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Jubelpose: Kevin-Prince Boateng nach seinem Treffer zum 1:0 für die Eintracht.

Eintracht Frankfurt

Feier-Abend unter Flutlicht: Die Eintracht grüßt von Platz zwei

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Es geht doch: Eintracht Frankfurt kann noch zu Hause gewinnen. Beim 2:0 (1:0) gestern Abend gegen Borussia Mönchengladbach benötigten die Frankfurter allerdings auch ein wenig das Glück des Tüchtigen.

Frankfurt feiert die Eintracht. Nach einem glücklichen, aber nicht unverdienten 2:0 (1:0)-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ist die Eintracht über Nacht auf den zweiten Platz der Liga vorgestürmt. Das ist, betrachtet man die Ausgangsposition zu Beginn der Saison, eine kleine Sensation. „Wir können das jetzt genießen über Nacht“, sagte Eintracht-Star Kevin-Prince Boateng, „das ist schön für den Verein und schön für die ganze Stadt“. 33 Punkte haben die Frankfurter nun schon auf dem Konto und dürfen von Europa träumen. Die Fans gingen im Überschwang noch weiter: „Deutscher Meister wird nur die SGE“, skandierten sie nach dem Abpfiff. Kevin-Prince Boateng kurz vor der Pause und der eingewechselte Luka Jovic kurz vor dem Ende erzielten vor 47 500 Zuschauern die beiden Treffer. Es war ein zähes Ringen, das die Frankfurter für sich entscheiden konnten. Glück brauchten sie vor allem 13 Minuten vor dem Ende, als Thorgan Hazard einen Foulelfmeter für die Borussia an die Querlatte schoss.

Das Spiel in Wolfsburg vor einer Woche schien Niko Kovac so überzeugt zu haben, dass er nichts veränderte. Nicht in der Anfangsaufstellung, nicht auf der Bank. Das hatte es in dieser Saison nur einmal gegeben, vom 12. auf den 13.Spieltag. Bitter für Marco Russ und Marc Stendera, die es beide nicht einmal in den Kader geschafft hatten. Mit dabei natürlich der „Senkrechtstarter“ der Saison, Marius Wolf, den die Eintracht nun fest verpflichtet hat.

Wolf hatte dann auch die erste Chance des Spiels. In der 6. Minute lief ein Konter der Frankfurter, wie er früher die Gladbacher berühmt gemacht hatte. Nach einem Eckball der Gladbacher ging’s ruckzuck nach vorne. Über Mascarell und Rebic kam der Ball in den Strafraum, Wolf war vor Torwart Sommer am Ball, spitzelte aber knapp vorbei. Es sollte für lange Zeit die letzte aufregenden Szene bleiben. Danach gab es erst einmal nur gelbe Karten für die Eintracht. Mascarell büßte in der 14. Minute für einen unpräzisen Pass von Falette. Er musste mit gestrecktem Bein an der Mittellinie einen Konter verhindern, traf auch den Ball, aber auch Gegner Hazard. Schiedsrichter Marco Fritz zog die Karte. 16 Minuten darauf erwischte es Ante Rebic. Im Übereifer grätschte er Herrmann böse in die Beine, auch hier war die Verwarnung gerechtfertigt. Und sie hat Folgen, es war die fünfte, Rebic ist damit nächste Woche in Augsburg gesperrt. „Das war schon grenzwertig“, sagte Kollege Marco Russ auf der Tribüne, „das war schon dunkelgelb“.

Torchancen gab es nun auf beiden Seiten nicht mehr, das Gebotene hatte etwas von Rasenschach. Die Fans im Block hinter dem Tor trugen dazu bei, starteten einen Dauer-Sing-Sang, der sich bestimmt über eine Viertelstunde hinzog und eher einschläfernd wirkte. Doch dann wurde die Eintracht noch mal wach. Kurz vor der Pause gelang wieder so ein Schnellangriff wie in der 6. Minute. Von Falette war der Ball auf Chandler gekommen, der setzte sich im Sprintduell gegen Herrmann durch, flankte flach und hart nach innen.

Boateng war schneller am Ball als der für den an den Adduktoren verletzten Sommer in der 16. Minute eingewechselte Torwart Tobias Sippel und stieß den Ball über die Linie. Es war die 43. Minute und die verdiente Führung. Denn die Gladbacher hatten bis dahin nicht ein einziges Mal aufs Frankfurter Tor geschossen. „Boateng ist ein Supertyp“, kommentierte Kollege Russ, „es gibt nur noch wenige Spieler vom Schlage des Princen in der Bundesliga“.

Die Gladbacher brachten nach der Pause Jantschke für Wendt, versuchten so die Vorstöße der Frankfurter Außen einzudämmen. Und sie hatten nun auch mehr vom Spiel und erarbeiteten sich nach 52 Minuten die erste Gelegenheit. Hazard tanzte Salcedo aus, doch sein Schuss ging in die Mitte des Tores – kein Problem für Hradecky. Knapper war es dann vier Minuten später. Beim nächsten Konter kam Herrmann frei zum Schuss, der Ball ging aber über den Kasten. Jetzt war es wie so oft in Heimspielen, der Gegner hatte das Kommando übernommen. Die Eintracht kam kaum noch zu durchdachten Gegenzügen, verteidigte fast schon verzweifelt die knapp Führung. Trainer Kovac brachte nach einer Stunde für den ausgepumpten Rebic mit Aymen Barkok einen frischen Spieler.

Dann steuerte die Partie auf ihre Höhepunkte zu. Der Druck der Gladbacher wurde immer stärker, die Eintracht konnte sich einfach nicht mehr befreien. In der 77. Minute kam der Ball in den Strafraum, Stindl war schussbereit, Boateng versuchte zu retten, kam auch an den Ball, doch der Unparteiische hatte ein Foul gesehen. Es gab

Elfmeter

, hart aber vertretbar. Hazard hämmerte den Ball mit viel Wucht gegen die Querlatte. Die Eintracht war noch einmal davongekommen. Und der Trainer bewies mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen. In der Nachspielzeit erzielte der für Haller gekommen Luka Jovic das 2:0. Der junge Barkok hatte die Vorarbeit geliefert, der junge Serbe trocken aus 14 Metern abgeschlossen.

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