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Eintracht-Präsident Fischer geht kaum vor die Tür

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Der Frankfurter Präsident Peter Fischer vor dem Anpfiff.
Der Frankfurter Präsident Peter Fischer vor dem Anpfiff. © Fredrik von Erichsen/Archiv

Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer geht wegen der prekären Situation seines Clubs kaum noch vor die Tür. „Höchstens noch Zigaretten holen".

Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer leidet sichtlich unter der prekären Lage seines Clubs und geht dieser Tage kaum noch vor die Tür. «Höchstens noch Zigaretten holen. Der Automat spricht wenigstens nicht mit mir», sagte der 60-Jährige am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur und klagte: «Es geht nur um die Eintracht, es herrscht nur schlechte Stimmung.» Die Taxifahrer würden sich darum reißen, dass er bei ihnen einsteige - «damit sie mich beschimpfen können». Derweil fordert Jan Åge Fjørtoft, der Retter von 1999: «Jetzt ist die Zeit für Helden.»

Trotz des 17. Tabellenplatzes der Eintracht und des drohenden fünften Abstiegs aus der Fußball-Bundesliga ist sich Fischer sicher, dass sein Club am letzten Spieltag beim Mitkonkurrenten Werder Bremen noch eine Chance auf den Klassenverbleib hat: «Diese Überzeugung ist in mir drin.»

Wie die Torflaute - nur zwei Treffer in den vergangenen neun Spielen - behoben werden kann? «Es müsste irgendwann so einen Turnaround- Effekt geben. Vielleicht so ein Tor des Monats. Vielleicht so ein Fallrückzieher aus 35 Metern. Irgend so ein Momentum. Dafür zittere und darauf hoffe ich», sagte Fischer.

Wenig hält der Eintracht-Präsident von Fjørtofts Helden-Aussage. Der Norweger hatte in einem Interview der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Dienstag) daran erinnert, wie die Frankfurter in einer ganz ähnlichen Situation 1999 noch den Klassenverbleib schafften - durch Fjørtofts Last-Minute-Tor zum 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern. «Zu Jan Åge passt so eine Aussage ganz gut. Aber wenn man 30 Spieltage lang keine Helden hatte ...»

Fjørtoft macht den Frankfurtern Mut im Abstiegskampf. «Auch 1999 hatten uns alle schon abgeschrieben. Damals war die Situation genauso wie heute: Siebzehnter in der Tabelle, noch vier Spieltage, vier Punkte Rückstand auf den Nichtabstiegsplatz. (...) Die Gegner waren noch schwieriger, als es die heute sind - und wir haben alle vier Spiele gewonnen», sagte der 49-jährige Ex-Profi.

Fjørtoft hatte damals bei seiner Großtat mit einem lässigen Übersteiger Torhüter Andreas Reinke ausgetrickst. Seitdem ist er für alle Zeiten ein Held der Eintracht-Fans. Der 1. FC Nürnberg musste daraufhin wegen der schlechteren Tordifferenz absteigen.

«Ich denke oft noch daran, wie groß die Freude und Erleichterung waren. Und jetzt ist es wieder Zeit, Geschichte zu schreiben», sagte der heutige Fußball-Experte des TV-Senders Sky. Fjørtoft erinnerte daran, dass die Frankfurter 1999 nicht nur das letzte Spiel gegen den FCK, sondern auch in Bremen, auf Schalke und gegen Dortmund gewonnen haben.

Fischer hatte am Dienstag das Interview mit Fjørtoft nicht gelesen - weil er eh kaum noch Zeitungen liest: «Da werde ich ja noch mehr verrückt.» Der Funktionär räumte ein, er habe eine «dramatische Angst vor den Konsequenzen» eines Abstiegs. «Wir haben im Verein und in der Fußball-AG 500 Mitarbeiter, wir haben eine Menge Engagements.» Es gebe eine lange Liste der «Nice to have» («Nett zu haben»)-Dinge. «Die fallen dann in die Tonne.»

(dpa)

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