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Eintracht will so gut sein wie der FC Augsburg

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Von: Peppi Schmitt

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Gut gelaunt und optimistisch geht Wolfgang Steubing seine Arbeit an.
Gut gelaunt und optimistisch geht Wolfgang Steubing seine Arbeit an. © Christian Klein

Der neue Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing will die alte seriöse Arbeit mit neuen Ideen fortsetzen.

Die Aufsichtsratswahlen bei der Frankfurter Eintracht waren gerade vorbei, da erklärte Peter Fischer, dass man wohl zeitnah den neuen Trainer vorstellen wird. So hat das neue Gremium, das unter dem neuen Vorsitzenden Wolfgang Steubing nicht nur kontrollieren, sondern auch den Vorstand beraten möchte, gleich handfeste Arbeit vor sich.

Präsident Peter Fischer hatte die Wahl gut vorbereitet. Das neue neunköpfige Spitzengremium wurde so zusammengestellt wie geplant, Steubing als Vorsitzender einstimmig gewählt. „Wir haben ein hervorragendes Gremium geschaffen, das schon am ersten Tag sehr effizient gearbeitet hat“, war aus Steubings ersten Worten Begeisterung und Euphorie herauszuhören. Dabei waren es die Zwischentöne in der Pressekonferenz und in den Interviews danach, die Hinweise auf die jüngere Vergangenheit, vor allem aber auf die nahe Zukunft der Eintracht gegeben haben.

Da zieht es Wolfgang Steubing nicht nur persönlich wieder nach Europa. „Wir brauchen einfach einen besseren Tabellenplatz“, sagte der neue AR-Chef, „vielleicht sind wir ja mal so gut wie Augsburg.“ Der Underdog hatte sich in dieser Saison für die Europa-League qualifiziert. Und da will die Eintracht auch wieder hin. „Porto und Bordeaux, das war wirklich nicht schlecht“, gönnte sich Steubing einen Blick zurück.

Erreichen will die in Teilen neu aufgestellte Eintracht dies weiter mit einer seriösen Finanzpolitik. „Der Etat wird nicht überstrapaziert, es wird keine Rechnung offen bleiben“, sagte der neue Chef, „wer etwas anderes sagt, meint es nicht gut mit uns.“ An vielen Fronten will der neue AR arbeiten, die „tragfähige und nachhaltige Geschäftspolitik“ soll sich vor allem in einer sportlichen Strategie ausdrücken. Der Kader müsse weiterentwickelt werden, um sportliche Verbesserungen erreichen zu können. „Wir müssen uns auf dem Transfermarkt besser bewegen können, als wir es bisher konnten“, sagt Steubing. Dies sei besonders in den nächsten Jahren nötig, „weil die Fernsehgelder explodieren werden“. Da ist jede bessere Platzierung Millionen Euro wert. Zudem soll die finanzielle Situation auch durch das „Genussschein-Modell“ verbessert werden, über das die Eintracht rund zehn Millionen Euro generieren will. Der Vorstand arbeite „emsig“ daran, lobte Steubing.

Das Modell, „das auf tragfähigem Eigenkapital und nicht auf Fremdkapital beruht“, sei auf den Weg gebracht und liegt dem Finanzamt zur Prüfung vor. Natürlich ist das neue Gremium auch eingebunden in die Frage des neuen Trainers. Bei der konstituierenden Sitzung waren aber nicht die Namen der Kandidaten das Hauptthema, sondern der zeitliche Ablauf. „Wir haben mit dem Vorstand ein Zeitfenster festgelegt“, sagte Fischer, „die Suche liegt beim Vorstand in guten und seriösen Händen.“ Sportdirektor Bruno Hübner hat die meisten Vorgespräche geführt, in den nächsten Tagen wird der Vorstand seinen Favoriten benennen und die finanzielle Ausgestaltung mit dem Hauptausschuss des AR, dem Steubing, Fischer und Philip Holzer angehören, final besprechen.

Mit der Bezeichnung „Neuanfang“ kann sich der neue Chef anfreunden, mit dem Wort „Umbruch“ nicht. Denn im Grunde soll die seriöse Vereinspolitik, die seine Vorgänger in die Wege geleitet haben, fortgesetzt werden. Abhaken würde Steubing am liebsten die unerfreulichen Begleitumstände der Trennung von Trainer Thomas Schaaf. Was nicht ganz so einfach ist. In einem Interview mit Eintracht-TV sprach der neue Chef Steubing von „unüberbrückbaren Differenzen mit der Mannschaft“, die Schaaf als Grund für die Bitte der Auflösung des Vertrages genannt hatte.

Für den Verein sei dies „keine schöne Situation“ gewesen, fügte Steubing hinzu. Schaaf erhält anscheinend eine Abfindung, was nicht allen im Club wirklich schmeckt. Schlecht angekommen ist auch, dass der Trainer sich von der Mannschaft bis heute nicht verabschiedet haben soll.

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