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Keine Angst vor großen Gegnern: Kevin-Prince Boateng.

Eintracht Frankfurt

Die Eintracht träumt vom nächsten DFB-Pokal-Finale

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Das Pokal-Finale ist für die Eintracht nur noch einen Sieg entfernt. Doch zunächst gilt die Konzentration dem Punktspiel gegen Köln.

Ganz zum Schluss kehrte Niko Kovac dann doch in die Gegenwart zurück. Mit ernstem Gesicht hatte der Trainer bei der Abrechnung seines Mainzer Kollegen Sandro Schwarz mit der eigenen Mannschaft (lesen Sie dazu auch unseren gesonderten Bericht auf Seite 26) zugehört. „Auch wir haben am Samstag das nächste Spiel, gegen Köln, und auch wir brauchen die Punkte“, erinnerte Kovac beim Abschied von Schwarz an die Pflicht in der Fußball-Bundesliga.

 

Und dennoch: Die Eintracht und die 05er trennen im Augenblick Welten. Es war eine bizarre Szenerie am Mittwochabend: Die größtenteils in Fastnachtskostümen angereisten Mainzer Fans hatten jeglichen Frohsinn abgestreift und beschimpften ihr Team. Der Frankfurter Anhang dagegen feierte nach dem 3:0 (1:0) im Pokal-Viertelfinale das vor der Stehkurve schunkelnde Team als wäre schon Rosenmontag und Endspieltag zusammen.

Das Erreichen des Halbfinales – es hat die geheimen Sehnsüchte bei der Eintracht und im Umfeld des Clubs weiter angeheizt. Am Sonntag werden die Spiele der letzten Vier ausgelost. In Frankfurt kann man sich bereits über eine Zusatzeinnahme von 2,55 Millionen Euro freuen. Dazu gibt es die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) auferlegte angenehme Pflicht, sich jetzt schon um die Organisation einer möglichen Final-Teilnahme am 19. Mai in Berlin zu kümmern. Da können die Eintracht-Verantwortlichen aus dem reichen Erfahrungsschatz des vergangenen Jahres schöpfen.

Und obwohl er es sich nicht so recht anmerken lassen wollte: Niko Kovac war mächtig stolz über die zweite Halbfinal-Teilnahme in Folge. Bayern München, Bayer Leverkusen, Schalke 04 und die Frankfurter Eintracht: „Das ist ein sehr elitärer Kreis, in dem wir uns da befinden“, konstatierte der Trainer. Die Prämissen vor der Auslosung sind klar: nicht die Bayern und bitte ein Heimspiel. Es gehört allerdings auch zum neuen Frankfurter Selbstbewusstsein, dass Kovac daran erinnerte: „Im letzten Jahr hatten wir im Halbfinale auswärts in Gladbach auch ein schweres Spiel – und haben es trotzdem geschafft.“

Auch die Spieler gehen schon langsam in den Final-Modus. Kevin-Prince Boateng trat nach dem Mainz-Spiel ebenso selbstbewusst wie kämpferisch vor die Kamera des Bezahlsenders Sky: „Ich will dahin. Ich muss dahin. Das ist meine Heimat“, sagte er. „Wenn wir nicht dahin kommen, bin ich sauer.“ Marco Russ formulierte etwas weicher: „Die Fans träumen wieder von Berlin – und wir tun das auch“, sagte der Verteidiger in einem ARD-Interview. „Jeder, der letztes Jahr dabei war, hat gesehen, was für ein Wahnsinns-Highlight das für die ganze Mannschaft und die ganze Region war. Jetzt sind wir nur noch einen Schritt von diesem Finale entfernt. Und wir werden alles dafür tun, um da wieder hinzukommen.“

Doch zunächst wartet das Halbfinale. Danny da Costa hat einen nicht allzu schwer zu erratenden Wunschgegner: seinen Ex-Club Bayer Leverkusen. „Das wäre ein Knaller. Ich habe schon Bernd Leno geschrieben“, sagte da Costa nach seinem ordentlichen Startelf-Debüt für die Eintracht gegen Mainz. Da Costa auf der rechten Außenbahn war ein Beispiel für gelungene Rotation, Jetro Willems, sein Pendant links, eher weniger. „Für ihn ist Fußball immer ein Kunstwerk“, nahm Kovac den oft zu verspielten Niederländer in Schutz: „Er braucht die Ästhetik, ich bin da eher der Pragmatiker.“

Und nun geht es am Samstag gegen den 1. FC Köln. Omar Mascarell hat wohl keine Rotation zu befürchten. Der Spanier wird immer wichtiger für das Mittelfeld. Kaum zurück nach einer langwierigen Achillessehnenverletzung, hat er nun sein erstes Pflichtspieltor geschossen. „Omar ist ein Gedicht“, schwärmte Niko Kovac. „Er war letztes Jahr nicht im Finale dabei und hätte es jetzt wirklich verdient.“ Der Pokal bleibt allgegenwärtig.

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