjägerkanone: Wann wird er wieder auf die Jagd gehen können?
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Alex Meier mit der Torjägerkanone: Wann wird er wieder auf die Jagd gehen können?

Eintracht Frankfurt

Eintracht: Kommt Alexander Meier heute schon zurück?

  • VonPeppi Schmitt
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Beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt lässt der Trainer nach dem 1:2 keine Frustration zu.

Am Tag nach dem Spiel ist der Trainer der Frankfurter Eintracht immer besonders gefragt. Mit den Stammspielern hat Armin Veh am Montagmorgen die Partie in Wolfsburg ausführlich besprochen und dabei viel Vertrauen weitergeben. „Wir wollen unseren eigenen Spielstil prägen“, sagte Veh den wegen der 1:2-Niederlage in Wolfsburg niedergeschlagenen Spielern, „lasst euch nicht verrückt machen, wenn nicht alles gleich klappt.“ Im Anschluss an die Aufarbeitung der ersten Begegnung hat der Trainer die Reservisten bei ihrer intensiven Übungseinheit beobachtet. Und sich dabei wieder an den jungen Spielern wie Luca Waldschmidt oder Joel Gerezgiher erfreut, die gegen die „Wölfe“ am Ende auf dem Platz gestanden hatten. „Wir haben jetzt wieder ein paar Jungs, die für die Zukunft was hinkriegen können“, sagte Veh. Und dann unterhielt er sich mit den Medienvertretern und verkündete quasi en passant eine wirklich gute Nachricht. In den nächsten Tagen soll Alexander Meier auf den Platz zu den Kollegen zurückkehren. „Es sieht gut aus bei ihm“, sagte der Trainer, „es könnte schon diese Woche klappen.“

Der Bundesliga-Torschützenkönig war im April an der Patellasehne des rechten Knies operiert worden und hat seitdem in der Reha geschuftet. Vielleicht schon an diesem Dienstag wird Meier beim Training sein, nachdem Dr. Bernhard Segesser, der ihn operiert hat, für die nächsten Schritte grünes Licht gegeben hat. „Es zwickt manchmal noch ein bisschen, aber das ist normal“, sagte Meier am Montag, „aber grundsätzlich sieht alles gut aus.“

Die Niederlage in Wolfsburg war also ziemlich schnell verarbeitet, der Trainer wollte keine schlechte Laune aufkommen lassen. Dennoch hatte er den Finger in die eine oder andere Wunde gelegt, denn mit einer noch etwas besseren Leistung wäre sicher ein Punkt möglich gewesen. Da waren sich alle einig. „Wolfsburg hat nicht die absolute Topleistung abgerufen, das müssen wir richtig einordnen“, sagte Bastian Oczipka selbstkritisch. Aus Sicht des Trainers müsse seine Mannschaft in den nächsten Wochen „ballsicherer“ auftreten, zu leicht habe man oftmals den Ball verloren und damit gute Gelegenheiten verschenkt. „Wir haben zu früh in die Spitze gespielt und den einen oder anderen Konter hätten wir auch besser ausspielen können“, mäkelte der Coach. In der Konsequenz für das erste Heimspiel am Samstag gegen den FC Augsburg bedeute dies, „dass wir geduldiger sein müssen.“

Natürlich sind Veh auch grundsätzliche Schwächen in seiner Mannschaft aufgefallen. So fehlt nach wie vor das Tempo im zentralen Mittelfeld. „Wir haben uns zu viel Bälle klauen lassen“, ärgerte er sich. Das wurde nach der Pause durch den Taktikwechsel von 4-4-2 auf 4-3-3 besser, freilich ging dabei auch die Wucht nach vorne etwas verloren.

Baustelle links vorne

Das Geschwindigkeitsdefizit hatte die Mannschaft schon letzte Saison, bislang konnte es nicht ausgemerzt werden. Stefan Reinartz und Marco Russ sind nicht die Schnellsten, und einen wirklich schnellen Mittelfeldspieler haben die Frankfurter auch diesmal nicht hinzu geholt. Marc Stendera, der sich nach wie vor mit Oberschenkelproblemen plagt und dessen Einsatz auch gegen Augsburg fraglich ist, besitzt diese Qualität auch nicht.

Die zweite Baustelle liegt auf Linksaußen. Takashi Inui hatte in Wolfsburg wenig bewegt und musste zur Pause gehen. Luc Castaignos rückte dann auf links, doch in der vorderen Spitze ist der Neue sicher wertvoller. Am Ende kamen die Jungen Joel Gerezgiher und Luca Waldschmidt. Sie zeigten gute Ansätze, (noch) nicht mehr. Die Verpflichtung eines weiteren neuen Linksaußen neben dem Serben Mijat Gacinovic, der erst ein paar Tage im Training steht, schloss Veh eigentlich aus. Die Eintracht müsse auch mal „mittelfristig“ denken, sagte er, „und wenn wir da einen holen, würden wir unsere Jungen blockieren.“

Nur, wenn ein Spieler den Klub noch aus eigenem Antrieb verlassen wolle, würde die Eintracht noch mal reagieren. Angeblich gibt es Interessenten für Inui aus dem Ausland. Den Wunsch, Sebastian Jung aus Wolfsburg zurückzuholen, hegen sie in Frankfurt weiter. Doch die Chancen sind gering, obwohl Jung bei den „Wölfen“ offenbar keine Rolle mehr spielt. „Die geben ihn nicht her, damit ist die Sache erledigt“, sagt der Trainer.

Was wohl nur für die bis Ende August laufende Transferperiode, aber nicht für die nächste im Winter gilt. Veh kann damit gut leben, denn auf der defensiven rechten Außenbahn sieht er keine großen Probleme. Hasebe könne da spielen, Ignjovski habe seine Sache nach der Einwechslung gut gemacht und in ein, zwei Wochen könne er auch wieder mit Timothy Chandler rechnen. Die Eintracht ist also bereit, auf die Rückkehr von Jung noch länger zu warten. (pes)  

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