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Eintracht vor dem Liga-Endspurt: Das sind die Chancen und Risiken

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Von: Peppi Schmitt

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Hofft auf höheren Beistand: Eintracht-Talent Taleb Tawatha während des Spiels gegen den HSV.
Hofft auf höheren Beistand: Eintracht-Talent Taleb Tawatha während des Spiels gegen den HSV. © Huebner/Becker (Jan Huebner)

Für Europa wird es wohl nicht reichen. Aber es gibt auch Dinge, die für einen besseren zweiten Rückrunden-Teil der Frankfurter Fußballer sprechen. Eine Analyse.

Die einen träumen von Europa. Die anderen blicken immer noch ängstlich nach hinten. Die Frankfurter Eintracht liegt neun Spieltage vor Schluss der Saison auf einem ausgezeichneten siebten Platz. Aber ist das beruhigend? Der Rückstand auf den ersten direkten Platz, der zur Teilnahme an der Europa-League berechtigt, beträgt lediglich einen Punkt. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz neun Punkte – vier weitere Abstiegskandidaten sind allerdings nur noch sieben Zähler zurück. Wohin also geht die Reise der Eintracht? Nach vorn oder doch weiter nach hinten? Eine Analyse.

Die Leistungskurve der Eintracht ist seit Jahresbeginn dramatisch gesunken, zuletzt ging es allerdings in ganz kleinen Schritten auch wieder aufwärts. „Jede Serie geht einmal zu Ende“, bemüht Trainer Kovac eine Binsenweisheit. Der erste Punktgewinn nach zuvor fünf Niederlagen gibt ihm recht. Sportvorstand Fredi Bobic spricht aus Erfahrung, wenn er feststellt, „dass jede Mannschaft außer den Bayern in Laufe der Saison eine kleine Krise hat.“ Gefährlich sei dies nur, wenn die Krise am Ende kommt, „denn dann kann man nicht mehr reagieren“, sagt Bobic. Der VfB Stuttgart hat das in der letzten Saison leidvoll erfahren.

Seferovic darf wieder

So gesehen ist es vergleichsweise gut, dass die Frankfurter sich ihre Krise zu Beginn der Rückrunde genommen haben. Doch nun biegt die Liga bald in die Zielgerade ein und es wird Zeit, wieder den richtigen Kurs einzuschlagen. Das Trainerteam geht davon aus, dass die Länderspielpause genau zur richtigen Zeit gekommen ist. Der eine oder andere Spieler wie Marco Fabian, Marco Russ oder auch Alex Meier soll sich nach mehr oder weniger langen Ausfällen noch besser erholen und wieder den Anschluss finden. Andere wie Jesus Vallejo, Guillermo Varela und Shani Tarashaj sollen nach Krankheiten und/oder Verletzungen endlich zurückkehren. Wieder spielen darf nach abgelaufener Sperre Haris Seferovic.

Der Wermutstropfen: Vermutlich wird Makoto Hasebe länger ausfallen, vielleicht sogar bis zum Ende der Saison. „Bis Donnerstag, Freitag wissen wir mehr“, sagt Manager Bruno Hübner. Hasebe ist zur japanischen Nationalmannschaft nach Dubai geflogen, wird dort noch einmal intensiv untersucht und wahrscheinlich dann in Japan operiert.

Noch fünf Heimspiele

Für einen besseren zweiten Rückrunden-Teil spricht neben einer Entspannung der Personalsituation, dass die Eintracht noch fünf Spiele in der eigenen Arena austragen kann, darunter gegen die bedrohten Teams aus Wolfsburg, Augsburg und Bremen. Allerdings ist die Heimstärke zuletzt abhanden gekommen, gegen Freiburg, Ingolstadt und den HSV gab es nur einen Punkt. Der Trainer ist optimistisch. „Wenn die Mannschaft wieder komplett ist, wird sie auch wieder besser und erfolgreicher spielen“, sagt Kovac.

Die Frankfurter werden aber ganz sicher auch in den Rückspiegel schauen müssen. „Wir hatten mal 16 Punkte Vorsprung vor dem HSV, jetzt sind es noch neun“, betont der Trainer. Kovac wird nicht müde, immer wieder das schon vor der Saison ausgegeben Ziel, die ominösen 40 Punkte, in den Mittelpunkt zu stellen. Der Abstand nach hinten ist bei der aktuellen Form nicht wirklich beruhigend, aber auch noch nicht besorgniserregend. Denn es liegen ja acht Vereine zwischen der Eintracht und dem Relegationsplatz, rein rechnerisch ist es da nicht besonders wahrscheinlich, dass alle genauso spielen, um den Frankfurtern noch nahe zu kommen, selbst wenn diese tatsächlich nicht mehr in die Gänge kämen. Und wäre da nicht die „Rückrunde der Schande“ vor sechs Jahren, als die Frankfurter nur acht Zähler nach der Winterpause geholt haben und nach guter Vorrunde den Gang in die Zweite Liga antreten mussten, würde sich auch keiner wirklich so trübe Gedanken machen. Immerhin hat die Eintracht diesmal ja trotz der Formschwäche sieben Punkte in der Rückrunde geholt.

Fazit: Die Eintracht wird sich im sicheren Mittelfeld halten können, am Ende auf Platz elf oder zwölf kommen. Europa ist zwar möglich, aber nicht wirklich realistisch.

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