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Erste Hilfe: Carlos Zambrano kümmert sich um Johannes Flum.

Eintracht Frankfurt

Flum bricht sich Kniescheibe bei Zusammenprall

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Schock im Training des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt: Der Rettungshubschrauber musste kommen.

Es waren dramatische Szenen, die sich da abspielten beim Training der Frankfurter Eintracht am Dienstagmorgen. Und es ist der nächste schwere Schlag, der die Frankfurter nur ein paar Tage vor dem Derby gegen den SV Darmstadt 98 (Sonntag, 17.30 Uhr) getroffen hat.

Bei einem schlimmen Trainingsunfall haben sich Slobodan Medojevic, vor allem aber Johannes Flum schwer verletzt. Beide waren zusammengeprallt, linkes Knie auf linkes Knie, beide waren liegen geblieben. Während Medojevic wenigstens nach ein paar Minuten selbst aufstehen und kurz darauf mit einem dicken Eisverband ums Knie mit einem Privatwagen vom Platz hoch zur Kabine gefahren werden konnte, war Flum auf dem Rasen liegen geblieben.

Am späten Nachmittag kam dann die niederschmetternde Diagnose: Johannes Flum (27) hat sich die Kniescheibe gebrochen. Dies hatte eine MRT-Aufnahme ergeben. An diesem Mittwoch wird er von Professor Reinhard Hoffmann operiert. Ob im lädierten Knie auch noch Bänder verletzt sind, wird sich erst beim Eingriff herausstellen. In jedem Fall wird der Mittelfeldspieler mehrere Monate ausfallen. Noch keine klare Diagnose gibt es bei Medojevic (25). Dessen Knie wurde über Stunden gekühlt, ob es mehr als „nur“ eine starke Prellung ist, soll sich erst am Mittwoch herausstellen. Große Geste des kommenden Gegners: Nur zwei Stunden nach dem Unfall twitterte der SV Darmstadt 98 „Gute Besserung auch von unserer Seite“.

Flum hatte vor Schmerzen geschrien, alle Beobachter wussten sofort, da muss etwas Schlimmes passiert sein. Dabei schien es ein „normaler“ Trainingszweikampf, kein besonders brutaler, auch kein Foulspiel, eher ein Unglücksfall mit üblen Folgen. Zunächst eilten die Mitspieler zum Unfallort, als erster Carlos Zambrano, dann die Physiotherapeuten und Betreuer, natürlich auch Trainer Armin Veh.

Für alle direkt Beteiligten war dann nach wenigen Augenblicken das ganze Ausmaß der Verletzung offensichtlich. Der Trainer brach das Trainingsspielchen ab, die Spieler mussten noch ein paar Runden drehen und aus der Entfernung die Bemühungen miterleben, Flum erste ärztliche Hilfe zukommen zu lassen.

Passiert war der Zusammenprall um 11.48 Uhr, als beide eigentlich ausweichen wollten, sich aber für die gleiche Seite entschieden hatten. Es dauerte danach 20 Minuten ehe der Rettungswagen auf den Platz rollte. Betreuer und Physios hatten den immer ansprechbaren Spieler erstversorgt, der Trainer versucht, beruhigend auf ihn einzusprechen. Die Rettungssanitäter führten die Stabilisierungsmaßnahmen dann zunächst auf dem Rasen fort. Die Betreuer hielten derweil Decken vor den Unglücksort, um die Privatsphäre des Spielers zu schützen. Ganz wie sonst nach Autounfällen. Rund um den Platz herrschte bei den Kiebitzen wie den professionellen Beobachtern tiefe Bestürzung.

Die Besatzung des Rettungswagens hatte dann den Rettungshubschrauber angefordert. Eine Fahrt quer durch die Stadt schien den Notfallmedizinern bei der Schwere der Verletzung nicht angebracht. Der Hubschrauber landete um 12.15 Uhr.

Zu diesem Zeitpunkt waren auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen, sein Kollege Axel Hellmann und Manager Bruno Hübner aus der nahe gelegenen Tribüne auf den Platz geeilt, um sich zu informieren.

Die Aufregung war groß, das Mitgefühl noch größer. Johannes Flum wurde derweil im Rettungswagen weiter versorgt, vermutlich mit schmerzstillenden Medikamenten behandelt. Nach und nach sickerte durch, dass er sich eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte. „Die Kniescheibe war nicht mehr da“, sagte Armin Veh, als er den Platz verließ. Der Coach war kreidebleich, ganz offensichtlich schwer getroffen vom Unglück seines Spielers.

Um 12.38 Uhr rollte der Rettungswagen dann ein paar Meter in die Nähe des Hubschraubers, bevor der Spieler dann auf einer Liege umgeladen werden konnte. Kurz darauf hob der Hubschrauber ab und brachte Flum in die BG-Unfallklinik in den Osten der Stadt. Da waren die Kollegen längst in der Kabine, verständlicherweise kommentarlos, schwer geschockt, tief getroffen über das Pech ihres Mannschaftskameraden. In der Klinik wurde dann die Schwere der Verletzung festgestellt. Auch Mannschaftsarzt Wulf Schwietzer war zur Unterstützung des Spielers in die Klinik gefahren.

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