Taleb Tawatha beim Training von Eintracht Frankfurt.
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Taleb Tawatha beim Training von Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt

Farce um Taleb Tawatha: Abu-Dhabi-Trip der Eintracht gefährdet

  • VonKlaus Veit
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Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt plant Anfang Januar ein Trainingslager in Abu Dhabi. Wie in den vergangenen Jahren sollen rund um das mondäne Hotel Emirates Palace mit gepflegten Trainingsplätzen

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt plant Anfang Januar ein Trainingslager in Abu Dhabi. Wie in den vergangenen Jahren sollen rund um das mondäne Hotel Emirates Palace mit gepflegten Trainingsplätzen und goldenen Armaturen in den Bädern die Grundlagen für eine erfolgreiche Rückrunde gelegt werden. Doch der Plan droht diesmal zu scheitern.

Selbst Anfang Dezember werden mitreisewillige Journalisten vertröstet. Es werde bald Informationen geben. 2015 musste alles auch wegen der Einreisebestimmungen deutlich schneller gehen. Bereits Ende Oktober wurde man aufgefordert, der Eintracht seinen Reisepass zuzuschicken, am 3. November erhielt man die Reisebestätigung. Diesmal: Schweigen.

Der Grund hierfür ist Taleb Tawatha, im Sommer verpflichteter Profi, der die israelische Staatsangehörigkeit besitzt. Der 24 Jahre alte Außenverteidiger befindet sich derzeit zwar im Aufbautraining, soll aber unbedingt die Wintervorbereitung im Kreise der Mannschaft mitmachen, sagen Trainer Niko Kovac und Sportvorstand Fredi Bobic. Die Begründung ist klar: Kovac kann auf der einen Seite nicht immer wieder darauf hinweisen, dass jeder im Kader außerordentlich wichtig ist für den Erfolg und andererseits dann einen Spieler, auch wenn dieser bisher noch nicht häufig zum Einsatz gekommen ist, bei der wichtigsten Vorbereitungsmaßnahme für den Rest der Saison ausschließen. Da Israelis jedoch schon häufiger an der Einreise nach Abu Dhabi gehindert worden sind, forderte die Eintracht von den dortigen Behörden eine schriftliche Zusage. Die hat es anscheinend bisher noch nicht gegeben.

Während sich der bisher so toll aufspielende Erstligist bereits um ein Ausweichquartier in Südspanien bemüht hat, ist Marketingvorstand Axel Hellmann noch am Grübeln. Er hatte in der Vergangenheit versucht, Verbindungen zu dem reichen Golfstaat zu knüpfen, und befürchtet nun, dass seine Bemühungen zumindest einen Rückschlag erleiden. Allerdings war bisher der Erfolg dieser Bemühungen recht bescheiden.

Eine Schmonzette am Rande: Taleb Tawathas Vorfahren stammen zum Teil aus dem Sudan. Und deshalb ist der Eintracht-Profi auch kein Jude, sondern ein Moslem.

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