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Eintracht Frankfurt

Eintracht wünscht sich Sportpark am Stadion

  • VonKlaus Veit
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Das Gelände des Frankfurter Stadions ist sehr begehrt. Am Montag stellten Eintracht Frankfurt sowie Alexander Waske, der hier eine Tennis-Akademie errichten will, der Stadt ihre Pläne vor.

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hatte bei dem Treffen mit dem Sportausschuss der Stadt am Montag alles aufgeboten, was Rang und Namen hat. Alle drei Vorstände, also Fredi Bobic, Axel Hellmann und Oliver Frankenbach, waren ebenso erschienen wie der Aufsichtsratvorsitzende Wolfgang Steubing, Vereinspräsident Peter Fischer sowie Fußball-Ikone und Fußballschule-Chef Charly Körbel. Man wollte zeigen, wie wichtig das Projekt ist.

„Wir brauchen den Sportpark Stadion für unsere notwendige Erweiterung“, sagte Hellmann. Dabei gehe es nicht nur um neue Räume für die aus allen Nähten platzende Geschäftsstelle, sondern auch um mehr Trainingsplätze, die von den Profis und dem Nachwuchs genutzt werden sollen. Während andere Bundesligisten in den vergangenen Jahren entsprechend den neuen Anforderungen ausgebaut haben, muss sich der Frankfurter Lizenzspielerbereich seit zwölf Jahren mit dem Mittelrang der Westtribüne begnügen. Der Sanitär- und Duschbereich wurde während der rund einstündigen Präsentation als „gänzlich unzureichend“ sowie als hygienisch fragwürdig bezeichnet, das nicht individuell steuerbare Lüftungssystem habe „unerwünschte Nebenwirkungen auf Arbeitsbedingungen und Gesundheit“. Nicht einmal ein ausreichend großer Kraftraum sei vorhanden.

Auch Platz für die Jugend

Mittelfristig soll auch das Jugend-Leistungszentrum (U 15 bis U 19) vom Riederwald in den Stadtwald umziehen. Auch das Breitensportangebot soll erweitert werden, das Eintracht-Museum ebenfalls. Hier sollen demnächst die Besucher zusätzlich auch über die Sportstadt Frankfurt informiert werden. Hellmann hofft außerdem auf mehr Freizeitangebote für Kinder und Familien, beispielsweise durch Jedermann-Turniere.

Natürlich sollen auch die Arbeitsbedingungen der Profis verbessert werden. Ein von vielen Bundesliga-Trainern, auch von Niko Kovac, inzwischen favorisiertes „Ganztages-Aufenthaltskonzept“ scheitert in Frankfurt derzeit an fehlenden Ruheräumen, an einer geeigneten Küche, aber auch an fehlenden Räumen für die medizinische, physiotherapeutische und regenerative Behandlung. Insgesamt benötigt die Eintracht nach ihrer Planung 17 392 Quadratmeter, die Kosten sollen 30 Millionen Euro betragen, im Spätherbst 2017 soll die gut zweijährige Bauphase beginnen.

Hellmann hatte bei der Präsentation „eine durchaus positive Grundstimmung“ für die Eintracht erkannt. Er glaubt allerdings nicht, dass für beide Interessenten genügend Platz gefunden werden kann, „denn der Parkplatz P 9 muss aus Sicherheitserwägungen unbedingt erhalten bleiben.“ Bei Bundesliga-Spielen werden die Busse der Gäste-Fans auf diesem Parkplatz abgestellt, von dem sie dann relativ unproblematisch in den Gästebereich des Stadions geleitet werden können.

Eine Entscheidung über die zukünftige Nutzung des Geländes soll im Römer in den kommenden zwei Wochen fallen. Sportdezernent Markus Frank sprach von „zwei starken Vorstellungen“. Die Stadtplaner müssten nun sehen, „ob man beides unterbringen kann. Wir sehen uns das ergebnisoffen an.“ Auch Eugen Emmerling, stellvertretender SPD-Vorsitzender, möchte sich noch nicht endgültig festlegen: „In der Politik wird zu häufig das Wort alternativlos benutzt.“ Wenn der Platz nicht für beide ausreiche, so Emmerling, „dürfen wir der Eintracht ihre Zukunft nicht verbauen“. Der Bundesligist sei schließlich „das Aushängeschild“ der Stadt.

Alexander Waske will dagegen die bereits bestehende, aber ziemlich verwaiste Tennisanlage, erweitern und zu einer Nachwuchs-Akademie ausbauen. Ähnliches betreibt er derzeit im Offenbacher Stadtteil Rosenhöhe. Der Hessische Tennisverband hatte in der vergangenen Woche Waskes Pläne als „nicht zielführend“ kritisiert. Der Verband hat die Befürchtung, dass der Breitensport zu kurz kommt und eine spezielle Eliteförderung den Tennis vereinen das Leben schwer macht.

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