Eddy Hausmann
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Tipps für Bundesliga-Rückrunde

Experten blicken in die Glaskugel: Wo landet Eintracht Frankfurt?

  • VonKlaus Veit
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Johnny Klinke ist seit fast 30 Jahren Chef des Varietétheaters „Tigerpalast“ in Frankfurt: „Es geht vorwärts mit der Eintracht.

Johnny Klinke ist seit fast 30 Jahren Chef des Varietétheaters „Tigerpalast“ in Frankfurt: „Es geht vorwärts mit der Eintracht. Das ist zwar nicht unbedingt der bekannte Frankfurter Weg, der hier eingeschlagen wird, aber er passt trotzdem zu Frankfurt, weil er an Hochleistung orientiert ist. Das Duo Kovac/Bobic hat Dinge eingeleitet, die früher nicht denkbar gewesen wären. Hier ist ein Bündnis für Hochleistung entstanden, das die Leute ins Stadion zieht.

Das ist sehr spannend, für einige aber auch noch gewöhnungsbedürftig. Die Eintracht hatte manchmal gute Jahre, aber kaum eine Struktur. Jetzt ergreift eine neue Generation die Zukunft. Ich will jetzt nicht auf die Europa-Tube drücken, denn keiner weiß, auf welchem Platz die Eintracht am Ende liegen wird. Aber hier entsteht etwas Neues, das finde ich gut. Es macht einfach Spaß.

Nia Künzer ist Fußball-Weltmeisterin von 2003, arbeitet im Hessischen Innenministerium und ist TV-Expertin für Frauenfußball : „Nach der überraschend guten Hinrunde sind die Erwartungen hoch. Man darf aber nicht erwarten, dass die Eintracht noch einmal 29 Punkte sammelt. Nun wird sie häufig als Favorit in Spiele gehen, das macht die Sache schwerer.

Wichtig ist, dass man Ruhe bewahrt, wenn es mal nicht so läuft. Aber das traue ich dem Trainerteam und Sportvorstand Fredi Bobic zu. Sie sind realistisch, freuen sich über das Punktepolster, wissen aber auch, dass sich keiner zurücklehnen darf. Am Ende sollte es zu Rang sieben reichen. Die Teilnahme an der Europa League wäre toll. Und zwar für beide Seiten. Für den Verein und für den im Schatten der Champions League stehenden Wettbewerb. Denn internationale Spiele mit Frankfurter Beteiligung sind immer ein tolles Erlebnis.

Uwe Bein ist Weltmeister von 1990, Ex-Eintracht-Profi und Golfspieler mit dem Handicap 10: „Die Eintracht hat den Grundstein für eine gute Saison in der Vorrunde gelegt. Und als ich eine Woche lang in Abu Dhabi gesehen habe, wie gut alle mitziehen, wie keiner den Kopf hängen lässt, wie gut die Stimmung ist, dann glaube ich auch an eine sehr gute Rückrunde. Ob das dann wirklich für die Europa League oder für noch verrücktere Dinge reichen wird, das muss man abwarten.

Erst muss eine sichere Punktzahl geholt werden, dann wird sich in den letzten zehn Spielen herausstellen, was wirklich möglich ist. Die Eintracht ist eine Mannschaft ohne Stars, jeder ordnet sich dem gemeinsamen Ziel unter. Dass keiner neidisch auf den anderen wird, das ist ein Verdienst des Trainerteams.“

Eddy Hausmann war jahrelanger Festwirt auf der Dippemess und veranstaltet Oktoberfeste: „Ich habe mir jetzt zwei Mal hintereinander das Trainingslager in Abu Dhabi angesehen. In diesem Jahr war ein ganz anderer Zug drin als im Jahr davor. Nach dem Fastabstieg wusste doch niemand, was in der Wuntertüte Eintracht steckt. Aber das Trainerteam und Fredi Bobic haben ein tolles Arbeitsklima geschaffen. Deshalb ist dem Team einiges zuzutrauen.

Alte Gockeleien sind weg, es wird einfach realistisch gearbeitet. Die Trainer leben den Fußball vor, die Spieler nehmen sich an den Trainern ein Beispiel. Deswegen erwarte ich auch eine gute Rückrunde. Ein einstelliger Tabellenplatz sollte es auf alle Fälle werden, ob es sogar mit der Europa League klappt, das wird man dann am Ende sehen. (kv)

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