Zwei Eintrachtler, die sich verstehen: Lukas Hradecky (links) und Alexander Meier.
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Zwei Eintrachtler, die sich verstehen: Lukas Hradecky (links) und Alexander Meier.

Eintracht Frankfurt

Fans wählen beliebtesten Eintracht-Spieler ? mit überraschendem Ergebnis

  • vonKlaus Veit
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Das Fan-Magazin „Fan geht vor“ hatte unter den Anhängern eine Wahl organisiert. Das Ergebnis ist fast revolutionär.

Wenn das Frankfurter Fan-Magazin „Fan geht vor“ in den vergangenen Jahren die Eintracht-Anhänger aufgefordert hatte, den beliebtesten Spieler zu wählen, dann stand der Sieger eigentlich immer schon fest. Spannend war höchstens die Frage: Wer landet hinter Alexander Meier auf dem zweiten Platz? Schließlich ist der Mann mit der „14“ auf dem Adler-Trikot nicht nur der Frankfurter Fußball-Gott, der Mannschaftskapitän ist auch regelmäßig der beste Torschütze. Der Ex-Vorsitzende Heribert Bruchhagen bezeichnete Alexander Meier auch gerne als die „Lebensversicherung“ des Vereins.

Die Wahl für das Jahr 2016 endete jedoch mit einem revolutionieren Ergebnis. Lukas Hradecky gewann souverän mit 785 Stimmen, mit großem Abstand kam Alexander Meier (413) nur auf Platz zwei. Gerät da etwa ein Denkmal ins Wanken? Der Wahlsieger glaubt das nicht. „Dieses Ergebnis freut mich natürlich sehr“, sagte der Torhüter, der erst seit eineinhalb Jahren das Eintracht-Trikot trägt und fügte dann schmunzelnd an: „Um den Alex müssen wir uns deshalb keine Sorgen machen. Er bleibt hier der Fußball-Gott, ich bin nur der Torwart-Gott.“

Eine typische Reaktion für den finnischen Nationalkeeper, der sich nicht nur mit tollen Paraden auf dem Platz in die Herzen der Fans gespielt hat. Der 27-Jährige ist immer gut gelaunt, hat immer einen guten Spruch auf den Lippen und ist ein richtig bodenständiger Typ geblieben.

Hradecky passt, wie Meier übrigens auch, nicht so richtig in die Schablone des modernen Fußball-Profis. Er gibt zu, dass er Krafträume hasst und auch gerne mal eine Flasche Bier zum Feiern oder zum Vergessen trinkt – alles zu seiner Zeit. Wenn Training angesagt ist, dann haut er sich richtig rein, denn Verlieren hasst er wie die Pest.

Das hat er mit Alex Meier gemeinsam. Der inzwischen 34-Jährige, der 2005 vom damals noch gut angesehenen Hamburger SV an den Main wechselte, ist aber ein viel ruhigerer Typ. „Der Alex redet nicht so gerne, er lässt lieber Tore sprechen“, charakterisierte Bundesliga-Rekordspieler Charly Körbel jüngst den dienstältesten Eintracht-Profi. Ja, manchmal scheint es dem Profi, geboren in Buchholz in der Nordheide, fast peinlich zu sein, wenn er im Rampenlicht steht oder Interviews geben muss.

Dass der Umbruch, den die Mannschaft der Frankfurter Eintracht derzeit durchmacht, bei den Anhängern gut ankommt, zeigt die weitere Rangfolge der Wahl. Marco Fabian (194 Stimmen) war vor genau einem Jahr aus Mexiko an den Main gekommen, David Abraham (190) ist seit eineinhalb Jahren hier und Jesus Vallejo (151) hat es in nur sechs Monaten geschafft, von den Fans geliebt zu werden. Platz sechs belegt dann wieder ein alter Eintrachtler: Marco Russ (150), gerade vom Krebs genesen.

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