Eintracht Frankfurt

Von Erndtebrück bis Berlin: Der Weg der Eintracht ins Finale

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1. Hauptrunde: Nur drei Wochen nach dem Pokalfinale 2017 wurden schon die Paarungen für die nächste Saison gezogen. Sebastian Kehl fungierte als Losfee und bescherte der Eintracht ein Auswärtsspiel beim Regionalligisten TuS Erndtebrück.

1. Hauptrunde:Nur drei Wochen nach dem Pokalfinale 2017 wurden schon die Paarungen für die nächste Saison gezogen. Sebastian Kehl fungierte als Losfee und bescherte der Eintracht ein Auswärtsspiel beim Regionalligisten TuS Erndtebrück.

Die Eintracht machte sich am 12. August als großer Favorit auf den Weg in den Kreis Siegen-Wittgenstein und traf im Siegener Leimbachstadion auf den Gastgeber aus Erndtebrück. Die Partie begann mit einem Schock für alle Adler, denn Abwehrchef David Abraham sah in der 23. Minute nach einer Notbremse die Rote Karte und die Eintracht musste über eine Stunde in Unterzahl spielen. Grund zum Jubeln gab es aber dann nur zehn Minuten später. Haller verlängerte eine Tawatha-Flanke und Chandler hämmerte den Ball zur Führung in die Maschen. Wer jetzt dachte, die SGE dominiert das Spiel gegen den Underdog, sah sich aber getäuscht. Der Regionalligist wehrte sich nach Kräften und die Partie wurde nach und nach unattraktiver, Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware. In der 72. Minute erhöhte dann Gacinovic aus heiterem Himmel auf 2:0 und spätestens als Haller nur wenige Minuten später das dritte Tor erzielte, war die Moral der Gastgeber gebrochen.

Die Eintracht wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und zog in einem schwachen Fußballspiel eine Runde weiter. Jetzt waren Verantwortliche und Fans gespannt, wer eine Woche später als Gegner aus dem Lostopf gezogen würde.

2. Hauptrunde:Die Auslosung der zweiten Runde fand im deutschen Fußballmuseum in Dortmund statt. Losfee Carolin Kebekus erwies sich als Glücksbringer für die Eintracht, denn die Komikerin zog mit dem 1. FC Schweinfurt den einzig verbliebenen Regionalligisten des DFB-Pokals.

Wieder ging es also als haushoher Favorit in ein Pokalspiel. Im ausverkauften Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion spielte der Eintracht ein früher Treffer von Sebastien Haller in die Karten, der bereits nach 14 Minuten die Führung erzielte. Der Gastgeber gestaltete die Partie vor allem in der ersten Hälfte offen, ohne jedoch gefährlich zu werden. Die SGE agierte weitestgehend pomadig und tat nur das Nötigste gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden Gegner. Zu Beginn der zweiten Hälfte rettete Hradecky im Eins-gegen-Eins gegen Schweinfurts Marius Willsch, der nach dem Spiel zugab, dass ihm die Nerven einen Strich durch die Rechnung gemacht haben: "Natürlich muss ich das Tor machen, aber so oft hatte ich noch keinen Hradecky vor mir." Nach dieser Möglichkeit war es das aber mit den Offensivaktionen der Schweinfurter. Stattdessen drehte die Eintracht auf und Haller, Marius Wolf und Danny Blum schraubten das Ergebnis in die Höhe. Am Ende stand ein ungefährdeter 4:0-Sieg über den Regionalligisten.

Die Eintracht hatte keine Glanzleistung gezeigt, war aber dennoch zufrieden. Trainer Niko Kovac sagte, dass es hier lediglich darum ging in die nächste Runde einzuziehen und auch Marco Russ war es nur wichtig, das Spiel erfolgreich bestritten zu haben: "Es interessiert niemanden, wie man am Ende weiterkommt."

Achtelfinale:Fredi Bobic und Niko Kovac hatten auf ein Heimspiel gehofft, es wurde aber erneut ein Auswärtsspiel. Dieses Mal muss die Eintracht zum Zweitligisten 1. FC Heidenheim. Kein einfaches, aber ganz sicher ein machbares Los.

Das Spiel war kein fußballerischer Leckerbissen. Die favorisierte Eintracht tat sich über die gesamten 90 Minuten schwer gegen gut organisierte Gastgeber, die in der Defensive nur wenig zuließen. Bei der SGE gab es keine Kreativität im Spiel und deshalb auch keine Chancen. Tore fielen in der regulären Spielzeit nicht und so ging es in die Verlängerung. Dort platzt dann endlich der Knoten: Boateng spielte zu Wolf, der das Auge für den mitgelaufenen Gacinovic in der Mitte hatte und klug zum Serben passte, der den Ball zur Führung unter die Querlatte nagelte. Die Freude hielt aber nur kurz, denn der Zweitligist glich im direkten Gegenzug aus. Eine faustdicke Überraschung lag hier in der Luft und viele Zuschauer trauten dem Underdog zumindest zu,  dass sie das Elfmeterschießen erreichen. Daraus wurde aber nichts, denn Sturmtank Haller köpfte eine da Costa-Flanke zum 2:1-Endstand ins Netz. Bei dem Treffer hatte die Eintracht Glück, weil Stendera, der den Ball zu da Costa spielte, knapp im Abseits stand.

Durchatmen war angesagt bei Niko Kovac und seinem Team. Spätestens jetzt hatte die SGE das Finale fest im Blick. "Jeder der in Berlin dabei war, weiß, wie schön das war", meinte Kovac bereits vor der Partie in Heidenheim.

Viertelfinale:Da ist das Heimspiel. Endlich. Gegner ist der Nachbar aus Mainz. Die formstarke Eintracht trifft auf die in der Liga kriselnden Mainzer und wollen den Einzug ins Halbfinale schaffen. Die Stimmung in der Commerzbank-Arena brodelte und die Truppe von Niko Kovac war heiß auf den Erfolg.

Während den 90 Minuten zeigte die Eintracht dann die pure Dominanz. Mainz kam überhaupt nicht ins Spiel und die SGE drückte selbigem den Stempel auf. Ante Rebic stellte mit seinem Treffer nach 17 Minuten früh die Weichen auf Sieg. Als dann Hack per Eigentor das 2:0 für die Eintracht erzielte war die Moral der Gäste gebrochen. Mainz blieb offensiv blass, hatte eine schlechte Körpersprache und scheinbar nicht den Glauben an die eigene Stärke. Die 05er machten es der Eintracht einfach und nach dem 3:0 durch Mascarell und dem Platzverweis für Latza nach einem rüden Foul an Marco Fabian nahm das einseitige Spiel ein Ende. Halbfinale! Erstmals in dieser Pokalsaison stimmte auch die Leistung der Mannschaft von Niko Kovac.

Halbfinale:Ein schweres Los erwischte die Eintracht. Ex-Keeper Andi Köpke brachte seinem ehemaligen Verein kein Glück. Auswärts auf Schalke zu spielen ist eine hohe Hürde, die es zu überspringen gilt. „Egal gegen wen, egal wo. Unser Ziel bleibt das gleiche: Berlin“, sagte der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic nach der Auslosung. „Natürlich hätten wir gerne ein Heimspiel gehabt“, sagte Trainer Niko Kovac. „Aber im letzten Jahr haben wir im Halbfinale auch ein schweres Auswärtsspiel gehabt.“

Das Spiel in der Arena auf Schalke lief aber genau nach Plan für die Eintracht. Die favorisierten Gastgeber schafften es nicht gefährlich vor das Tor der Kovac-Elf zu kommen, weil die Eintracht kompakt stand und gut organisiert war. Nach über einer Stunde gähnenden Langeweile kam mehr Bewegung in die Partie. Erst verpassten Burgstaller und Konoplyanka die Führung für S04, die dann aber auf der Gegenseite fiel. Nach einer Ecke von de Guzman verlängerte Luca Jovic den Ball am kurzen Pfosten mit der Hacke ins Tor - 1:0 für die SGE! Die mitgereisten brachten den Gästeblock zum Beben. Nach einer Roten Karte gegen den gerade eingewechselten Fernandes starteten die Gastgeber einen Sturmlauf und drängten auf das 1:1. Glück hatte die SGE in der Nachspielzeit, als der Schalker di Santo zum vermeintlichen Ausgleich traf, der Schiedsrichter seine Ballannahme aber als Handspiel wertete. Nach Blick auf die Zeitlupe eher eine Fehlentscheidung. Schlussendlich brachte die Eintracht den Erfolg über die Zeit und jubelte mit seinen Anhängern über den erneuten Einzug ins Pokalfinale.

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