+

Kommentar

Eintracht: Nicht nur auf den Polizeifehler schauen

  • schließen

In einer Sache hat Hessens Innenminister Beuth (CDU) recht: Die Fankurve kann kein rechtsfreier Raum sein.

Wenn gegen das Verbot von Pyrotechnik verstoßen oder Jagd auf gegnerische Fans gemacht wird, die nichts verbrochen haben, außer in der „falschen“ Stadt geboren zu sein, kann die Polizei nicht einfach zusehen. Aber vor dem Eintracht-Spiel gegen Donezk hat sie völlig unverhältnismäßig gehandelt.

Es bleibt Beuths Geheimnis, warum er nach der in der Tat unmöglichen „Motivationsrede“ von Eintracht-Präsident Fischer nicht gefragt hat, ob hinter den „nebulösen“ Formulierungen etwas steckt. Die Eintracht-Beschwerde ist insofern nachvollziehbar. Aber verharmlosen sollte der Verein Fischers Worte nicht. Dass diese nicht einfach nur metaphorisch gemeint waren, müsste klar sein, wenn man nicht denken will, dass Begriffe wie „neblig“ oder „viel zu viel Licht“ für das TV im Stadion ohne jeden Sinn gewesen wären. Solche Sätze müssen künftig unterbleiben, um Vorwürfen, durch zu große Fan-Nähe selbst Gesetzesverstöße zu tolerieren, nicht neue Nahrung zu geben. Zweifelhaftes Fan-Verhalten hat die Eintracht schon viel Geld und Reputation gekostet. Insofern wäre es sehr wichtig, dass diejenigen, die Ärger machen, nicht immer wieder Rückendeckung von anderen Fans bekämen. Der Polizei, die sich im konkreten Fall falsch verhalten hat, in diesem Dauerkonflikt einseitig den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist ungerecht. Dass sich SPD und Linke einseitig auf Fan-Seite stellen, um Wähler abzuholen, wirkt etwas billig.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare