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Experte für krumme Dinger

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Von: Markus Katzenbach

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Der Druck muss raus: Änis Ben-Hatira nach dem 2:1.
Der Druck muss raus: Änis Ben-Hatira nach dem 2:1. © Christian Klein ( FotoKlein)

Vielleicht musste es so ein Tor sein. „Ein krummes Ding“, wie es der Mainzer Trainer Martin Schmidt hinterher treffend beschrieb. Fast 84 Minuten waren schon gespielt beim Rhein-Main-Treffen in

Vielleicht musste es so ein Tor sein. „Ein krummes Ding“, wie es der Mainzer Trainer Martin Schmidt hinterher treffend beschrieb. Fast 84 Minuten waren schon gespielt beim Rhein-Main-Treffen in Frankfurt zwischen der Eintracht und Schmidts Nullfünfern. Es stand 1:1, und hätten diese Ziffern auch am Ende noch auf dem großen Videowürfel über dem Rasen gestanden, wäre die Lage im Abstiegskampf nicht nur für den Frankfurter Marketingvorstand Axel Hellmann „ziemlich aussichtslos“ gewesen. Dann aber kam Änis Ben-Hatira nach einem Pass Bastian Oczipkas ins Spiel – und mit ihm die Hoffnung zurück.

„Ich bekomme den Ball von Basti und versuche, ihn irgendwie aufs Tor zu bringen. Einer fälscht ihn ab, und er geht ins lange Eck“, beschrieb der Flügelstürmer, wie er die Eintracht wieder ins Rennen um den Klassenerhalt brachte. Vermutlich konnte er es da auch verschmerzen, dass der Treffer nicht ihm gutgeschrieben, sondern offiziell als Eigentor des Mainzer Pechvogels Stefan Bell verbucht wurde.

Genauso ein Tor brauchte die Eintracht in ihrer schlimmen Torschusskrise, mit nur zwei Treffern aus zuvor neun Spielen. Diesmal waren es genau so viele in gut neunzig Minuten. Eigentlich waren beide krumme Dinger, und Ben-Hatira ist offenbar ein Experte dafür. Mitte März hatte er schon aus ganz spitzem Winkel das überlebenswichtige 1:0 gegen Hannover geschossen, gegen Mainz nun legte er unweit dieses Flecks das 1:1 auf, nicht ganz freiwillig: Beim Schussversuch war er ausgerutscht, lenkte den Ball dann aber irgendwie doch zu Torschütze Marco Russ. „Ich hätte ihn lieber selbst gemacht“, grinste der 27-Jährige später. So aber war es auch gut. Und Ben-Hatira hatte ja noch einen großen Auftritt – auch wenn dieser ebenfalls nicht als sein Tor in die Statistik einging.

„Wir sind belohnt worden für den Aufwand der ganzen Wochen“, freute er sich und räumte ein: „Ein bisschen Glück gehört dazu, das hatten wir auch endlich.“ Und das nicht ganz zufällig, weil Ben-Hatira und Co. es erzwungen hatten. „Änis ist ein Typ, bei dem man sich manchmal fragt: Was macht er denn da? Aber am Ende war er an beiden Toren entscheidend beteiligt“, sagte Trainer Niko Kovac, nicht ohne mahnend anzufügen: „Er darf jetzt nur nicht abheben, sondern muss weiter für die Mannschaft arbeiten.“

In Leverkusen hatte er Ben-Hatira eingedenk dessen Zehen-Zwangspause noch zu Hertha-Zeiten zuletzt „draußen gelassen, weil man nach einer langen Verletzung irgendwann in ein Loch fällt.“ Gegen Mainz war das Last-Minute-Schnäppchen aus dem Berliner Winterschlussverkauf aber wieder da – und auch wenn längst nicht alles klappte, doch nun schon zum zweiten Mal für die Eintracht ganz wichtig.

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