Die Entschlossenheit ist klar zu erkennen: Marius Wolf treibt an, die Eintracht-Torschützen Luka Jovic und Ante Rebic (von links) feierten derweil nach dem 3:0 gegen Mainz noch ein wenig.
+
Die Entschlossenheit ist klar zu erkennen: Marius Wolf treibt an, die Eintracht-Torschützen Luka Jovic und Ante Rebic (von links) feierten derweil nach dem 3:0 gegen Mainz noch ein wenig.

Eintracht Frankfurt

Europa ist jetzt das klare Ziel

  • VonChristian Heimrich
    schließen

Jetzt heißt es für die Eintracht, sich oben weiter festzubeißen. „Wir wollen da bleiben, wo wir jetzt sind“, sagt Trainer Niko Kovac.

Ganz am Ende dieses so erfolgreich verlaufenen Tages hat Fredi Bobic doch noch einen kleinen Misserfolg verkraften müssen. Beim Torwandschießen im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF gegen Philipp Grüneberg, einen 25 Jahre alten Fußballer aus Berlin, sprang für den Sportvorstand der Frankfurter Eintracht nur ein 1:1 heraus.

Bobic sah darüber entspannt hinweg. Kein Wunder – bei der aktuellen Stimmungslage in seinem Club. Mit dem 3:0 (3:0) gegen den FSV Mainz 05 hat die Eintracht ihren Höhenflug in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt. Und neben der schweißtreibenden Arbeit auf dem Platz ist Träumen von Europa jetzt ausdrücklich erlaubt. „Wir sind mittendrin da oben und haben nichts mehr zu verlieren, wir können nur noch gewinnen“, sagt Bobic. Im Gespräch mit der Sportstudio-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein zeigte der harte Macher gar eine poetische Seite: „Mal schauen, wie lange uns die Adlerschwingen noch tragen. Wir wollen uns da oben festbeißen.“ Da oben – das könnte am Ende Europa League oder gar Champions League bedeuten.

Der glatte Sieg gegen schwache Mainzer war der fünfte Heimerfolg in der Liga in Folge. Das gab es zuletzt vor 18 Jahren. Die Eintracht schwimmt auf einer Euphoriewelle. Nackenschläge wie das späte 3:2 in Dortmund werden sofort beantwortet. 45 Punkte und sieben Spieltage vor Saisonschluss Platz vier in der Bundesliga – auch beim Trainer, der eigentlich lieber nur von Spiel zu Spiel denkt, hat diese Ausgangslage die Lust auf mehr geweckt: „Wir können natürlich auch die Tabelle lesen“, sagt Niko Kovac: „Wir sind froh, und stehen zu Recht da oben. Ab sofort betrachten wir jedes Spiel als Endspiel. Wir wollen da bleiben, wo wir jetzt sind.“

Große Nachfrage

Das ist selbstredend auch das Ziel von Axel Hellmann. Der Frankfurter Marketing-Vorstand bricht in der neuen Woche zu einer Geschäftsreise nach China, Malaysia und Singapur auf. Es geht wieder einmal um Kooperations- und Vermarktungsthemen rund um die Eintracht. „Mit so einer Tabelle im Rücken ist das natürlich angenehm“, sagt Hellmann. Das Vorstandsmitglied sprach von einer guten Woche. Erst am Mittwoch hatte der Club einen von der Stadtgesellschaft viel beachteten und stark frequentierten Frühlingsempfang gegeben. Und es gibt ernste Anzeichen dafür, dass auch die kommende Saison geschäftlich ein Erfolg wird. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Hellmann. Sein Kollege Bobic berichtete, dass es im Logen-Bereich keine Kündigungen gebe: „Wir sind auf allen Geschäftsfeldern dynamisch – komplett gegen den Trend.“

„Unser Blick geht nach oben“, sagt auch Axel Hellmann. Er appelliert aber auch noch einmal an das Publikum, die Mannschaft „auf der Zielgeraden“ mit aller Macht zu unterstützen: „Wenn wir unseren Traum verwirklichen wollen, muss die Hütte voll sein.“ Einzig das Heimspiel gegen den Hamburger SV ist bereits ausverkauft. Für die Partien gegen Hoffenheim und Berlin gibt es noch Tickets.

Wenn sich die Mannschaft weiter so gut, so giftig, so torhungrig präsentiert wie gegen Mainz, dürfte es beim Kartenverkauf eigentlich keine Probleme geben. Kevin-Prince Boateng (6.), Luka Jovic (23.) und Ante Rebic (41.) schossen vor 49 500 Zuschauern schon in der ersten Halbzeit die drei Frankfurter Tore. Es war der zweite Derbysieg gegen die überforderten Mainzer in nur fünfeinhalb Wochen. Die Eintracht hatte den Nachbarn vom Rhein schon am 7. Februar mit dem gleichen Ergebnis aus dem Pokal geworfen.

Große Dominanz

Besonders augenfällig ist die spielerische Entwicklung des Teams. Eine solche Dominanz wie am Samstag war in den Heimspielen der Hinrunde noch nicht zu bestaunen. „Da sieht man, dass unsere Arbeit fruchtet“, sagte Boateng. „Wir haben im Trainingslager im Januar hart daran gearbeitet, mehr Torchancen herauszuspielen. Heute hätten wir auch sechs Tore machen können.“

Alleine der für den formschwachen Haller in die Mannschaft gekommene Jovic hätte in der zweiten Halbzeit gut und gerne vier weitere Treffer markieren können. „Da hätten wir mehr Tore machen können und müssen“, lautete Niko Kovacs einzige Kritik. Der Trainer sprach ansonsten von einer „runden Leistung“, nach der man sehr zufrieden und beruhigt in die Länderspielpause gehen könne.

Kovac hatte erneut rotiert und damit richtig gelegen. Jovic, aber auch der überraschend für Timothy Chandler auf die linke Seite gerückte Jetro Willems, Jonathan de Guzman und Simon Falette erfüllten ihre Aufgaben. „Rotation ist wichtig für das Wohlbefinden meiner Mannschaft“, sagt Niko Kovac. Gegen Mainz hat man das deutlich gemerkt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare