Fredi Bobic
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Eintracht Frankfurt

Eintracht-Sportvorstand Bobic und Trainer Kovac schüren hohe Erwartungen

  • VonPeppi Schmitt
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Das klingt anders als bei Vorgänger Bruchhagen: Mit Durchschnitt gibt sich Eintracht-Vorstand Bobic nicht zufrieden.

Im vergangenen Jahrzehnt war es bei der Frankfurter Eintracht durchaus Teil der Vereinspolitik, bei Misserfolgen Medien, Zuschauer, Fans und der Öffentlichkeit allgemein Schuld zuzuweisen, weil die Erwartungen im Umfeld einfach „zu groß“ gewesen seien. Ähnliche Argumente können in diesen Tagen nicht mehr angeführt werden. Zwar warnen Sportvorstand Fredi Bobic und Trainer Niko Kovac pflichtgemäß vor einer schweren Rückrunde in der Fußball-Bundesliga, doch sie selbst sind es, die Erwartungen an die Mannschaft haben und Hoffnungen schüren. „Wir wollen so schnell wie möglich vierzig Punkte holen, dann setzen wir uns neue Ziele“, sagen Bobic und Kovac wortgleich. Intern ist das längst geschehen.

Selbstverständlich wird auch in der Kabine über die Chance gesprochen, drei Jahre nach den spektakulären Ausflügen nach Europa einen neuen internationalen Anlauf zu nehmen. Dazu passt, dass der Taktgeber Bobic von der Theorie seines Vorgängers Heribert Bruchhagen, die Liga sei wegen der immer weiter auseinanderklaffenden wirtschaftlichen Möglichkeiten „zementiert“, nicht allzu viel wissen will. Abfinden wolle er sich damit jedenfalls nicht, hat er gerade in der „Sport Bild“ gesagt. „Wenn wir gemeinsam mit voller Überzeugung klopfen, zerlegen wir den Zement“, sagt Bobic. Als bestes Beispiel gilt ihm Borussia Mönchengladbachs Aufstieg vom Relegationsplatz 2011 bis in die Champions League.

Vor dem letzten Hinrunden-Termin am Samstag beim Tabellenzweiten RB Leipzig steht die Eintracht auf Platz vier. Einerseits gibt Bobic zu, „dass wir uns in der Vorrunde selbst überholt haben.“ Andererseits sieht er in der Überfüllung des Plans eine womöglich einmalige Chance, die Eintracht schön früher als erwartet auf ein neues Gleis zu setzen. Das hört sich dann so an: „Wir haben Stärke entwickelt und Selbstvertrauern. Mit Durchschnitt gebe ich mich nicht zufrieden.“

Trainer Kovac ist da ein Bruder im Geiste. „Wir müssen schnellstens gut spielen und punkten“, fordert er. Die Bedingungen für einen erfolgreichen Start in Leipzig sind allerdings nicht gerade ideal. Mit Szabolcs Huszti und Marco Fabián werden zwei Stammspieler ausfallen. Beide konnten auch beim Geheimtraining am Mittwoch nicht mitmachen. „Da müssen halt andere ran“, sagt der Eintracht-Coach lapidar. Ob die Mannschaft dem Tempo des Trainers und der Clubführung tatsächlich auf Dauer folgen kann? Januar und Februar werden erste Antworten geben.

(pes)

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