Posse um streikendern Profi

Filip Kostic: Verrückter Transfer-Trick? Wirbel um falsche Mail-Adresse - Eintracht wehrt sich

  • Antonio José Riether
    VonAntonio José Riether
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Am Deadline Day des Transferfensters gab es auch geplatzte Deals, wie den von Frankfurts Filip Kostic. Sein Klub musste sich nun gegen einen harten Vorwurf wehren.

Frankfurt - Nicht nur die deutschen Lokomotivführer sind aufgrund ihres Streiks in aller Munde, auch einige Bundesliga-Profis versuchen mit Arbeitsniederlegung an ihre Ziele zu kommen. Besonders bei Eintracht Frankfurt* gab es im Rahmen der Schließung des Transferfensters ordentlich Diskussionsstoff, nachdem Filip Kostic angesichts seines Wechselwunsches dem Training ferngeblieben war. Ein Transfer des Serben kam aufgrund kurioser Umstände letztlich nicht zustande, angeblich soll ein Trick der Frankfurter einen Wechsel verhindert haben. Der Verein widerspricht jedoch.

Filip Kostic: Wechsel des streikenden Frankfurt-Profis platzte - italienischer Experte mit Anschuldigungen gegen die Eintracht

Der wechselwillige Kostic hatte in der vergangenen Woche die Freitags-Einheit boykottiert, um seinen Wechsel in die Serie A zu Lazio Rom* zu erzwingen. Dieser platzte jedoch, zunächst hieß es von Seiten der Eintracht, da das Angebot der Italiener an eine falsche E-Mail-Adresse geschickt worden sei und darum nicht einging. „Bis zum Ablauf der Transferfrist ist kein für Eintracht Frankfurt akzeptables Angebot eingegangen“, hieß es schließlich am Dienstag, womit der Verbleib des 28-Jährigen besiegelt wurde. Ein Bericht aus Italien sprach sogar von einem „Trick“, den der Bundesligist* angewandt haben soll.

Wie der Transferexperte und Journalist Gianluca Di Marzio schreibt, soll dies aus Vorsatz geschehen sein, um Kostic mitteilen zu können, dass sein designierter neuer Klub keine Offerte hinterlegt habe. Allerdings sollen die Hessen die Rechnung ohne Kostics Berater Fali Ramadani gemacht haben, der seinem Klienten mit Screenshots die Existenz des Angebots bewies. Die Ablöse soll demnach 10 Millionen Euro plus 2 Millionen Euro möglicher Boni betragen haben, Frankfurt forderte jedoch 15 plus 3 Millionen an Boni.

Filip Kostic: Lazio Rom räumt Fehler ein - Eintracht weist Vorwürfe von sich und muss „Geschehnisse aufarbeiten“

Hat die Eintracht also absichtlich eine falsche Mail-Adresse genannt? Auf Nachfrage der Portale Goal und Spox wies der Verein den schweren Vorwurf zurück. Lazio soll beim Mailversand lediglich den Buchstaben „k“ vergessen haben, die Italiener räumten dies gegenüber den Portalen ebenfalls ein.

„Wir hätten Filip Kostic gerne verpflichtet. Aber das ist jetzt Geschichte. Wir wünschen dem Spieler und Eintracht Frankfurt alles Gute“, gab Lazios Sportchef Igli Tare zudem zu verstehen. Einen zweiten Anlauf werde man nicht starten, auch weil mit Mattia Zaccagni noch am Deadline Day ein Spieler von Hellas Verona kam.

Kostic stand nach seinem Trainings-Boykott beim letzten Spiel der Eintracht in Bielefeld nicht im Kader, angesichts der E-Mail-Posse muss die SGE den Spieler nun neu integrieren. „Die Geschehnisse vom vergangenen Freitag werden wir im Sinne unserer gemeinsamen Ziele aufarbeiten und dann auch abhaken“, meinte Trainer Oliver Glasner über die Aktion des Flügelspielers, für den die „Adler“ 2019 sechs Millionen Euro zahlten.

Eintracht Frankfurt: Auch Transfer eines Nationalspielers scheiterte auf der Zielgeraden

Doch Kostic ist nicht das einzige Sorgenkind beim Europa-League-Teilnehmer, auch der sicher geglaubte Wechsel von Nationaspieler Amin Younes nach Saudi-Arabien scheiterte überraschend. „Beide sind wieder im Kader. Wir werden Gespräche führen. Ich denke, wir kriegen das wieder in die Bahn“, so der SGE-Sportchef Markus Krösche. Frankfurt legte mit zwei Punkten aus den ersten drei Spielen einen mäßigen Saisonstart hin, nun gilt es, auf den Nebenkriegsschauplätzen wieder für Frieden zu sorgen. (ajr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Ulrich Hufnagel/imago-images

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